Foto: Shutterstock.com

Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber - Was tun?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:52
Das Pfeiffersche Drüsenfieber gehört zu den weitverbreiteten Infektionen.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber (auch Pfeiffer-Drüsenfieber oder Morbus Pfeiffer genannt) gehört zu den weitverbreiteten Infektionen, die etwa 95 % der Deutschen erlebt und schadlos überstanden haben.

Woher kommt es und wie kann ich es kriegen?

Erreger dieser meist harmlos verlaufenden Erkrankung ist das Ebstein-Barr-Virus, eines der vielen aus der Gruppe der Herpes-Viren. Bei der Infektion mit Ebstein-Barr-Viren kommt es allerdings nicht zu dem sonst dem Herpes zugeordneten Lippenbläschen. Die Krankheit verläuft eher im Hals und an den inneren Organen.

Die Übertragung ist nicht vollständig erforscht. Klar scheint zu sein, dass Tröpfcheninfektion ein Übertragungsweg ist. Der Austausch von Körperflüssigkeiten ist ganz sicher ein Auslöser, da der Erreger im Speichel in hoher Zahl nachgewiesen werden kann. Aus diesem Grund führt die Krankheit in England den Namen Kuss-Krankheit (Kiss-Desease).

Ich habe geküsst – bin ich jetzt infiziert?

  1. Beinahe sicher kannst Du davon ausgehen, dass Du Dich mit dem Erreger infizierst, wenn Du andere Menschen küsst. Oder Du infizierst sie. 
  2. Bei einer Durchseuchung von 95 % in Europa ist die Krankheit buchstäblich „in aller Munde“. Gefährlich wird sie uns nicht. 
  3. Lediglich Kleinkinder sind von einem Verlauf mit Komplikationen bedroht, die meisten Jugendlichen und Erwachsenen haben während der aktiven Erkrankungsphase Symptome, die einer Erkältung ähneln.


Verwechslungsgefahr mit anderen Erkrankungen, Diagnose, Heilung

 

  1. In aller Regel erkennt auch der Arzt die Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber nicht. Zu ähnlich sind die Symptome mit einer Halsentzündung. 
  2. Oftmals gehen die Patienten auch gar nicht zum Arzt, weil die Beschwerden nicht ernsthaft sind. So wird die Infektion meist erst im Nachhinein erkannt, durch einen Antikörpertest. 
  3. Nach der Infektion bildet sich ein Antikörperstatus, der zwar nicht lebenslang vor Neuaufflammen der Symptome schützt, sie jedoch in der Regel im Zaum hält. Der Betroffene verspürt kaum Symptome, verbreitet die Viren jedoch.
  4. Heilung gibt es leider nicht – wie bei allen Herpes-Viren. Wir tragen sie ein Leben lang mit uns herum. Lediglich dem Status des Immunsystems ist es zuzurechnen, ob die Erkrankung wiederkehrt oder wir sie ohne weitere Last ertragen können.


Komplikationen und andere Schwierigkeiten

  1. In den seltenen Fällen, in denen von Komplikationen berichtet wurde, kommt es zu Lungenentzündung, starker Verminderung der Granulozyten, infektiöser Blutarmut, Blutplättchenarmut, Gehirnentzündung, Leber- oder Milzschwellung, Herzmuskelentzündung, Gelbsucht und Nierenentzündung. Dann ist ein Krankenhausaufenthalt angezeigt.
  2. Schwierig wird es, wenn der Arzt die Erkrankung nicht diagnostiziert und Antibiotika verschreibt. 
  3. Von zwei Präparaten ist bekannt, dass sie zu schweren Ausschlägen auf der Haut führen. Deshalb unbedingt bei Verdacht auf einen Test bestehen oder auf das Antibiotikum verzichten.

Kommentare