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Was bedeutet verfärbter Urin?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Urin ist das Ausscheidungsprodukt der Nieren...
Reste des Nukleotiden- und Proteinabbaus werden als gelbe Flüssigkeit über die Harnwege aus dem Körper abgeleitet, der Flüssigkeitshaushalt nebst Elektrolytstatus wird reguliert. Zusammensetzung, Dichte, Helligkeit, Farbe und Geruch des Urins widerspiegeln verschiedene Stoffwechselvorgänge und erlauben Rückschlüsse auf Störungen und Krankheiten.

  • Die Farbe des Urins wird durch die enthaltene Konzentration des Produkts Bilirubin beim Abbau und der Erneuerung des Blutfarbstoffs Hämoglobin bestimmt.
  • Auch die Trink- und Ernährungsgewohnheiten widerspiegeln sich in der Farbe. Wer beispielsweise viel Rote Bete und damit viel Carotine und Betanine isst, dessen Urin verfärbt sich zeitweilig harmlos rot-orange. 
  • Die Intensität der gelben Farbe schwankt von sehr hell bei hypotonischem, wenig konzentriertem Urin in Folge empfohlener oder größerer Trinkmengen. Dehydration erhöht die Urinkonzentration und führt zur sattgelben bis orangeroten Urinfarbe. 
  • Auch eingenommene Medikamente verfärben den Urin meist unproblematisch. Aufklärung bringt diesbezüglich die Rückfrage beim Arzt oder Apotheker.
  • Verfärbungen des Urins sollen immer zur Kenntnis genommen und medizinisch abgeklärt werden.

Die Farbe des Urins zeigt desweiteren von Fall zu Fall verschiedene Krankheiten an.

  1. Blutbeimischungen färben den Urin orange bis rot. Sie deuten auf eine Porphyrie, eine sowohl erblich bedingte oder durch Gifte erworbene Störung bei der Bildung der roten Blutkörperchen hin, die ihrer Ernsthaftigkeit und der auftretenden Symphtome wegen sofort abgeklärt werden muss. Die Behandlung und Therapie ist hier nicht unproblematisch.
  2. Als Hämaturie werden Erkrankungen des Urogenitaltraktes bezeichnet, die sich ebenfalls in der Rotfärbung des Urins darstellen. Das können Infektionen, Harnsteine, Tumoren, Nierenentzündungen oder Krebstumore sein.
  3. Brauner Urin tritt bei Morbus Meulengracht auf. Dabei handelt es sich um eine relativ harmlose und weit verbreitete Stoffwechselstörung, den signifikant verlangsamten Erneuerungsprozess des Hämoglobin. Diese Disposition ist genetisch. Die Stoffwechselstörung verträgt sich nicht mit dem Schmerzmittel Paracetamol und verschiedenen HIV-Medikamenten. Obwohl Morbus Meulengracht eine harmlose Störung ist, sollte auch hier Aufklärung betrieben werden. 
  4. Weniger harmlos ist die Braun- oder Dunkelorangefärbung des Urins bei Gelbsucht, wenn sie insbesondere mit der Hellfärbung des Stuhls und der gelben Einfärbung von Haut, Schleimhäuten oder der Augenbindehaut verbunden ist. Es gibt verschiedene Formen der Gelbsucht, die zielgerichtet therapiert werden müssen. Die Farbe des Urins ist ein guter Einstiegsindikator.
  5. Schwarzer Urin ist Zeichen einer Melanurie. Oxidiertes Melanogen erzeugt diese Farbe und deutet auf ein Melanom hin. Melanome sind bösartige Tumore. Schwarzer Urin entsteht auch durch einen Enzymdefekt- oder Mangel mit nachfolgender Ausscheidung von Homogenisat, eines Aminosäureabbauproduktes. Diese Störung des Tyrosinstoffwechsels begünstigt Gelenkentzündungen, Verkalkung der Aortenklappen oder Nierensteinen und wird als Alkaptonurie bezeichnet.

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