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Was ist Adipositas?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Adipositas oder auch Fettleibigkeit ist eine Stoffwechsel- und Ernährungskrankheit, resultierend in hohem Übergewicht.
Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt Adipositas ab einem Bodymassindex (BMI) von 30 und mehr vor. Man unterscheidet dann zwischen drei Schweregraden. 

Fact Box

  • Adipositas: auch Fettleibigkeit ist eine Stoffwechsel- und Ernährungskrankheit
  • BMI gleich/über 30
  • Multidimensionale Ursachen: Überernährung, Bewegungsmangel, Sozio-kulturelle Faktoren, Adipositas infolge anderer Erkrankungen, genetische Faktoren, Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Folgen: erhöhtes Risiko an anderer Krankheit zu erkranken, psychische Belastungen
  • Behandlung: je nach Ursache unterschiedliche Therapie 

Ursachen

  • Besonders in Industrieländern ist Übergewicht keine Seltenheit mehr, aber auch Schwellenländer sind in den letzten Jahren immer mehr betroffen. Zu den wichtigsten Ursachen gehört eine Überernährung zusammen mit einem Mangel an Bewegung. Diese Kombination führt zu einer ungesunden Energiebilanz. Hinzu können sozio-kulturelle-Faktoren kommen, die die Erkrankung noch verstärken. Dazu gehören zum Beispiel fehlende geregelte Mahlzeiten, Frust, Stress, Langeweile, eine passive Freizeitgestaltung (Computer, Fernsehen), Geschmacksverstärker, wie Glutamat, die den Appetit anregen etc. Je geringer der Sozialstatus ist, desto häufiger tritt Übergewicht auf.
  • Studien deuten darauf hin, dass auch eine genetische Komponente beim Übergewicht eine Rolle spielt. Diese wird mit 70 % angegeben. Aber auch andere Krankheiten können Fettleibigkeit als Folgeerscheinung haben. Dazu gehören Störungen des Kortisolhaushaltes, eine Schilddrüsenunterfunktion und Glucosestoffwechselstörungen. Hier wird ein Zusammenhang mit dem Adenovirus durch eine Infektion vermutet. Daher ist es denkbar, dass einige Formen von Adipositas auf eine Infektion mit diesem Virus zurückgeführt werden können. Der Virus kann Stammzellen zu Fettzellen transformieren. 
  • Während es bei einigen Medikamenten so ist, dass sie die Nebenwirkung „Gewichtszunahme“ haben, wie Antidepressiva, Insulin, Neuroleptika etc., gibt es andere, wie zum Beispiel Viagra oder Sympathomimetika, die beim Absetzen zu einer Gewichtsabnahme führen. 

Folgen

  • Eine Folge von Adipositas ist ein hohes Risiko an einer Herz-Kreislauf-Störung zu erkranken. Kommen noch andere Krankheiten, wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck hinzu, steigt das Risiko. 
  • Das Übergewicht erhöht die Wahrscheinlichkeit für andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Arteriosklerose, Herzinfarkte, Brustkrebs, Schlaganfälle und Arthrose. Außerdem ist es ein Risikofaktor für Demenzerkrankungen und eine Verringerung der kognitiven Leistungsfähigkeit. Es gibt außerdem Untersuchungen, dass ein erhöhter BMI zu einer Atrophie, also einem Gewebeschwund, bestimmter Hirnregionen führen kann und somit das Demenzrisiko steigt. 
  • Zu den gesundheitlichen Folgen kommen noch die psychischen hinzu: Die Betroffenen sehen sich oft als Außenseiter und Versager. Das kann dann zu wirtschaftlichen Schäden führen, da Übergewicht gesellschaftlich nicht toleriert wird und der Erkrankte damit beruflich und sozial abgrenzt wird. 

Behandlung

  • Je nachdem welche Ursachen der Adipositas zu Grunde liegen, differenzieren sich die Therapien. Ihnen ist jedoch die Gewichtsreduktion als Ziel gemein. Zu den therapeutischen Aufgaben zählen, das Essverhalten nachhaltig zu verändern, eine Psychotherapie anzusetzen, den Partner oder die Familie mit einzubeziehen und das Bewegungsverhalten zu verändern. Ganz entscheidend ist dabei eine positive Motivation.

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