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Was ist bei Kreuzschmerzen zu beachten?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:49
Kreuzschmerzen bzw. Rückenschmerzen können vielfältigste Ursachen haben.

Kreuzschmerzen bzw. Rückenschmerzen können vielfältigste Ursachen haben. Es kann sich dabei um Verspannungen, z.B. durch einseitige Schreibtischarbeit ausgelöst, um Entzündungen, z.B. durch Luftzug verursacht, um einen Bandscheibenvorfall, z.B. bei ruckartigen oder immer wiederkehrenden falschen Belastungen der Wirbelsäule, um Osteoporose, welches eine Alterserscheinung ist, ein Ischias-Leiden, durch mechanische Irritation des Nervus Ischiadicus, oder um Schmerzausstrahlung anderer schwerwiegender Ursachen, wie beispielweise Angina Pectoris oder Nierenbecken-Entzündungen, handeln. 

In den meisten Fällen handelt es sich um Schmerzen, die durch einseitige Fehlbelastung und Muskelverspannungen ausgelöst werden. In etwa einem Drittel der Schmerzen, findet sich der Ausgang im Iliosakralgelenk (auch Kreuzbein-Darmbein-Gelenk). 
Wenn die Schmerzen in das Bein hinunter ausstrahlen, nennt man den Schmerz Lumboischialgie – hier ist Vorsicht geboten, da es sich bereits um einen Vorfall der Bandscheiben, also einen Bandscheibenvorfall, handeln kann.

  • Etwa 85 % aller Kreuz- und Rückenschmerzen sind auf harmlose Ursachen zurückzuführen. Hinter 15 % steckt demnach etwas Ernstes und man tut gut daran, einen Arzt zu konsultieren, um eine Abklärung dieser Schmerzen vorzunehmen. 
  • In den meisten Fällen gilt: wenn man den Schmerzen sofort nachgeht, kann Schlimmstes oft noch behoben werden, bevor es zu irreversiblen Schädigungen, wie sie aus manchen Bandscheibenproblematiken resultieren, kommt. 
  • Wenn die Schmerzen von einem anderen Organ ausgehen, ist in vielen Fällen „Feuer am Dach“ und eine rasche Abklärung muss erfolgen.

  • Arzt zur Abklärung der Ursache
  • Sport zur Lockerung
  • Sport zur Kräftigung
  • Ergonomische Möbel (z.B. Sessel, Tisch, ...)
  • Konsequenz im richtigen Heben und Tragen 
  • Sitzkeil-Kissen
  • Turngerät zum Rückentraining („Rückentrainer“- kostet um die 100 €)
  • Masseur, massierfreudigen Partner oder Massagestab
  • Muskelentspannungsbad
  • Wärmetherapeutische Maßnahmen, wie beispielweise Wärmeflasche 
  • Guten Physiotherapeuten

