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Letztes Update am 18.11.2014, 10:43
Ebola beherrscht seit Wochen die Medien und scheint sich auch von Staatsgrenzen nicht aufhalten zu lassen.

Ursprünglich im Südosten Guineas ausgebrochen überzog das Virus schnell weite Teile Westafrikas. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) berichtet über 9.900 Erkrankungs- und 4.900 Todesfälle (Stand Oktober/November 2014). Die Dunkelziffer dürfte aber aufgrund fehlender Kontrollen in schwer zugänglichen Gebieten deutlich höher liegen.

 

Bestätigte Fälle in Spanien und den USA lassen dieses tödliche Virus auch in unsere so sicher geglaubte westliche Welt schwappen. Viele Menschen haben Angst vor einer ausgewachsenen Pandemie und malen sich Horrorszenarien wie in Endzeitfilmen aus aber wie realistisch sind solche Annahmen eigentlich? Um das zu erfahren, muss man sich das Virus ein wenig genauer anschauen.

Ebola - Das Virus:

Ebola ist ein Virus aus der Familie der Filoviridae. Es hat eine fadenförmige Gestalt und löst schweres Fieber aus, dass in bis zu 90% der Fälle tödlich endet. Es gibt einige Faktoren, die eine Ausbreitung recht schwierig machen:

  • Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen - in dieser Zeit sind Patienten nicht ansteckend. Die Ansteckungsgefahr ist erst nach Ausbruch der Erkrankung mit den typischen Krankheitssymptomen möglich.
  • Mensch zu Mensch Übertragung ist nur durch Kontakt mit Blut, Exkrementen, Erbrochenem oder anderen Körperflüssigkeiten möglich. Eine Übertragung durch die Luft ist also ausgeschlossen (ganz anders bei Grippeviren!).
  • Eine Übertragung durch Kontakt und/oder Verzehr von Wildtieren wie Affen, Flughunden, Stachelschweinen usw. ist möglich. Diese Gefahr besteht allerdings in unseren Breitengraden nicht.

Warum ist die Angst bei Ebola so groß?

Warum ist die Angst trotz allem so groß? Der Grund ist der schwere Verlauf der Erkrankung und die hohe Todesrate. Dazu kommt natürlich die verstärkte mediale Präsenz der Krankheit. Man ist sozusagen ständig damit konfrontiert.

Ein weiterer Faktor der eine Ausbreitung in Europa unwahrscheinlich macht ist die hervorragende medizinische Versorgung. Anders als in Afrika würde hier niemand auf die Idee kommen, eine erkrankte Person zu verstecken. In afrikanischen Ländern ist das Mistrauen gegen die moderne Medizin doch noch recht hoch und so kommt es vor, dass Familien ihre erkrankten Angehörigen nicht melden. Manchmal sind die Wege zu den Krankenhäusern auch schlicht zu weit bzw. es gibt keine Infrastruktur, die eine adäquate Versorgung ermöglicht.

Hier in westlichen Breiten sind Krankenhäuser und medizinisches Personal recht gut auf Szenarien dieser Art vorbereitet, was man am Verhalten und der Handhabung aktueller Fälle gut nachvollziehen konnte. All zu große Sorgen sind also völlig unbegründet.

Ebola-Fälle in der Vergangenheit:

Es gab übrigens auch in der Vergangenheit schon Ausbrüche die sich nicht nur auf Afrika beschränkt haben, sich aber nicht zu einer Pandemie entwickeln konnten:

  • 1976 - Ein Infizierter Labor-Angestellter in Birmingham
  • 1989/90 - Ebola wird in den USA an importierten Affen nachgewiesen. Kontaktpersonen entwickelten zwar Antikörper, erkrankten aber nicht.
  • 1992 - Importierte Affen wurden in Italien mit Ebola diagnostiziert.
  • 1996 - Ein infizierter Mediziner aus Gabun schleppte das Virus nach Johannesburg ein

Video-Doku: Ebola-Epidemie in Westafrika

Diese Doku-Reportage befasst sich mit der Ebola-Epidemie in Westafrika:

 

 

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