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Was kann man gegen eine Übersäuerung des Körpers tun?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:46
Eine ständige Übersäuerung des Körpers bedeutet heutzutage Krankheit auf der ganzen Linie.

Eine ständige Übersäuerung des Körpers bedeutet heutzutage Krankheit auf der ganzen Linie, angefangen von Stoffwechselkrankheiten über Magengeschwüre bis Verdauungstraktproblemen und auch Störungen des vegetativen Nervensystems. Der aktiv vorgehende Mensch des heutigen Zeitalters wünscht sich selbstredend zuerst eine natürliche Unterstützung, um den Körper nicht schon wieder mit chemischen Keulen zu belasten.

Die allgemein gültigen und hauptsächlichen Faktoren zur Normalisierung des instabilen Milieus sind:

  • Regulierung bzw. Reduzierung der Säurezufuhr,
  • Ausscheidung von Säureansammlungen im Körper,
  • Remineralisierung des Körpers durch Zufuhr von Basen.

Und dadurch bekommt der Körper Mineralstoffe:

  • Ausgewogene und vor allem basenreiche Ernährung,
  • Einnahme von basischen Mineralstoffpräparaten,
  • angemessene Eiweißzufuhr,
  • Vitamin D durch die Nahrung,
  • Sonnenbestrahlung,
  • körperliche Aktivität.

Übersäuerung des Körpers verhindern

Welche Gegenanzeigen bzw. Kontraindikationen gibt es?

  1. Zu Beginn der Therapie sollten Sie die Säurezufuhr so stark wie möglich einschränken oder besser noch für eine bestimmte Zeit auf saure und Säure bildende Nahrungsmittel ganz verzichten. 
  2. Aber nicht zu lange, weil eine rein basische Ernährung auf Dauer zu einseitig ist, und die Regulationsmechanismen des Körpers gestört sind! Auch bei dem Bewegungstraining sollte nicht übertrieben werden, damit keine Erschöpfung eintritt, denn dann greift der Umkehrmechanismus, und der Körper reagiert sauer.
  3. Bei allen Empfehlungen, Heilanzeigen, Heilfastenkuren usw. sollte immer der Mensch im Mittelpunkt des Prozesses der Entsäuerung stehen. 
  4. Was helfen alle guten Ratschläge, wenn statt der Lust am Essen - des Lebens - Frust an der Durchführung des Ausgleichs des Säure-Basen-Haushaltes einkehrt!

Wie gehe ich bei der eigenhändig vorgenommenen Entsäuerung vor?

  1. Als Erstes Kontrolle bzw. Überwachung des pH-Wertes
  2. Der übersäuerte Organismus scheidet ja überschüssige Säuren mit dem Urin aus. 
  3. Der Urin wird somit sauer. 
  4. Normalerweise liegt der pH-Wert des Urins ab dem 2. Morgenurin zwischen 7 und 7,5. Der erste Morgenurin ist gewöhnlich sauer, da sich darin die während der Nacht abgesonderten, meist sauren Abfallprodukte angesammelt haben. 
  5. Also: Je stärker die Säure, desto niedriger der pH-Wert.
  6. Den pH-Wert kann man eigenhändig mit Lackmuspapier - pH-Indikatorpapier aus der Apotheke - feststellen, welches man in den Urin taucht. Die Farbe des Papiers verändert sich je nach Säuregrad, der mit Hilfe einer Farbskala bestimmt werden kann. 
  7. Wichtig ist, diese Kontrolle regelmäßig - am besten Morgens, Mittags, Abends - vorzunehmen, da der pH-Wert des Urins von Faktoren wie Ernährung, Müdigkeit, körperlicher Anstrengung, Stress usw. beeinflusst wird. 


Bausteine der Entsäuerung
Ernährung bzw. Trinkkultur

  1. Das A und O einer Entsäuerung spielt die richtige Ernährung mit basischen oder Basen bildenden Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, grünem Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Blattsalaten usw., buntem Gemüse wie Möhren, Paprika, Rote Bete usw. (außer Tomaten!), Bananen, Maronen, alkalischem Mineralwasser, Mandeln, Paranüssen, Mais, Polenta, Milch, Milchpulver, Sahne. 
  2. Die erste Maßnahme sollte also sein, den Säurekonsum einzuschränken, was den Körper direkt entlastet. 
  3. Ebenso spielt das Trinken eine große Rolle in Bezug auf Ausscheidung von Säuren und belastenden Stoffen über die Nieren. Pflicht sind 2 Liter Flüssigkeit täglich. Ideal sind stille Wasser oder klassische Entsäuerungstees
  4. mit Fenchel, Kümmel, Anis und Süßholz sowie Ingwerwasser zur Anregung der Stoffwechselfunktion. Auch Pflanzen aus der Phytotherapie wie Löwenzahn, Artischocke, Brennnessel zum Ankurbeln der Nierentätigkeit sind angezeigt.

Basische Mineralsalze: Basenpräparate und Schüssler Salze

  1. Zur Vorbeugung oder Behandlung der latenten Azidose (Übersäuerungszustände) werden neben der Ernährung verschiedene Heilmittel eingesetzt: Basenpräparate (hier sind die alkalischen Zitrate goldrichtig), Natriumbikarbonat, Kombinationen mit Mineralstoffen und Vitaminen, Schüssler Salzen sowie Heilerde. 
  2. Das Schüsslersalz "Natrium phosphoricum" (Nr. 9) gilt als wichtiges Neutralisationsmittel und ist für die Ausscheidung von Harnsäure zuständig. 

Ausscheidungsorgan "Haut" bzw. äußerliche Basenanwendungen

  1. Wasseranwendungen fördern die Ausleitung von Säuren und regen den Stoffwechsel an. Lösen Sie ca. 100 g Natriumbikarbonat in einem Vollbad bei ca. 37 Grad C auf, baden sie ca. 20 Minuten darin und ruhen danach 1 Stunde aus. 
  2. Auch viele Thermalquellen zeichnen sich durch einen hohen Anteil an entsäuerndem Natriumbicarbonat aus. Die als "dritte Niere" betitelte Haut stellt somit ein wichtiges Ausscheidungsventil dar: Komme jeden Tag mindestens einmal ins Schwitzen. 
  3. Auch der basische Leberwickel als Entgiftungswickel oder die Darmreinigung sind hilfreiche Mittel zum Entsäuern.

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