  1. Primär sollte ein Arzt konsultiert werden, der feststellt, woher die Schmerzen ausgehen. Etwa kann auch ein Herzinfarkt fälschlicherweise als „Kreuzschmerzen“ fehl gedeutet werden, was hinsichtlich dessen ein großes Problem darstellt, da bei einem Herzinfarkt oft rasche Intervention notwendig ist. Schmerzabklärung ist daher das Um und Auf. 
  2. Meistens liegt die Ursache bei einseitiger Belastung des Rückens einerseits und unzureichender Muskulatur andererseits. Hier muss auf Lockerung gleichermaßen wie auf Kräftigung geachtet werden. 
  3. Zur Lockerung eignet sich Laufen sehr gut (der Oberkörper muss dabei aber wirklich locker gehalten und mitgeschüttelt werden und nicht so angespannt verkrampft werden, wie dies bei vielen Läufern der Fall ist – sonst kehrt sich die Wirkung noch ins Gegenteil). 
  4. Zur Kräftigung existieren zahlreiche Rückenübungen. Ein sehr effektives Rückengerät ist ein „Rückentrainer“, welcher in den meisten Geschäften um die 100 € kostet: man hängt sich mit den Beinen ein und muss den Oberkörper immer wieder hochheben, sodass sich die Rückenmuskulatur anspannt. 
  5. Nach wenigen Wochen, sind jegliche Rückenschmerzen, welche aus unzureichender Muskulatur resultieren, verschwunden. 
  6. Verkrampfungen und Verspannungen können auch mit einem Muskelentspannungsbad, einer Massage (durch Masseur, Partner oder Massagestab) und wärmetherapeutischen Maßnahmen, wie beispielweise durch Auflage einer Wärmeflasche, therapiert werden. 
  7. Der Besuch eines Physiotherapeuten kann wahre Wunder bewirken, wenn es um Tipps und Tricks zum Thema Haltung, Heben, Tragen, Lockern (auch im Büro), usw. geht. Solche Einheiten können auch oftmals von der Krankenkasse genehmigt werden, nur sind die Therapiesitzungen dann wesentlich kürzer und gleichen oft einer Massenabfertigung. 
  8. Der Therapeut wird sicherlich lehren, dass schwere Gegenstände nur körpernahe getragen werden dürfen und man immer in die Knie gehen soll, wenn man etwas aufhebt. Sich nach vorne zu bücken, ist eine schwere Sünde für die Wirbelsäule. 
  9. Für schwere Bandscheibenleiden muss der Orthopäde konsultiert werden. Er kann beispielweise mit einer Infiltration (das Injizieren von schmerzstillenden Substanzen an die betroffene Stelle) die Schmerzen lindern. In äußerst schlimmen Fällen (schweren Bandscheibenvorfällen) muss der Betroffene sich einer Operation unterziehen. 
  10. Wer in seiner Arbeit viel sitzt kann durch das Unterschieben eines Keil-Kissens eines Gerade-Stellung der Lendenwirbelsäule bewirken (falls dort die Ursache zu finden ist – auch das weiß der Orthopäde). 
  11. Mittels regelmäßiger Massagen kann Rücken-Verspannungen schon vorgebeugt werden. 
  12. Übergewicht belastet die Wirbelsäule zusätzlich. Wer zuviel auf die Wage bringt, sollte seinem Rücken zuliebe abspecken.


Für Menschen die (beruflich, privat oder in der Ausbildung) viel (am Schreibtisch) sitzen gilt folgendes: 

  • Der Sessel muss in einer Höhe liegen, dass die Beine im 90° Winkel zum Boden aufsetzen. Für sehr kleine Menschen ist ein Fuß-Schemel unerlässlich, sonst geht die Fehlhaltung der Beine sofort ins Kreuz. 
  • Wenn man nun seine Arme im 90° Winkel der Ellenbeuge von sich streckt, muss der Schreibtisch genau in dieser Höhe liegen. Die meisten Menschen werden beim Abmessen feststellen, dass der Schreibtisch viel zu hoch ist. Auch 5-10 cm sind hierin schon zu viel. Man neigt nämlich für gewöhnlich dazu, den Schreibtisch zu hoch zu stellen. 
  • Wenn der Schreibtisch nicht höhenverstellbar ist, können unter Umständen die Beine (des Schreibtisches) abgesägt oder der Sessel höher gestellt werden und ein Fußschemel untergeschoben werden, um wieder die gewünschten 90°-Maße in den Kniekehlen und den Ellenbeugen zu erhalten. 
  • Wer sein Interieur gewaltig verstellen muss, wird die neue Lage in den ersten Tagen unangenehm empfinden – das ist normal, da sich der Körper und Haltungsapparat darauf einstellen müssen. Nach wenigen Tagen wird die neue Lage und Haltung komfortabler wahrgenommen. 
  • Der Computer-Bildschirm sollte ungefähr in der Höhe sein, dass die oberste Zeile des Bildschirms gerade aus vor dem Auge platziert ist. Die Tastatur sollte nahe beim Körper liegen (viele machen beim Abtippen den Fehler, dass das Schriftstück vor einem liegt und die Tastatur dahinter - zwischen Schriftstück und Monitor - was zu einer massiven Fehlhaltung führt). 
  • Auch wenn die gesamte Ausstattung korrekt eingestellt ist, wird es bei mehrstündiger Arbeit/Lernen immer zu Haltungsbeschwerden kommen. Die Lockerungs- und Kräftigungsmaßnahmen sind daher trotzdem sehr wichtig. 

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