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Was ist bei einem Spinnenbiss zu tun?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Allein der Anblick einer Spinne löst bei vielen Menschen nicht gerade positive Gefühle aus.
Ein hautnaher Kontakt ist undenkbar. Daher sollte besonders nach einem Spinnenbiss Ruhe und Besonnenheit bewahrt werden, denn eine wirkliche Gefahr besteht nur sehr selten.

Heimische Giftspinnen im Überblick

  • Kreuzspinne 
  • schmerzhafter Biss, starke Schwellung, evtl. temporäre Lähmung.
  • Kühlende Umschläge 
  • Wasserspinne
  • Biss (siehe Kreuzspinne), sehr unwahrscheinlich (Moor-Wasser)
  • Dornfinger
  • Anfangs brennend-stechende Schmerzen im Bissbereich, teilweise blau-rote Verfärbung, Anschwellung, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, eventuell erhöhte Körpertemperatur; Symptome nach drei Tagen abklingend. Schwellung und Rötung der Bissstelle für längeren Zeitraum
  • Wichtig: Ruhe bewahren, Bissstellen möglichst desinfizieren und mit Wundauflage versehen. Im Zweifelsfall und bei stärkeren Beschwerden unbedingt Arzt aufsuchen!

Giftspinnen in Deutschland

  • Einheimische Giftspinnen sind in Deutschland für den Menschen weder tödlich noch lebensbedrohend. Auch Berichte über Symptome nach einem Biss oder Erkrankungsbilder sind sehr selten. Spinnen flüchten in der Regel oder verhalten sich ruhig.
  • Nur wenn keine Flucht möglich ist, kann es im Einzelfall sein, dass sie angreifen. Ob man den Biss überhaupt merkt oder dieser überhaupt in die Haut eindringen kann, hängt letztendlich von der Größe und Kraft der Bisswerkzeuge ab. Ein Spinnenbiss ist in der Regel vergleichbar mit den Auswirkungen nach dem Stich einer Biene oder Wespe. Es kommt oft nur zum Schmerz, da Gifte nur beim Biss einer Giftspinne übertragen werden.
  • Die in Deutschland vorkommende Kreuzspinne und die Wasserspinne werden als schwach giftig eingestuft. Die Beißwerkzeuge der Kreuzspinne können meist nur sehr dünne Haut durchbeißen, wie sie bei Säuglingen oder Kleinkindern im Allgemeinen vorhanden sind. Aber auch hier ist ein Biss eher die Ausnahme. 
  • Anders sieht es beim Dornfinger aus. Der Biss kann schmerzhaft sein und das Gift kann Wirkung zeigen. Jedoch ist es selten, dass Menschen überhaupt mit der Spinne in Berührung kommen.

Spinnen außerhalb Deutschlands

  • Mittelmeerurlauber können durchaus Spinnen begegnen, deren Biss auch Folgen für sie haben kann. Im Allgemeinen dürfte dieses jedoch eher die Ausnahme sein und nur selten vorkommen. Oft trügt dann der Schein. Schnell erliegt man dem Mythos, der Spinnen im Allgemeinen anhaftet. 
  • Die Tarantel besitzt zwar ein Erscheinungsbild, das bei vielen Menschen Angst auslöst, doch das Gift ist relativ harmlos. Das Gift der bis zu 5 Zentimeter großen Spinne ist weniger gefährlich als das Gift der heimischen Kreuzspinne. Weniger bekannt ist dagegen die Malmignatte, die nur eine Körpergröße von maximal 1,5 Zentimetern besitzt, aber deren Biss durchaus gravierende Folgen haben kann. Verwandt ist die Malmignatte mit der Schwarzen Witwe, die vor allem im Süden der USA beheimatet ist. Der Körper der Malmignatte besitzt eine tiefschwarze Farbe. Charakteristisch für die Art sind meist die 13 Flecken am Hinterleib, die rot gefärbt sind. 
  • Es wird berichtet, dass nach dem Biss einer Malmignatte die Schmerzen innerhalb von circa 10 Minuten zunehmen können. Ferner kann es zu einer Lymphknotenschwellung, einem Blutdruckanstieg und zu Atembeschwerden kommen. Auftretende Angstzustände triggern die Symptome. Deshalb sollte beruhigend auf die Betroffenen eingewirkt werden und keine zusätzliche Hektik verbreitet werden, die eine Panikattacke auslösen könnte. Im Gesicht macht sich die Giftwirkung durch einen starken Schweißausbruch bemerkbar. Die Kau- und Kiefermuskulatur kann verspannt sein. Auch kann es zu lokalen Lähmungen kommen, besonders wenn der Biss im Nahbereich von Gelenken erfolgte. 
  • Treten diese Symptome nach einem Spinnenbiss auf, sollte unverzüglich, das heißt bei den ersten Anzeichen, ein Arzt aufgesucht werden. Bisse der Malmignatte sind sehr selten, da man normalerweise nicht mit ihnen zusammentrifft, da ihre Verbreitung auf karge Regionen mit spärlichem Bewuchs beschränkt ist. Auch sind diese Spinnen wenig angriffslustig. 
  • Die beste Prävention gegen Spinnenbisse sind geschlossene, möglichst hohe Stiefel und lange Hosen, die eng abschließen. Spinnen nicht die Fluchtmöglichkeit nehmen, keine Steine anheben oder in Erdlöcher greifen.

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