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Sonnenallergie vorbeugen und behandeln - So geht's

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:26
Hinter der Bezeichnung "Sonnenallergie" stecken viele verschiedene Formen von Hautreaktionen. Nicht immer handelt sich dabei um eine richtige Allergie.

Sommer, Sonne, Urlaubszeit! Endlich wieder ins Freibad gehen oder sich im Urlaub am Strand sonnen! Doch nicht für jeden ist die Sonne ein Genuss. Etwa 10 bis 20 Prozent aller Europäer bekommen durch den Kontakt mit Licht eine Hautreaktion, die im Volksmund auch als "Sonnenallergie" bekannt ist. Hier erfahren Sie mehr zu den Ursachen sowie Tipps zur Vorbeugung und Behandlung der Sonnenallergie.

Arten von Sonnenallergien

Polymorphe Lichtdermatose (PLD)

  • Symptome der polymorphen Lichtdermatose
  • Die polymorphe Lichtdermatose äußert sich oft als juckende Knötchen, Bläschen, Quaddeln und Papeln und ist die am häufigsten auftretende Form der Sonnenallergie. Sie tritt meistens an Hautstellen auf, die direkt mit der Sonne in Kontakt kommen wie z. B. Gesicht, Hals und Arme. Die Symptome treten meist nach dem ersten richtigen Kontakt mit der Sonne auf.
  • Ursachen der polymorphen Lichtdermatose:
  • Die Ursachen der polymorphen Lichtdermatose sind noch nicht ganz geklärt. Ärzte vermuten, dass es sich bei der PLD um eine autoimmune Reaktion auf UV-Licht, vorwiegend UV-A-Strahlen, handelt. Wenn die Haut mit dem UV-Licht in Berührung kommt, verursacht dies eine leichte Veränderung in den Hautzellen.
  • Bei einer polymorphen Lichtdermatose beginnt der Körper gegen diese Veränderung anzukämpfen, was eine juckende Hautreaktion verursacht. In einigen Fällen verschwinden die Symptome der Lichtdermatose von alleine, selbst wenn sich die betroffenen Personen weiterhin der Sonne aussetzen. In der darauffolgenden Saison tauchen die Symptome aber erneut auf.

Mallorca-Akne

  • Symptome der Mallorca-Akne:
  • Bei der Mallorca-Akne entstehen an Hautstellen, häufig an den Schultern,  am Rücken, im Brustbereich und an den Oberarmen, Knötchen, die einer Akne ähneln. Häufig betroffen sind Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren, oft nachdem sie sich im Urlaub lange der Sonne ausgesetzt haben. Bis die Knötchen wieder verschwinden, kann es oft mehrere Wochen dauern.
  • Ursachen der Mallorca-Akne:
  • Die Mallorca-Akne entsteht durch das Auftragen von fetthaltigen Sonnenschutzmitteln, die in Verbindung mit Schweiß, bei einigen Personen die Haarfollikel verstopfen und so zu einer Hautentzündung führen.

Fotoallergische Reaktion

  • Symptome der fotoallergischen Reaktion:
  • Bei der fotoallergischen Reaktion entsteht ein bis zwei Tage nach Sonneneinwirkung eine akute Entzündung auf der Haut. Wenn diese Hautentzündung wochenlang anhält, kann sich ein chronisches Ekzem bilden. Die Hautentzündung tritt zunächst an unbedeckten Stellen auf, kann sich aber auch auf Hautstellen, die nicht mit der Sonne in Berührung gekommen sind, ausdehnen.
  • Ursachen der fotoallergischen Reaktion:
  • Bei der fotoallergischen Reaktion handelt es sich um eine Allergie, die durch UV-Filter in Kosmetika, z. B. Cremes oder Salben oder durch Medikamente, z. B. Antibiotika, hervorgerufen wird. Die fotoallergische Reaktion tritt nicht so häufig auf wie die polymorphe Lichtdermatose.

