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Was genau ist Ohrenschmalz?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Ohrenschmalz ist gar nicht so eklig.

Jeder Mensch produziert Ohrenschmalz. Es ist von leicht fester Konsistenz und ist kein Zeichen von mangelnder Hygiene. Ohrschmalz ist ein gut durchdachtes Produkt des eigenen Körpers und hat einige Funktionen. 

Fakten zu Ohrenschmalz

  • Ohrschmalz und Galle schmecken bitter.
  • In asiatischen Ländern kann Cerumen eine weiße Farbe haben.
  • Der Schweiß von Personen mit weißem Ohrschmalz riecht nicht.
  • Es gibt zwei unterschiedliche Gene für Cerumen. Danach ist das Cerumen entweder trocken oder feucht.
  • Verhärtete Ohrschmalzpfropfen können Tinnitus auslösen.

Die Zusammensetzung von Ohrenschmalz

In der Medizin wird Ohrenschmalz als Cerumen bezeichnet. Es hat eine gelbraune Farbe und einen bitteren Geschmack. Das ist nicht verwunderlich, denn ein Cerumen setzt sich aus Talg, abgestorbenen Hautschuppen, Schweißdrüsensekret, Schmutz, kleinen Haaren und Staubpartikeln zusammen. 

Entstehung und Funktion des Cerumens

Ohrenschmalz entsteht in den Ohren selbst. Es bildet sich in den Drüsen nahe der Ohrmuschel und bewegt sich kontinuierlich in Richtung Ohrmuschel. Der Transport erfolgt durch kleine Härchen. Auf seinem Weg reinigt das Schmalz den Gehörgang. Zudem dient es als natürlicher Schutz wie eine Barriere gegen Keime und Bakterien, denn Ohrenschmalz hat einen sauren ph-Wert. Kleine Insekten können durch das Cerumen nicht in das Innere des Ohres eindringen. 

Ohrenschmalzpfropf

Wenn das Cerumen durch übertriebene oder falsche Reinigung der Ohren in das Ohr zurückgeschoben wird oder die Sekretdrüsen übermäßig arbeiten, dann entsteht ein Ohrenschmalzpfropf. Er behindert die natürliche Reinigung der Ohren. Sitzt der Pfropf vor dem Trommelfell, dann können Schwerhörigkeit oder Tinnitusgeräusche eine Folge sein. Sie treten besonders dann auf, wenn der Pfropf durch Feuchtigkeit aufquillt. Einen Ohrschmalzpfropf können Allgemeinärzte und HNO-Ärzte mit einer Ohrspülung entfernen. 

Ohrschmalz und Ohrenausfluss

Ohrschmalz zur Selbstreinigung und Ausfluss aus dem Ohr sind zwei unterschiedliche Dinge. Ohrschmalz dient zur Selbstreinigung der Ohren. Ausfluss aus dem Ohr hat einen üblen Geruch und deutet auf eine Ohrenerkrankung hin. Sie bedarf ärztlicher Behandlung. 

Nicht mit Wattestäbchen reinigen

Durch Wattestäbchen wird der Cerumen zu einem Klumpen zusammengedrückt. Deshalb solltest Du das Ohr nur äußerlich reinigen. Ist Cerumen sichtbar, dann kann es abgewischt werden. Zum Ohrenschmalz entfernen gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Auch Wale haben Cerumen

Ohrenschmalz von Walen ist viel größer als menschliches Cerumen. Einige Forscher untersuchten im September 2013 das rund 25 Zentimeter lange Cerumen eines toten Blauwals. Sie konnten das Alter des Wales bestimmen. Durch eine chemische Ohrenschmalz-Analyse ließ sich unter anderem die Umweltverschmutzungen des Meeres zu bestimmten Zeiten nachweisen. 

 

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