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Was ist der Unterschied zwischen HIV und Aids?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Den Unterschied zwischen HIV und Aids kennen nur die Wenigsten.

Obwohl das HI-Virus hochinfektiös ist und weltweit zu 2-3 Millionen Neuansteckungen jährlich führt, sind die meisten Menschen immer noch nicht ausreichend informiert, was die Themen HIV und Aids betrifft. Zwar weiß der Großteil, wie er sich vor einer Ansteckung mit dem HI-Virus schützen kann, den Unterschied zwischen HIV und Aids kennen jedoch nur die Wenigsten.

Das Humane Immundefizienz-Virus (HIV)

  • HIV gehört zu den komplexen Retroviren, bisher sind zwei Arten bekannt, die als HIV 1 und HIV 2 bezeichnet werden. Die beiden Arten ähneln sich sehr, jedoch ist HIV 1 häufiger und die Infektion mit HIV 2 verläuft langsamer.
  • Zu einer Übertragung kommt es durch Kontakt mit infizierter Körperflüssigkeit (Blut, Sperma, Knochenmarksflüssigkeit, Vaginalsekret und Muttermilch) an Schleimhäuten und frischen Wunden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr, gemeinsame Nutzung von Spritzen und Bluttransfusionen sind die häufigsten Übertragungswege. Eine mögliche Übertragung durch Tränen, Speichel, Schweiß oder Insektenstiche gilt als nahezu ausgeschlossen.
  • Die HIV-Infektion verläuft unbehandelt in mehreren Stadien: Zur akuten HIV-Infektion kommt es meist drei bis sechs Wochen nach Ansteckung, die grippeähnlichen Symptome (Fieber, Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit, Nachtschweiß) sorgen dafür, dass die HIV-Infektion meist unerkannt bleibt. Auf die akute Infektionsphase folgt eine meist mehrjährige Latenzphase, die ohne gravierende Symptome abläuft. erst danach treten erste Erkrankungen auf, die auf ein mittelschwer geschwächtes Immunsystem hindeuten.
  • Im Verlauf der HIV-Infektion tritt eine laufende Schwächung des Immunsystems ein, weil das Virus kontinuierlich die CD4-T-Helferzellen zerstört, die ein wichtiger Teil des menschlichen Immunsystems sind. Bleibt die Infektion unentdeckt und unbehandelt, werden immer mehr dieser Helferzellen zerstört, bis nach durchschnittlich neun bis elf Jahren nach der Erstinfektionen ein schwerer Immundefekt auftritt. Je länger dieser Immundefekt vorliegt, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, an Aids zu erkranken.


Das Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS)

  • Aids ist die Bezeichnung für eine spezifische Kombination von Symptomen, die als Folge des durch das HI-Virus ausgelösten Immundefektes auftreten. Werden bei einem HIV-positiven Menschen bestimmte Infektionen (opportunistische Infektionen) oder bösartige Tumore festgestellt, wird die Diagnose Aids gestellt.
  • Diese opportunistischen Infektionen (zum Beispiel Toxoplasmose, Tuberkulose, Pneumonie) sind für gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem meist harmlos, ein defektes Immunsystem kann sich gegen die Erreger jedoch nicht wehren.
  • Es gibt mittlerweile Therapien wie die HAART-Therapie (eine medikamentöse Kombinationstherapie), diese können den Ausbruch des Krankheitsbildes jedoch im besten Fall nur verzögern und nicht gänzlich verhindern.


Der Unterschied zwischen HIV und Aids

  • Kurz gefasst bezeichnet man als HIV das infektiöse Virus, von Aids spricht man erst, wenn die Krankheit vollständig ausgebrochen ist.

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