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Was bewirken Jodtabletten bei einem Atomunglück?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Radioaktive Strahlung enthält gefährliche Chemikalien, die durch ein Atomunglück frei werden.

Die aktuellen Geschehnisse rücken die Frage wieder in den Vordergrund, was bei einem Atomunglück eigentlich zu tun ist, um gesundheitliche Schäden einzudämmen. Hierzu gehört auch die Frage, ob und welche Medikamente einzunehmen sind. Oft sind Jodtabletten hierbei in der Diskussion.

Warum?

Radioaktive Strahlung enthält gefährliche Chemikalien, die durch ein Atomunglück frei werden. Jodtabletten sollen verhindern, dass diese in der Schilddrüse gespeichert werden. Die Schilddrüse reguleitert die Jodspeicherung, d.h. sie entscheidet, wieviel Jod sie annimmt und unterscheidet dabei nicht zwischen radioaktivem Jod und solchem, das nicht radioaktiv ist. Wenn man die Schilddrüse mit harmlosem Jod sättigt, wird sie als Folge davon weniger oder überhaupt kein radioaktives Jod mehr speichern.

  • Die Jodtabletten, obwohl rezeptfrei, sollten nicht unbedingt auf eigene Initiative, sondern nur nach Empfehlung durch Behörden, etwa das Gesundheitsministerium, eingenommen werden. Der Staat hat für den Fall eines Atomunglücks vorgesorgt und hält Vorräte an Jodtabletten bereit, um die Bevölkerung im Notfall zu schützen.
  • Bei Personen mittleren Alters, d,h, so ab 45 Jahren besteht jedoch bei der wahllosen Einnahme von Jodtabletten die Gefahr einer Schilddrüsenerkrankung. Auch Personen mit Allergien gegen Jod könnten empfindlich reagieren.

  1. Der Schutz, den Jodtabletten bieten können, ist am effektivsten, wenn die Tabletten möglichst zur gleichen Zeit eingenommen werden würden wie die betreffenden Personen das radioaktive Jods einatmen.
  2. Sie sollten keine prophylaktische Behandlung mit Jodtabletten in Erwägung ziehen und sich statt dessen vor Augen halten, dass im Falle des Falles die Gesundheitsbehörden rechtzeitig Meldungen geben werden, damit nach einer einmaligen Einnahme von Jodtabletten die Bevölkerung geschützt ist.

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