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Letztes Update am 11.03.2015, 15:57
Juckreiz, Kratzen, Verschlechterung – Neurodermitis wird häufig auch für Kinder zur Qual.

20 Prozent der Kinder sind weltweit von der chronischen Hautkrankheit der Neurodermitis betroffen. Wer an den juckenden Ekzemen leidet, gerät schnell in einen unerträglichen Kreislauf.

 

„Stellen Sie sich vor, Ihr gesamter Körper ist ständig von Gelsenstichen überzogen“, beschreibt der Kinderarzt Karl Zwiauer den Gefühlszustand eines Betroffenen. Namen hat die weit verbreitete Erkrankung viele: Atopisches Ekzem, atopische Dermatitis, endogenes oder konstitutionelles Ekzem, Prurigo Besnier oder Asthmaekzem. Eines aber verbindet alle Patienten, nämlich der Wunsch, buchstäblich „aus der Haut fahren“ zu wollen.

Die Qual in Schüben

Der Neurodermitis zugrunde liegt sozusagen ein Strukturdefekt der Haut, die tatsächliche Ursache der Erkrankung ist trotz vielfältiger Forschungsarbeiten noch nicht bekannt. Die schubweise auftretenden Juckattacken sind zwar nicht ansteckend, aber vererbbar: Sind oder waren beide Elternteile selbst betroffen, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das eigene Kind ebenfalls Neurodermitis entwickelt, laut Apothekerkammer bei 60 bis 80 Prozent. Die Jüngsten sind es auch, die am häufigsten an der heimtückischen Krankheit leiden und am wenigsten mit ihr umzugehen wissen. Bei akuten Schüben ist der Juckreiz enorm, die Disziplin, in so einem Fall nicht zu kratzen, ist schwer aufzubringen. Durch dieses Kratzen entstehen jedoch wiederum Entzündungen, die den Zustand stark verschlechtern können.

Lähmende Ohnmacht

Sein Kind unter den unerträglichen Ausschlägen leiden zu sehen, ist auch für Eltern eine enorme Herausforderung. Nur schwer kann man sich in so einer Situation im „Dschungel“ der Therapieangebote orientieren. Die Behandlung der Hautkrankheit muss dabei unbedingt individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt werden, meist wird mit einer Kombination von Cremes und Medikamenten gearbeitet. Um die Kinder vom Kratzen abzuhalten ist es außerdem ratsam, das gesamte Umfeld der Kleinen – also Familie und Bekannte – von der Neurodermitis in Kenntnis zu setzen. Oftmals überfordern sichtbare Symptome wie trockene, entzündete oder gerötete Hautpartien andere Personen. Deren Irritation erzeugt wiederum Unsicherheit und Unruhe beim Patienten und der ausgelöste Stress kann schließlich zu einer Verschlechterung der Situation führen.

Neurodermitis entwickelt sich zu einer immer häufiger werdenden Hautkrankheit, von der vor allem die Kleinsten und Wehrlosesten betroffen sind. Die Erkrankung hat viele Gesichter: Je nach Patient muss sie vollkommen individuell behandelt und eingestuft werden.

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