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Letztes Update am 11.03.2015, 11:52
Geschlecht, Alter und ein ausschweifender Lebensstil sind ausschlaggebend für die Krankheit.

In Österreich werden jährlich rund 62.000 Frauen und 11.000 Männer im Krankenhaus behandelt, weil sie sich durch Osteoporose bedingt Knochenbrüche zugezogen haben. Jane Fonda hat sie, Gwyneth Paltrow hat sie auch und sogar Senta Berger ist betroffen: Nicht ohne Grund ist die Osteoporose die weltweit häufigste Knochenkrankheit. Ausschlaggebend sind unter anderem Veranlagung, Geschlecht und das Alter.

Frauen häufiger betroffen

Laut Teresa Wagner, Leiterin der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital, erleidet eine von drei Frauen unter dem 50. Lebensjahr einen osteoporotisch bedingten Knochenbruch. Speziell Frauen nach der Menopause sind davon betroffen. „Die Östrogenrezeptoren an den Knochen fördern auch die Knochendichte. Sinkt das Östrogen, erhöht sich das Risiko für eine Fraktur“, begründet sie. Während bei Frauen also natürliche Umstände eine Erkrankung auslösen können, ist bei Männern vor allem der Lebensstil maßgeblich: „In der Hälfte aller Fälle ist Osteoporose beim Mann auf Ursachen wie Medikamente, Alkohol, Nikotin oder andere Erkrankungen zurückzuführen“, erklärt Alois Gessl, Professor an der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Medizinischen Universität Wien. Insgesamt erleidet im Schnitt jeder fünfte Mann im Laufe seines Lebens eine osteoporotisch bedingte Knochenfraktur.

Besser abstinent

Auch Alkoholmissbrauch und damit verbundene Effekte wie Unterernährung, Bewegungsmangel und Leberzirrhose beeinflussen den Knochenstoffwechsel negativ. Generell ist die Knochenbruch-Krankheit auch vom Alter abhängig: Weil die Knochenmasse ab dem 35. Geburtstag abnimmt, tritt die Osteoporose meist in späteren Lebensabschnitten ein.

Besondere Gefahr geht dann für die Patienten aus, wenn sie bereits einmal einen Knochenbruch erlitten haben, denn danach erhöht sich das Risiko für eine weitere Fraktur um das Dreifache, bei mehr als drei Brüchen steigt es sogar um das Achtfache. Neben einer ausgewogenen Ernährung raten Experten vor allem zur Prävention mit Vitamin D, denn dieses unterstützt die Kalzium-Aufnahme im Darm. „Die Empfehlung liegt zur Prophylaxe bei 800 bis 1.200 Einheiten täglich“, meint Elisabeth Zwettler vom Wiener Hanusch-Krankenhaus.

Osteoporose betrifft unzählige Personen. Viele Risikofaktoren der schmerzhaften Krankheit lassen sich aber ohne viel Aufwand vermeiden. Vorbeugung ist in diesem Fall enorm wichtig, dazu sind aber nicht immer Medikamente nötig, oft reicht eine Kombination aus Bewegung, gesunder Ernährung und Vitamin D.