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Tilidin - Wirkung und Gefahren der Droge

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:29
Tilidin ist ein in der Medizin häufig eingesetztes Schmerzmittel – wie Heroin oder Morphium gehört es der Gruppe der Opioide an.
Neue Statistiken zeigen: Allein in Berlin werden um die 3000 Rezeptfälschungen aufgedeckt, um Tilidin illegalerweise in Apotheken zu kaufen.

Factbox

  • Es ist ist ein Schmerzmittel
  • BtM seit Januar 2013
  • Es wird eingesetzt bei mittleren bis Starken Schmerzen
  • Es löst in Reinform einen Rausch aus, ähnlich wie Heroin
  • Gerade Jugendliche geraten in die Sucht
  • Großer Schwarzmarkt im Osten Deutschlands
  • Sehr günstig mit einem Preis von ca. 60€ pro 50mL

Tilidin - Informationen rund um die Droge

Der Stoff

Tilidin ist ein Schmerzmittel – ein sogenanntes Analgetikum – mit welchem häufig Patienten mit starken Schmerzen behandelt werden. Aufgrund seiner einfachen Darreichungsform in Kapsel-, Pillen- oder Tropfenform, sowie seines niedrigen Preises wird es in Deutschland sehr häufig verschrieben. Ein weiterer Vorteil ist, dass Tilidin im Gegensatz zu anderen Schmerzmitteln dieses Wirkungsgrades schonender gegenüber Niere, Leber und Magen arbeitet. Die Wirkung tritt bei oraler Einnahme bereits nach 15-20 Minuten ein und hält dabei bis zu 6 Stunden an.

 

Der Rausch und die Sucht

Die Droge wirkt im Gegensatz zu Morphium oder auch Heroin sehr sanft, es kommt zu keinem „kick“ oder „Flash“, wie es von Abhängigen genannt wird. Eher vergleichbar mit Alkohol tritt die Rauschwirkung langsam ein. Dies hängt jedoch auch mit der Darreichungsform zusammen: Während die meisten Abhängigen die Drogen spritzen, also intravenös einführen, was zu einem schnellen und starken Rausch führt, wir Tilidin im Normalfall oral eingenommen. Dies führt zu einem langsameren Rauscheintritt. Der Konsument wird euphorisch, aufgehellt, wacher und das Angstempfinden wird gemindert. Das Suchtpotenzial liegt aufgrund des schwächeren Rausches unter dem von anderen Schmerzmitteln, ist jedoch keinesfalls zu unterschätzen. Die Entzugserscheinungen sind nämlich ähnlich: Phantomschmerzen, chronische Angstzustände bis hin zu Paranoia sowie Zitterattacken am ganzen Leib sind die Symptome.

 

Die Prävention

Tilidin ist noch nicht sehr lange als Suchtmittel bekannt. Daher stecken die Versuche, den Missbrauch dieses Stoffes zu unterbinden, noch in den Kinderschuhen. Neben allgemeinen Präventionskampagnen ist die chemische Verbindung seit Januar 2013 als Betäubungsmittel eingestuft. Das bedeutet, dass der Handel apothekenpflichtig und der Besitz rezeptpflichtig wird. Handelt man also außerhalb lizensierter Apotheken mit diesem Mittel, oder kauft es, macht man sich laut Betäubungsmittelgesetz strafbar. Ein Versuch, den Konsum der Droge einzuschränken, wurde schon im Dezember 2011 unternommen: Für Medikamentenhersteller ist es nun Pflicht, dem Mittel zu 7,5% Naloxonhydrochlorid beizumengen. Dadurch kann das Medikament seine Rauschwirkung nicht, oder zumindest nicht vollständig, entfalten. Trotzdem gibt es, gerade an der Grenze zu Polen und Tschechien, einen großen Schwarzmarkt für diese Substanzen, da gerade Jugendliche von der einfachen Einnahme und dem niedrigen Preis angelockt werden.

 

Was kann ich tun?

Solltest du oder jemand in deinem Umfeld Probleme mit der Tilidinsucht haben, kontaktiere am besten die Hotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter 01805 313031. Diese können dich an Beratungsstellen in deiner Nähe weitervermitteln und nähere Tipps in deinem Individualfall geben.

Weiterführende Themen:

Alles rund um die Droge Tilidin (Wikipedia)

Wie erkennt man Anzeichen von Drogenmissbrauch?

Drogen und deren Wirkung?

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