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Was ist eine benigne Hypertonie? - Facts und Infos

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:22
Es ist eine harmlose (nicht gutartig, wie der Name es impliziert) Erhöhung des Blutdrucks

Was ist benigne Hypertonie? Die Frage ist prinzipiell schnell beantwortet: Es ist eine harmlose (nicht gutartig, wie der Name es impliziert) Erhöhung des Blutdrucks. Dies wirft natürlich eine weitere Frage auf: Wie kann dass denn harmlos sein?

  • Hypertonie sowie die Einteilung muss immer kritisch betrachtet werden und eine Behandlung rein nach Schema ist zu hinterfragen.
  • Ein Arzt muss in der Lage sein, das Gesamtrisiko eines Patienten abschätzen zu können und somit eine vernünftige Entscheidung treffen zu können, ob eine medikamentöse Intervention notwendig ist.

Wissenswertes zum Blutdruck

Diagnose und Risiken:

  • Der Blutdruck kann relativ leicht bestimmt werden und wird schon auch sehr lange erforscht. Festgestellt hat man, dass wenn der Blutdruck hoch ist, dies mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von Gefäßerkrankungen einhergeht und der daraus resultierende gefürchtete Schlaganfall oder Herzinfarkt. Je höher der Blutdruck ist, desto mehr profitiert man hier von einer Intervention.
  • Darum hat man auch schon recht früh angefangen, den Blutdruck in Kategorien einzuordnen, welche man dann mit gewissen Risiken in Verbindung gesetzt hat. Dementsprechend ein niedriges Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses (z.b.: Herzinfarkt, Schlaganfall) bei optimalem Blutdruck als bei schwerer Hypertonie (schwerer Bluthochdruck).

 

Betrachtung des Ganzen:

  • Hinter solchen Schemen, sollte aber immer eine rationale Betrachtung stehen. Denn Bluthochdruck ist wie vieles, nur ein Risikofaktor. Wenn wir einen männlichen Patienten betrachten, der übergewichtig ist, starker Raucher ist und wenig bis keinen Sport betreibt, wird man natürlich etwas dagegen machen müssen, um sein Leben auf möglichst lebenswerte Weise zu verlängern.
  • Durch z.B.: Sport zum Abnehmen, sparsamer Salzkonsum, eine mögliche Raucherentwöhnung. Zusätzlich zu dem kann dann medikamentös behandelt werden, dass der Blutdruck in einem möglichst stabilen Rahmen gehalten wird, sodass sein Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko niedrig gehalten wird. Ideal wäre es natürlich, wenn sich der Patient dann gesund ernährt, nicht mehr raucht und genügend Sport betreibt, sodass keine Medikamente mehr notwendig sind.
  • Sofern der Patient für diese Art der Lebensmodifikation nicht zugänglich ist, aus welchen Gründen auch immer, senkt man sein Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko allein schon durch die Senkung seines Blutdruckes. Dies ist relativ leicht durch Medikamente zu schaffen. Ziel ist aber immer eine Motivation zur Lebensmodifikation!

 

Essentielle Hypertonie:

  • Wenn wir jetzt aber auf der anderen Seite einen Patienten haben, der sportlich ist, sich gesund ernährt und sonst keine Risikofaktoren für kardiovaskuläre Ereignisse hat, aber einen hohen Blutdruck hat (sofern organische Ursachen ausgeschlossen wurden, nennt man es essentielle Hypertonie), muss der nicht automatisch Medikamente nehmen.
  • In diesem Fall spricht man von einem kleinen Risikofaktor der, durch Medikamente behandelt, sein Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse nicht erheblich senken würde, und somit nicht behandelt werden muss. Also eine harmlose Hypertonie, irreführenderweise als benigne Hypertonie bezeichnet.

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