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Letztes Update am 11.03.2015, 15:30
Nicht aufeinander abgestimmte Medikamente können den Körper nachhaltig schädigen.

In den USA sterben laut dem Fachmagazin „SpringerMedizin“ jährlich etwa 100.000 Menschen durch unerwünschte Arzneimittelereignisse, auf Österreich umgelegt wären hierzulande 5.000 Patienten betroffen. Um derartige Risiken zu vermeiden, spielt die Kommunikation zwischen behandelnden Ärzten eine wichtige Rolle. Tabletten für den optimalen Blutdruck, gegen Herzrasen oder Arzneien, die etwa das Gemüt heben – Heute gibt es für beinahe jedes Leiden eine medizinische Lösung. Oftmals wird aber die falsche Zusammensetzung der Medikation zum schädlichen Mix.

Medizinische Gefahrenquelle

Viele Medikationsfehler entstehen aus dem mangelnden Austausch zwischen verschiedenen behandelnden Ärzten. Grundsätzlich gelten zwar die betreuenden Hausärzte als erste Anlaufstelle bei Beschwerden, oft können diese aber nicht den gesamten Behandlungsverlauf ihrer Patienten im Auge behalten. „Zu dem Medikationsmix tragen vielleicht auch ein Facharzt, ein Spital und ein Pharmazeut bei, die alle nichts voneinander wissen. Damit ist einer der Knackpunkte die fehlende Vernetzung zwischen den Akteuren“, weiß Miriam Lainer von der Salzburger Paracelsus-Universität. Eine wissenschaftliche Untersuchung der Salzburger Landeskliniken zeigt, dass 65 Prozent der Studienteilnehmer gefährliche Interaktionen zwischen verschiedenen Medikamenten zu erwarten hatten. Für die optimale und vor allem gesundheitsfreundliche Behandlung ist es daher ratsam, jegliche Verordnungen auch mit dem behandelnden Allgemeinpraktiker abzuklären. Mögliche Unverträglichkeiten der Medikamente können auf diese Weise sofort behoben werden.

Ständige Beobachtung

Nicht nur ein schädlicher Medikamentenmix, sondern auch die falsche Einnahme von Medikamenten kann zu riskanten Nebenwirkungen führen. Eigenmächtiges Erhöhen der Arzneidosis, selbstständiges Absetzen eines Medikamentes oder gar der gefährliche Tausch von Tabletten unter Patienten kann zu enormen gesundheitlichen Schäden führen. Vor allem direkten Ansprechpartner, wie etwa mobilen Pflegekräften oder Allgemeinpraktikern, kommt hier die wichtige Aufgabe der ständigen Kontrolle ihrer Patienten zu. Nicht selten wissen Erkrankte bei einem Arztbesuch selbst, mit welchen Medikamenten ihre Beschwerden am besten zu behandeln sind und bestehen auf „etwas Gescheites.“ Wie eine Studie des Nationalen Referenzzentrums für Antibiotikaresistenz zeigt, werden in Österreich beispielsweise zu viele Antibiotika eingenommen. Was drei von vier Patienten aber nicht wissen: Diese Arznei ist bei Virusinfektionen völlig wirkungslos. Erkrankte sollten ihrem Hausarzt ihre Beschwerden daher möglichst detailliert und ohne Eigeninterpretationen für eine mögliche Behandlung schildern. „Das Nicht-Geben eines Antibiotikums ist eine aktive Leistung des Arztes“, betont auch der Hygienefacharzt Oskar Janata.

 

Richtig auf den Patienten abgestimmt verhelfen Medikamente zu einer schnellen Besserung des Gesundheitszustandes. Nicht aufeinander abgestimmt können Arzneien aber auch das genaue Gegenteil bewirken. Um gefährliche Nebenwirkungen zu vermeiden sollte die medikamentöse Behandlung daher am besten immer mit den betreuenden Hausärzten besprochen werden.