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Rückenprobleme im Job: Der heimliche Leistungs-Killer

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Rückenprobleme im Job sind eine echte Beeinträchtigung.

Rückenprobleme im Job sind eine ernstzunehmende gesundheitliche Beeinträchtigung. Mehr als 80 Prozent aller Erwachsenen haben oder hatten in ihrem Leben bereits mit Problemen im Rücken zu kämpfen. Am häufigsten betroffen ist dabei die Lendenwirbelsäule, also der unterste Abschnitt der Wirbelsäule, der noch aus Wirbeln besteht, die nicht miteinander verwachsen sind.

 

Rund 40 Prozent aller Frühpensionierungen lassen sich auf Beschwerden im Wirbelsäulenbereich zurückführen. Grund genug, frühzeitig darauf zu achten, dass es zu solchen Beschwerden gar nicht kommt oder dass bereits bestehende Beschwerden zumindest gelindert werden.

Hohe Kosten durch Rückenschmerzen

Ideal ist es natürlich, wenn Rückenprobleme im Job erst gar nicht auftauchen. Das ist jedoch die Ausnahme: Nur gut 15 Prozent aller Menschen leiden ihr Leben lang nie unter Schmerzen im Wirbelsäulenbereich.

 

Mit Rückenproblemen sind oft sehr lange krankheitsbedingte Ausfälle verbunden. Das kostet ein Unternehmen viel Geld. Manchmal ist es den Betroffenen gar nicht mehr möglich, ihre Arbeit weiter zu verrichten. Sie müssen in Frührente und gehen dem Arbeitsmarkt als wertvolle Mitarbeiter verloren.

 

Hauptbeschwerdebereich Lendenwirbelsäule

Am meisten betroffen ist der untere, bewegliche Teil der Wirbelsäule, die Lendenwirbelsäule. Auf diesen Bereich wirken die größten Belastungen. Muss etwa die Halswirbelsäule nur mit dem Gewicht des Kopfes "fertig werden", so trägt die Lendenwirbelsäule alles, was ein Mensch mit sich herumschleppt.

 

Eine falsche Sitzhaltung und eine ergonomisch ungünstige Sitzgelegenheit wirken sich besonders auf diesen Bereich aus. Schnell bildet sich im Lendenwirbelbereich ein Hohlkreuz, wenn dieser Abschnitt der Wirbelsäule nicht ausreichend unterstützt wird oder eine ungünstige Sitzhaltung aufgezwungen wird. Die Bandscheiben geraten in Bedrängnis. Muss der Mitarbieter oder die Mitarbeiterin diese Haltung acht Stunden am Tag beibehalten, sind Rückenprobleme im Job quasi vorprogrammiert. Hier helfen ergonomisch ausgereifte Büromöbel und ein Arbeitsalltag, in den Bewegungspausen fix eingeplant sind.

 

Vorbeugung: Je früher desto besser

Damit es gar nicht zu Rückenproblemen im Job kommt, ist Vorbeugung wichtig. Der beschwerdefreie Rücken stützt sich auf zwei Säulen der Vorsorge: Auf der einen Seite ist regelmäßige Bewegung, die die Rumpfmuskeln kräftigt, wichtig.

 

Ausschlaggebend ist aber die Arbeitsplatzgestaltung. Am Arbeitsplatz verbringen Menschen bis zu ein Drittel ihres Lebens. Es ist daher sinnvoll, auf die Einrichtungsgegenstände, die sie in dieser Zeit nutzen, besonderes Augenmerk zu legen.

 

Ergonomisch angepasste Möbel

Mit den richtigen Einrichtungsgegenständen wird der Rücken während der Arbeitszeit nicht nur weniger belastet, er kann sogar entspannen und auf diese Weise geschont werden. Wichtig ist, dass die Möbel nach ergonomischen Maßstäben gestaltet sind und sich exakt an den Menschen anpassen lassen, der sie nutzt. Menschen sind sehr unterschiedlich gebaut.

 

Das betrifft nicht nur ihre absolute Körpergröße, sondern auch die Länge der Gliedmaßen und des Rückens, sowie der für diesen Mensch typische Haltung. Mit den richtigen Möbeln ist es unter anderem möglich, auch auf bereits bestehende Beeinträchtigungen Rücksicht zu nehmen und entsprechend dort zu stützen, wo der Körper Stütze benötigt und dort Freiraum zu geben, wo Beweglichkeit sinnvoll ist.

 

Bewegung, aber richtig

Eine weit verbreitete Ursache für Rückenprobleme im Job ist die Tatsache, dass es heute mehr bewegungsarme Arbeitsplätze gibt als jemals zuvor. Rückenschmerzen können wesentlich gelindert werden - oder gar nicht erst auftreten -, wenn die Rumpfmuskulatur gut in Form ist. Die Wirbelsäule erhält auf diese Weise eine feste, aber flexible Stütze und Verformungen oder gar Bandscheibenvorfälle treten gar nicht oder erst später auf.

 

Sie fallen dann oft nicht so schmerzhaft aus oder verlaufen sogar symptomlos. Für ein Unternehmen kann es daher sinnvoll sein, den Mitarbeitern Trainingsprogramme zur Verfügung zu stellen oder zumindest eine Beratungsmöglichkeit - etwa beim Betriebsarzt oder einem Physiotherapeuten - einzurichten. Die Mitarbeiter können auf diesem Wege lernen, sich rückenschonend zu bewegen und die müde Rumpfmuskulatur wieder fit zu bekommen.

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