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Skiunfall - So gibt man richtig Erste Hilfe auf der Piste?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:52
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und schon ist Spaß auf den Pisten vorbei.

Bei Schnee und Sonnenschein raus auf die Piste, darauf freuen sich jedes Jahr tausende Touristen in den Skigebieten. Doch ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, ein übermütiger Sprung, einen Haken ohne vorher nach hinten geschaut zu haben - und schon ist der Traum vom Spaß auf den Pisten vorbei.

  • Wie gefährlich solche Unfälle wirklich sein können wissen dabei leider die wenigsten, und daher sind auch nicht wenige mit der Erstversorgung der Verletzten direkt auf der Piste überfordert. 
  • Daher empfiehlt es sich dringend, über mögliche Eventualitäten vorbereitet zu sein, denn gute Erste Hilfe kann im Ernstfall sogar Leben retten.

  1. Auch wenn Sie kein Medizinstudium absolviert haben, können Sie Verletzten helfen. Wenn Sie zu einem Unfall hinzukommen, gilt es als erstes, den Gestürzten vor weiteren Verletzungen zu bewahren. 
  2. Vor allem in unübersichtlichen Kurven, hinter Kuppeln und unter Schanzen besteht höchste Gefahr, dass weitere Sportler in den Verletzten fahren oder auf ihn springen. Bringen Sie deshalb unbedingt in ausreichendem Abstand an einer gut sichtbaren Stelle ein "Warndreieck" aus gekreuzten, in den Schnee gesteckten Ski an.
  3. Als nächstes ist eine Untersuchung des Patienten an der Reihe. Dabei sollten Sie beruhigend zum Verletzen reden und ihm genau erklären, was Sie tun. 
  4. Zunächst sollten Sie überprüfen, ob der Patient bei Bewusstsein ist. Sprechen Sie ihn dazu direkt an und klopfen ihm leicht auf die Wangen. 
  5. Bei Bewusstlosigkeit, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. 
  6. Als nächstes müssen Atmung und Puls überprüft werden. 
  7. Stellen Sie keine Atmung und/oder keinen Puls fest, müssen Sie ihn unbedingt, Wiederbelebungsmaßnahmen treffen. Ist Ihr Patient jedoch ansprechbar, dann sollten Sie ihn komplett nach Verletzungen untersuchen. 
  8. Nach der Untersuchung muss ein Arzt gerufen werden. Falls sie kein Handy bei sich haben, bitten Sie weitere Passanten, an der nächsten Liftstation einen Arzt rufen zu lassen. Verlassen Sie selbst den Patienten niemals, denn er braucht ständige Betreuung!
  9. Während Sie auf den Arzt warten, müssen Sie dafür Sorge tragen, dass der Verletzte nicht friert. Im Notfall wickeln Sie ihn vorsichtig in ihre eigene Jacke. Zudem sollten Sie versuchen, Blutungen zu stillen und den Verletzten bei Bewusstsein zu behalten.
  10. Wenn Sie den Verdacht auf innere Verletzungen haben, müssen sie den Patienten mit angewinkelten Beinen lagern, wenn Sie befürchten, er könnte an einem Schädel-Hirn-Trauma leiden, sollten Sie den Oberkörper um ca. 30° hochlagern, ebenfalls bei Verletzungen des Brustkorbs.
  11. Auf gar keinen Fall sollten Sie jedoch versuchen, ausgerenkte Gelenke wieder einzurenken! Sie verursachen dem Verletzten dadurch nur unnötige Schmerzen und ein Laie kann dies meist nicht richtig tun. Überlassen Sie solche Dinge unbedingt dem Notdienst!
  12. Wenn der Notarzt dann eingetroffen ist, wird dieser den Verletzten noch einmal gründlich untersuchen, bevor er abtransportiert werden kann. 
  13. Dazu sollten Sie sich darauf einstellen, dass die Ärzte von Ihnen eventuell Informationen wie Art und Zeitpunkt des Unfalls, Alter des Patienten, Art der Verletzungen, Zustand des Verletzten und Auskünfte nach den Maßnahmen, die Sie selbst getroffen haben, braucht. 
  14. Die Ärzte werden dann entscheiden, ob der Verletze mit einem Schlitten oder einem Hubschrauber abtransportiert werden muss.

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