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Starker Blutverlust - Was tun?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Von kleinen Kratzern oder Schürfwunden, über mittelschweres Nasenbluten bis hin zu lebensbedrohlichen Amputationsunfällen.

Von kleinen Kratzern oder Schürfwunden, über mittelschweres Nasenbluten bis hin zu lebensbedrohlichen Amputationsunfällen – alles lässt uns bluten und die Folgen erinnern uns regelmäßig daran, dass wir auf unsere knapp 6 Liter Blut besser aufpassen sollten.

Bitte beachten

Aber wann wird Blutverlust zur wirklichen Gefahr?

  • Experten bezeichnen einen Blutverlust von 0,5 Litern regelmäßig als kritisch - sprich behandlungsbedürftig. 
  • Je nach körperlicher Beschaffenheit und Gesundheitszustand des Verletzten kann schon der Verlust von einem Liter Blut eine ernste Lebensgefahr darstellen. Üblicherweise herrscht aber, bei gesunden Erwachsenen, erst ab deutlich über einen Liter Blutverlust Lebensbedrohung.
  • In typischen Unfallsituationen ergibt es sich allerdings selten, dass das austretende Blut zu Anschauungszwecken direkt in einen Messbecher tröpfelt. 
  • Um sich nun nicht auf's Schätzen verlegen zu müssen, bietet es sich an, anhand der körperlichen Symptome des Verletzten einzuschätzen, wie kritisch der Blutverlust ist. Außerdem können Einblutungen ins Körperinnere so ebenfalls erkannt werden. 
  • Ist eine stark erhöhte Herzfrequenz, bei schneller aber schwächer werdendem Puls , sowie das langsame Erkalten der Extremitäten festzustellen, kann von schwerwiegendem Blutverlust ausgegangen werden und schnelle Hilfe ist geboten. 
  • Es droht ein lebensgefährlicher Volumenmangelschock.

Welche Hilfsmaßnahmen sind anzuwenden?

  1. Während man kleinere Blutungen auch den Heilungsvorgängen des Körpers überlassen kann, ist bei solchen Notfallsituationen schnelles, koordiniertes Handeln gefragt. 
  2. Die erste Maßnahme kann hier nur die Verständigung von Rettungssanitätern sein. Sobald die Profis dann unterwegs sind, darf man sich selbst als Lebensretter beweisen. 
  3. Das nächstliegendste wäre natürlich die Blutung zu stillen: Man greift sich das nächst beste, einigermaßen sterile Material (Mullbinden, Verbandsmaterial oder wenn's sein muss Muttis frisch gewaschene Spitzendeckchen) und presst, mit ein wenig Gefühl in die Wunde. 
  4. Notfallmediziner raten dringend dazu, hierbei wirklich Hand anzulegen und das Leben des Betroffenen nicht irgendwelchen Verbänden zu Überlassen. 
  5. Wer schon mal davon gehört hat, dass man Blutungen an Armen und Beinen durch das Abbinden von Extremitäten oder das Zupressen irgendwelcher Blutgefäße stillen kann, darf das getrost wieder vergessen. 
  6. Als medizinischer Laie ohne Kenntnis vom Verlauf der Gefäße richtet man mit solchen Maßnahmen regelmäßig mehr Schaden als Nutzen an.
  7. Ärzte und Sanitäter übernehmen nun hoffentlich möglichst zeitnah die Wundversorgung und stabilisieren durch die Zufuhr von Kochsalzlösung oder wahlweise Kokousnussaft, (der sich aufgrund seiner isotonischen und keimfreien Beschaffenheit genauso eignen würde) den Kreislauf des Verletzten.

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