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Letztes Update am 11.03.2015, 16:07
Für die richtige Behandlung der Hautkrankheit müssen viele Faktoren beachtet werden.

Mehr als jedes zehnte Kind ist in Österreich von der Hautkrankheit Neurodermitis betroffen. Um die früh auftretende und angeborene Erkrankung möglichst gut behandeln zu können, ist eine umfassende Therapie notwendig.

 

Aufgeschundene Hautpartien im Gesicht, in den Armbeugen und Kniekehlen und ein stark mitgenommenes Kind – nicht nur für den kleinen Patienten, sondern auch für Eltern ist die Neurodermitis-Erkrankung des Kindes oft eine enorme Belastung. Bei der Behandlung der Krankheit sind unbedingt Experten gefragt, denn mangelnde oder fehlerhafte Therapiemaßnahmen können Infektionen oder Allergien mit sich bringen.

Die 3 Säulen der Behandlung

„Mit der richtigen Auswahl und Anwendung von Cremes und Salben kann man die gestörte Barrierefunktion der Haut wenigstens teilweise kompensieren“, beschreibt Beatrix Volc-Platzer, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie, die Basisbehandlung. Mindestens zweimal täglich, besser sogar noch öfter, sollten die ausschließlich duft- und konservierungsstofffreien Cremes aufgetragen werden. „Triggerfaktoren“ wie etwa kratzige Kleidung oder psychische Belastungen sollten als zweite Behandlungssäule möglichst vermieden werden. In Akutfällen stellt die Juckreizbekämpfung mit antientzündlichen Salben die dritte Säule dar. Während Lotionen oder Cremes mit hohem Wassergehalt optimal für die Behandlung von nässenden und geröteten Hautstellen sind, sollten für trockene Partien hingegen fetthaltige Salben verwendet werden.

Langzeitige Pflege

Um den durch die Behandlung aufgebauten Schutzmantel der Haut nicht wieder zu zerstören, raten Dermatologen außerdem dazu, Bäder und Duschen nur mit Maß und Ziel – nämlich zweimal pro Woche – zu genießen. Rückfettende Ölbäder und sogenannte Spreitbäder tun gereizten Partien dabei gut. Unbedingt sollte das Kind auch davon abgehalten werden, betroffene Hautstellen aufzukratzen. Alternativ dazu kann man leicht auf die betroffene Partie klopfen oder juckreizstillende Mittel darauf tupfen. Vor allem bei Kleinkindern und Säuglingen ist es durch die Entzündungsgefahr beim Kratzen besonders wichtig, die Fingernägel kurz zu halten, denn je länger diese sind, desto schlimmere Folgen hat das Aufkratzen für die Haut. Weil diese Kontrolle vor allem nachts schwierig ist, kann man den kleinen Patienten beispielsweise dünne Baumwollhandschuhe oder Overalls anlegen, um schlimme Hautschäden zu vermeiden.

Immer weiterschmieren, auch wenn die Haut gesund aussieht“, rät Bruno Langmeier, Vater eines dreijährigen Neurodermitikers, denn vermeintliche Besserung gibt es meist nur kurzfristig. In der Pubertät der Betroffenen stellt sich die Krankheit oft von selbst ein, die Zeit bis dahin gilt es aber mit einer gut abgestimmten Therapie zu überbrücken.

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