Foto: Shutterstock.com

Was ist die gemischte Hyperlipidämie?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:35
Von einer gemischten Hyperlipidämie spricht man beim gleichzeitigen Auftreten zweier einzelner voneinander unabhängiger Erkrankungen.
br /> Zum einen besteht eine Hypercholesterinämie, zum anderen eine Hypertriglyzeridämie. Bei der Hypercholesterinämie sind die Cholesterinwerte im Blut erhöht. Cholesterin ist eines der beiden Hauptlipide im menschlichen Blut. Die Ursache eines erhöhten Cholesterinwertes kann auf eine ungesunde Ernährungsweise zurückzuführen sein. Fetthaltiges Essen, vor allem gesättigte Fettsäuren, wie sie durch den übermäßigen Genuss von Fleisch Wurst, Butter, fettem Käse, Vollmilch sowie Eigelb zu sich genommen werden, erhöhen das Risiko an Hypercholesterinämie zu erkranken und somit auch die Gefahr der damit verbundenen Folgeerkrankungen.

Im Detail...

Da es durch Ablagerungen der oxidierte Fette zu Gefäßverengungen (atherosklerotischer Plaque), kommen kann, sind die Folgen nicht selten

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
  • Niereninsuffizienz

 

Oftmals ist eine Hypercholesterinämie jedoch auch genetisch bedingt. Auch hier kannst Du mittels bewusster Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, fettarmen Speisen oder aber Fischen, die reich an ungesättigten Omega 3 Fettsäuren sind wie Thunfisch, Makrele oder Lachs sowie Vollkornprodukten gute Prophylaxe betreiben.
Eine gesunde Lebensweise zeichnet sich weiter durch regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Nikotin und gemäßigten Alkoholkonsum aus.
Ein deutliches Symptom, durch die sich eine bestehende Hypercholesterinämie makroskopisch zu erkennen gibt, ist zum Beispiel ein Xanthom (=Ablagerungen von Plasmalipoproteinen unter der Haut). Im Rahmen einer Hypercholesterinämie können verschiedene Arten von Xanthomen auftreten:

  • Xanthoma planum, von gelb bis orangener Farbe, tritt meist an Rumpfflächen auf
  • Xanthoma tuberosum, gelb bis bräunlich, vornehmlich an Extremitäten
  • Xanthochromia palmaris, gelblich, rosa oder rotbraun, an Fingerbeugefalten und Handlinien
  • Xanthoma tendinosum stellt sich als knotige Veränderung vor allem an Sehnen und Bändern dar



Xanthome werden vom Patienten verständlicherweise als optisch störend empfunden, vor allem wenn sie an markanten Stellen wie am Augenlid auftreten. Sie können operativ entfernt werden. Man bedient sich dabei verschiedener Methoden wie beispielsweise:

  • Kürettage
  • Trichloressigsäure
  • Elektroschlinge
  • Laser

Diese Maßnahmen sind jedoch lediglich als Symptombeseitigung zu verstehen. Die Ursache ist damit selbsterklärend nicht behoben.

Ganz ähnlich in der Entstehung verhält es sich bei der Hypertriglyzeridämie. Sie ist die zweite Erkrankung bei der gemischten Hyperlipidämie. Bei ihr liegen erhöhte Triglyzeridwerte im Blut vor. Triglyzerid ist das zweite Hauptlipid in unserem Blut. Es kann ebenfalls wie Cholesterin über die Nahrung aufgenommen werden. Tatsache ist, dass Triglyzeride etwa 90 % unserer Nahrungsfette ausmachen.
Klinische Symptome liegen häufig nicht vor. Jedoch kann es in ausgeprägten Fällen, ähnlich wie bei der Hypercholesterinämie zu Folgeerkrankungen kommen:

  • Fettleber
  • Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • arterielle Hypertonie
  • Diabetes mellitus
  • Arteriosklerose
  • Hyperurikämie (Erhöhter Harnsäurespiegel)

 

Die Similarität zur Hypercholesterinämie ist nicht nur bei den Folgeerkrankungen auffallend.
Auch bei der Hypertriglyzeridämie können Xanthome als negative kosmetische Nebenwirkung
auftreten.

  • Xanthoma eruptivum - hier zeigen sich an den Schultern und/oder Streckseiten der Extremitäten gelbliche Papeln - zum Teil mit entzündlichem, roten Hof

 

Bei Verdacht auf eine gemischte Hyperlipidämie kann nur eine Blutuntersuchung Gewissheit verschaffen. Diese sollte in jedem Fall nüchtern durchgeführt werden (Nahrungskarenzzeit von mindestens zwölf Stunden), da ein kurz vorher eingenommenes Frühstück mit Butterbrot und Rührei die Ergebnisse manipulieren könnte.
Werden im Blut tatsächlich erhöhte Cholesterin- und Triglyzerinwerte nachgewiesen müssen adäquate Folgeuntersuchungen (Blutdruckmessung, EKG, Sonografie, etc.) durchgeführt werden, um zu klären, ob sich bereits eine oder mehrere der bereits aufgeführten Folgeerkrankungen abzeichnen.


Nachdem eine gemischte Hyperlipidämie diagnostiziert wurde, müssen entsprechende Therapiemaßnahmen erfolgen.
Konservative Initiativen wären hier alle voran die Ursachenfindung und deren Bekämpfung. Dazu gehört

  • Bei adipösen Patienten eine sinnvolle Gewichtsreduktion mittels einer entsprechenden Reduktionskost wie Eingangs schon beschrieben, in Kombination mit körperlicher Aktivität.
  • Ausschalten der Risikofaktoren wie Alkohol- und Nikotinkonsum

Erreichen diese Maßnahmen keinen befriedigenden Heilungseffekt, muss eine medikamentöse Therapie erfolgen.

Kommentare