Fototoxische Reaktion

  • Symptome der fototoxischen Reaktion:
  • Die fototoxische Reaktion äußert sich so ähnlich wie ein Sonnenbrand. Nach ein paar Stunden in der Sonne beginnt die Haut rot zu werden und zu brennen. Es kann auch zu Schwellungen und Bläschen kommen. Die Reaktion kann aber auch erst nach ein paar Tagen auftreten. Die betroffenen Stellen bleiben durch die stärkere Pigmentierung oft dunkler, was mehrere Monate anhalten kann.
  • Ursachen der fototoxischen Reaktion:
  • Die möglichen Ursachen für die fototoxische Reaktion sind Medikamente, z. B. Diuretika und bestimmte Antibiotika oder Johanniskraut. Zeigen sich die Hauterscheinungen am Unterschenkel, so können auch Gräser die Ursache sein. Bestimmte Stoffe in den Gräsern, die Furokumarine, können Hautreaktionen verursachen, wenn die betroffenen Stellen mit Sonnenstrahlung in Berührung kommen.

Licht-Urtikaria

  • Symptome der Licht-Urtikaria:
  • Die Licht-Urtikaria äußert sich durch juckende Quaddeln, die innerhalb weniger Sekunden bis Minuten nach Sonnenbestrahlung auftreten können. Meist verschwinden diese innerhalb eines Tages wieder. Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Selten treten noch Symptome wie Kopfschmerzen, Atemnot, Übelkeit und Ohnmacht auf, die lebensbedrohlich sein können.
  • Ursachen der Lichturtikaria:
  • Die genauen Ursachen sind unbekannt. Die Lichturtikaria wird vermutlich durch UV-A-Strahlen, seltener durch UV-B-Strahlen ausgelöst. Es handelt sich um einen physikalischen Reiz, der sehr selten vorkommt. 

So können Sie die Sonnenallergie vorbeugen und behandeln

  • Schützen Sie Ihre Haut vor weiteren schädlichen Sonnenstrahlen. Gehen Sie nicht direkt in die Sonne und tragen Sie lange Kleidung und einen Sonnenhut. Wählen Sie Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 25, die auch vor UV-A-Strahlen schützen.
  • Bei Unverträglichkeit gegen die UV-Filter können Sie Sonnenschutzmittel mit Zinkoxid oder Titanoxid wählen. Diese haben keine chemische, sondern eine reine physikalische Wirkung: Die Sonnenstrahlen werden reflektiert.
  • Verzichten Sie auf fetthaltige Sonnenschutzmittel, wenn Sie an der Mallorca-Akne leiden. Wählen Sie fettfreie Sonnenschutzcremes. Die Ausschläge können Sie zunächst mit kalten Umschlägen behandeln. Bei starkem Juckreiz können Sie sich auch eine Kortisonsalbe von Ihrem Hautarzt verschreiben lassen. Kortisontabletten erhalten Sie bei besonders schlimmen Beschwerden.
  • Wenn Sie eine Licht-Urtikaria haben, können Sie Antihistaminika gegen den Juckreiz einnehmen.
  • Bei einer echten Allergie gegen bestimmte Substanzen, z. B. Medikamente, Salben oder Cremes, oder einer fototoxischen Reaktion, müssen Sie die Allergene komplett meiden. Ziehen Sie hierzu Ihren Allergologen oder Hautarzt zu Rate.
  • Wenn Sie an der polymorphen Lichtdermatose leiden, können Sie Ihre Haut schrittweise an die Sonne gewöhnen. Setzen Sie Ihre Haut schon zu Beginn der Saison und oft, aber immer nur kurzzeitig, der Sonne aus. Gehen Sie aber nicht in die Mittagssonne. Sie können diese Gewöhnungstherapie auch bei Ihrem Hausarzt mithilfe einer UV-Bestrahlung durchführen. Auch bei einer Licht-Urtikaria ist diese Therapie empfehlenswert.

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