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Warum weinen wir?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Statistisch weinen Frauen viermal öfter als Männer und das meistens zwischen 20 und 22 Uhr.
Warum weinen wir überhaupt als einziges Lebewesen? Es ist bis heute noch nicht endgültig wissenschaftlich erwiesen. So kann jeder nach seiner eigenen Erfahrung die auf ihn passende Theorie nehmen, denn wir weinen aus unterschiedlichen Gründen. Der eine weint, weil er sich unglücklich oder hilflos fühlt. Der andere lacht Tränen. Zudem haben Umfragen ergeben, dass es dem einen nach dem Weinen besser geht, während es dem anderen widerrum schlechter geht.

Bitte beachten

  • Unstrittig ist nur, dass das Weinen beim Menschen eine Schutzfunktion des Auges erfüllen kann. 
  • Wenn Dämpfe wie beim Zwiebelschälen oder Fremdkörper wie Staubkörner oder Insektenreste in unser Auge gelangen, wird das Auge gereizt und gerötet. 
  • Die unbewusst produzierten Tränen reinigen nun unser Auge und spülen die meisten Fremdkörper durch den anschließenden Lidschlag wieder heraus.

Facts zum Thema Weinen

  1. Viele Psychologen sagen, das Weinen tue uns geht, da es unsere Seele reinigt. So waren bereits Hippokrates und Aristoteles Anhänger dieser Katharsis-Theorie, die Psychoanalytiker später übernahmen. Sie sehen es demnach mit Sorge, dass bis zur Pubertät Mädchen und Jungen etwa gleich viel weinen, aber die meisten Jungen es danach auf gesellschaftlichen Druck als "unmännlich" abtrainieren. 
  2. Daher solle man besser seine Emotionen herauslassen und weinen, als etwas in sich hineinzufressen. Nach medizinische Studien geht es einem Teil der Menschen nach dem Weinen jedoch nicht besser. 
  3. Die Tränenflüssigkeit unserer Augen ist leicht salzig und gering eiweißhaltig. Wenn wir nun in einem starken Erregungszustand sind, stellt unser Körper besonders viele dieser schädlichen Eiweißstoffe her. 
  4. Nach Meinung mancher Psychologen können wir krank werden, wenn sich zu viele dieser stressbedingten Eiweißstoffe im Körper angesammelt haben. 
  5. Durch das Weinen spülten wir die Eiweißstoffe aus unserem Körper heraus, was unser Immunsystem schont und zu Erleichterung und Beruhigung führt. Mediziner geben zwar zu, dass der Mensch giftige Substanzen beim Weinen aus dem Körper schwemmen kann. 
  6. Empirische Studien hätten jedoch ergeben, dass die Menge an tatsächlich ausgeweinten giftigen Stoffen vernachlässigbar ist. 
  7. Der Evolutionsbiologe Oren Hasson von der Universität Tel Aviv schließt aus der Evolutionsgeschichte, dass der weinende Mensch seinem Gegenüber signalisiert: "Ich bin unterlegen. Meine Sicht ist durch die Tränen eingeschränkt, weshalb ich mich weder verteidigen noch dich angreifen kann."
  8. Je nach Situation kann der Angreifer damit besänftigt werden. So beobachten manche Psychologen, dass ein weinender Mensch Mitgefühl erregt und wir uns eher um ihn kümmern.

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