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Wachstum des Menschen - Wie kann die endgültige Körpergröße bestimmt werden?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:52
Die Körpergröße eines Menschen ist in hohem Maße genetisch bedingt.
Auch die Qualität der Ernährung spielt eine Rolle, vor allem die Eiweißversorgung. Hungert ein Mensch während des Wachstums oder ist er krank, reduziert der Körper die Energiezufuhr für das Wachstum. Dieser Rückstand kann aber, wenn die Faktoren sich günstig entwickeln, bis zum späten Jugendalter nachgeholt werden.

Schon gewusst? Interessantes zu Wachstum und Körpergröße

  • Zu Ende des Mittelalters betrug die durchschnittliche Körpergröße bei Männern 1,66 m, bei Frauen 1,55 m. Am Beginn des 21. Jahrhunderts waren Männer in Deutschland im Durchschnitt 1,77 m groß, bei Frauen war die Durchschnittsgröße 1,65 m.
  • Die Körpergröße ist von der Lage des Körpers abhängig – im Liegen ist man bis 2 cm größer als im Stehen. Dafür ist in erster Linie die Spannung in den Gelenkverbindungen der Beine verantwortlich. Diese physiologische Besonderheit führt auch dazu, dass Erwachsene nach dem Tod etwa 2 cm größer sind als zu Lebzeiten.
  • Zudem verringert sich die Körpergröße im Tagesverlauf um ca. 0,5 bis 2 cm. Diese Verminderung entsteht hauptsächlich durch das Zusammendrücken der Bandscheiben.
  • Die einzelnen Körperteile des Menschen wachsen während Kindheit und Jugend nicht gleichmäßig. 
  • Bei Neugeborenen ist der Kopf verhältnismäßig am Größten, daraus resultiert das Kindchenschema. In der weiteren Entwicklung erfolgt zuerst das Längenwachstum, dann die Gewichtszunahme, auch „Füllphase“ genannt. 
  • Wärme und Licht spielen beim Wachstum des Menschen eine große Rolle : Im Sommer wächst man schneller und mehr als im Winter. Und: Im Wesentlichen ist das Wachstum des Menschen bis zum neunzehnten Lebensjahr abgeschlossen - besonders Männer können aber in geringem Maße weiterwachsen, bis sie etwa Vierundzwanzig sind.
  • Durchschnittlich ab dem 40 Lebensjahr beginnt man zu schrumpfen.

Die Bestimmung der endgültigen Körpergröße

  1. Eine ganz einfache Faustformel für die wahrscheinliche endgültige Körpergröße eines Kindes lautet: Die Summe der Körpergrößen beider Eltern dividiert durch zwei, bei Jungen werden sechs Zentimeter dazugezählt, bei Mädchen sechs Zentimeter abgezogen. Die Abweichung beträgt ca. 8,5 cm nach oben und unten.
  2. Im Internet – oder auch beim Kinderarzt – kann man die Wachstumskurve des Kindes in einem Somatogramm abbilden. Damit lassen sich durch Vergleiche mit dem Bevölkerungsdurchschnitt Vorhersagen für die zu erwartende Körpergröße nach dem Abschluss des Wachstums machen.
  3. Die Bestimmung der Knochenreife durch einen Facharzt erlaubt eine noch genauere Einschätzung. Bei vielen Menschen ist die Entwicklung einfach verzögert. So kann ein für sein Alter kleiner Zehnjähriger die Knochenreife eines Achtjährigen aufweisen. Demzufolge ist zu erwarten, dass sein Größenwachstum etwas verzögert erfolgen wird. 
  4. Für das Handskelett des Menschen gibt es viele Referenzwerte, anhand derer berechnet werden kann, wie groß das wahrscheinliche Gesamtwachstum eines Kindes oder Jugendlichen ist. Je größer die Wachstumsfugen der Knochen sind, umso mehr Wachstum ist zu erwarten. 

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