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Marihuana Patienten - Wann wird Cannabis verschrieben?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Vielen Menschen ist Marihuana nur als Droge bekannt – als illegales Rauschmittel und gefährliches Nervengift.
Was unter der Mehrheit der Bevölkerung jedoch nicht bekannt ist, ist die Tatsache, dass Cannabis unter sorgfältiger Aufsicht auch als Arzneimittel verschrieben werden kann.

Wie wirken sich die Wirkstoffe auf Marihuana Patienten aus?

  • Es ist vor allem der enthaltene Wirkstoff THC der Cannabispflanze, welcher eine Schmerzlinderung hervorruft.
  • In mehreren kontrollierten Studien wurde nachgewiesen, dass gerauchtes Cannabis bei den Marihuana Patienten besser wirkte als die synthetischen bzw. halbsynthetischen Präparate. 

Wo liegen die Anwendungsgebiete von Marihuana Medikamenten? 

  • Zu den Marihuana Patienten zählen Menschen, welche an Multipler Sklerose, Krebs, HIV, und Asthma erkrankt sind oder an ähnlichen chronischen Schmerzen leiden. 
  • Aids-Patienten leiden oft an Appetitlosigkeit und verlieren folglich oftmals in kurzer Zeit stark an Gewicht. Es konnte aber bereits nachgewiesen werden, dass diese Patienten nach Cannabiseinnahme wieder Appetit verspürten und normal gegessen haben. 
  • Ebenso konnte bei Marihuana Patienten, welche an Krebs leiden, erforscht werden, dass bei ihnen die Schmerzen nach der Einnahme von THC geringer wurden. 
  • Gleichermaßen erfolgreich waren die Studien mit Multipler Sklerose-Erkrankten: Hierbei konnten bereits die Erkenntnisse gewonnen werden, dass sowohl die Schmerzzustände, sowie auch die Missempfindung und die Koordinationsstörungen der Muskulatur durch den Marihuana Konsum positiv beeinflusst werden konnten.
  • Erfahrungsberichte mit Marihuana Patienten zeigen, dass die die Konsumenten zwar keinen Rauschzustand erleben, aber bei regelmäßiger Einnahme auch keine Schmerzen mehr verspüren. 

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

  • Marihuana Patienten vertragen die Wirkstoffe in therapeutischer Dosierung sehr gut, ohne dass dabei körperliche Langzeitnebenwirkungen auftreten. Unerwünschte Wirkungen, welche dennoch vereinzelt auftreten können sind Herzfrequenzbeschleunigung, Blutdruckabfall, Mundtrockenheit oder auch eine Bindehautreizung. Einige Patienten reagieren auch mit Übelkeit und Erbrechen, dies steht aber meist mit einer zu hohen Dosierung in Zusammenhang.
  • Außerdem sollten Schwangere, stillende Mütter, Kinder vor der Pubertät, Herzkranke und Patienten mit Psychosen vorsichtig sein und nur sehr geringe Mengen oder gar kein Cannabis konsumieren, da bei diesen Personengruppen die Auswirkungen noch nicht ausreichend untersucht wurden.

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