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Was ist das Karpaltunnelsyndrom?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:17
Das Karpaltunnelsyndrom, im folgenden Text auch KTS genannt, ist ein Nervenkompressionssyndrom...

Das Karpaltunnelsyndrom, im folgenden Text auch KTS genannt, ist ein Nervenkompressionssyndrom, dessen Ursache meistens nicht zu klären ist. Die Beschwerden die durch das KTS auftreten werden durch eine Enge im Karpaltunnel hervorgerufen, welche zu einer Druckschädigung der Nerven führen. Die häufigste Ursache ist allerdings eine Sehnenscheidenentzündung und das daraus resultierende anschwellen der Beugesehnen, welche einen Druckanstieg im Karpaltunnel und somit das Karpaltunnelsyndrom auslösen.

Informationen rund um das Karpaltunnelsyndrom

Beschwerden des Karpaltunnelsystems:

  • Kribbeln oder Taubheit am Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Dies tritt vor allem bei Belastung und in der Nacht auf. Auch bei bestimmten Positionen des Handgelenkes wie beim Telefonieren, Fahrradfahren, Haare föhnen und ähnlichen Bewegungen treten diese Beschwerden auf. Viele Patienten beschreiben dies oft auch als Kribbeln und Einschlafen der Hände bzw. Finger.
  • Bei einem fortgeschrittenen Karpaltunnelsyndrom ist der Schwund der Daumenballenmuskulatur festzustellen. Soweit solltest Du dies aber nicht kommen lassen.
  • Teilweise ziehen die Schmerzen bis in den Schulter- und Nackenbereich.

 

Wie lassen sich die teilweise heftigen Schmerzen erklären?

  • Die Schmerzen lassen sich durch den erhöhten Druck im Karpaltunnel erklären. Kurzfristig kannst du diesen Druck wegnehmen, indem Du deine Hand einmal kräftig ausschüttelst.
  • Auch dies ist ein typisches Zeichen für ein Karpaltunnelsyndrom. Bei einer Operation, die den Druck entlastet, sind die Schmerzen in vielen Fällen bereits in der ersten Nacht vollständig verschwunden.


Mögliche Spätfolgen:

  • Schwund der Daumenballenmuskulatur
  • Im Endstadium sind einige Finger vollständige Taub und der Daumenballen zum Teil gelähmt. Dies sind bleibende Schäden.

 

Wie wird das Karpaltunnelsyndrom untersucht?

  • Eine genaue Untersuchung des Gefühlempfindens der Finger an der betroffenen Hand und die Kraft des Daumenballens sind wichtig. Um weitere kombinierte Krankheitsbilder neben dem KTS auszuschließen sollte auch der gesamte Arm und die anderen Nerven, insbesondere der Ellennerv untersucht werden.
  • Durch Blutabnahme und ein Röntgenbild werden noch andere Erkrankungen oder Brüche ausgeschlossen.
  • Hoffmann-Tinel Test: Mit einem kurzer Schlag mit dem Finger oder einem Reflexhammer wird über dem Karpaltunnel geklopft. KTS Patienten empfinden oft ein Elektrisieren, welches in die Finger zieht.
  • Phalen Test: Das Handgelenk wird so weit wie möglich gebeugt und so gehalten. KTS Patienten fühlen innerhalb einer Minute ein kräftiges Kribbeln, wie beim Einschlafen einzelner Gliedmaßen, in den Fingern.

 

Behandlung:

  • Vitamin B6 und Antirheumatika (z.B. Ibuprofen)
  • Eine nächtliche Lagerungsschiene
  • Kortison
  • Sollten die konservativen Heilungsmethoden nicht mehr helfen, so ist eine Operation notwendig.

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