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Was ist eine Patientenverfügung? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:04
Eine Patientenverfügung ist in jedem Fall eine weise Entscheidung...

Eine Patientenverfügung ist auch unter der Begrifflichkeit "Patiententestament" bekannt. Was hat es mit einer solchen Verfügung auf sich? Wer ist berechtigt, eine Patientenverfügung zu erstellen, welche Kosten sind damit verbunden und vor allem - welche Folgen? Fakt ist, dass das Thema Sterbehilfe auch in diesem, unserem Lande noch immer ein Tabu zu sein scheint. Aber dennoch sind immer wieder Menschen von schwerer Krankheit betroffen, die - nach Möglichkeit schon im Vorfeld - selbst über ihr Leben und vor allem über ihr Ableben bestimmen wollen. Genau das ist jedoch nach wie vor leichter gesagt, als getan.

 

  • Bei einer Patientenverfügung handelt es sich grundsätzlich um ein Mittel, mit welchem individuell zum Ausdruck - verfügt - werden kann, dass eine Person in bestimmten Krankheitssituationen, welche zum Tod führen werden, keine weitere Therapierung oder Behandlung wünscht, die das Leben künstlich verlängern würde.
  • Schließlich ist dies nicht nur für den Betroffenen selbst oft mit einer erheblichen körperlichen und seelischen Belastung verbunden, sondern auch für die Angehörigen des Patienten. 
  • Das heißt in der Konsequenz, dass eine Patientenverfügung letztlich auf den Prozess des Sterbens sowie auf einen nicht mehr aufzuhaltenden körperlichen Verfall oder Ausfall lebenswichtiger Körperfunktionen bezogen ist.

Damit eine Patientenverfügung bzw. ein Patiententestament von Anfang an seine volle Gültigkeit und Rechtswirksamkeit erhält, gilt es bei der Erstellung insbesondere zwei Aspekte zu berücksichtigen. So müssen folgende Punkte unbedingt enthalten sein:

  • in welcher Situation soll die Patientenverfügung angewendet werden
  • welche Maßnahmen sind gewünscht oder nicht gewünscht

 

  1. Natürlich können nicht nur ältere Personen oder bereits Erkrankte in die Situation geraten, in der sie ihren eigenen Willen nicht mehr nach außen hin vertreten können. Sondern es können sehr wohl auch junge, gesunde Menschen betroffen sein. 
  2. In jedem Fall ist die Konsequenz, dass dritte Personen gewissermaßen in "Zugzwang" geraten und entsprechende Entscheidungen fällen müssen.
  3. Wer da bereits im Vorfeld mit einer Patientenverfügung vorgesorgt hat, ist grundsätzlich auf der "sicheren Seite". 
  4. Es bietet sich aber an, in der Patientenverfügung nicht nur die Situation zu vermerken, in welcher die Patientenverfügung überhaupt angewendet werden soll oder aufzuschreiben, welche genauen Maßnahmen gewünscht oder nicht gewünscht sind. 
  5. Sondern es empfiehlt sich, ein gesondertes Schriftstück anzufügen, woraus die generellen Wertvorstellungen des Betroffenen klar ersichtlich sind. 
  6. Soll heißen, dass im Zuge dessen klar werden muss, wie es um den Glauben bzw. die Religiosität des Patienten bestellt ist und wie dieser zu seinem bisherigen Leben steht. 
  7. Und von einer ebenso großen Relevanz ist darüber hinaus auch dessen Einstellung zur (Weiter-)Behandlung spezieller Krankheiten. 
  8. Die Erstellung einer Patientenverfügung kann durchaus auch online erfolgen, allerdings ist ein handgeschriebenes, selbst verfasstes Patiententestament weitaus aussagekräftiger - und persönlicher!

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