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Was tun bei Depressionen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:57
Nur ein außerordentlich geringer Prozentsatz von Depressionen ist genetisch bedingt.

Nur ein außerordentlich geringer Prozentsatz von Depressionen ist genetisch bedingt, so beispielsweise auch eine manisch-depressive Störung. Allerdings sind die meisten depressiven Zustände und Verstimmungen auf unzureichende seelische Bewältigungsstrategien zurückzuführen.Zu diesen Strategien zählen beispielsweise auch die Fähigkeit mit Kritik und Ablehnung richtig umzugehen, Konflikte zu ertragen und damit umzugehen, mit Verlusten gut fertig zu werden sowie mit Niederlagen und eigenen Fehlern umgehen zu können.

Verlierst Du beispielsweise Deinen Arbeitsplatz glaubst Du dann vielleicht niemals mehr einen Job zu bekommen und Du fühlst Dich manchmal sogar als Versager. Trennt sich Dein Partner von Dir glaubst Du im ersten Moment ohne ihn nicht leben zu können und vielleicht nie mehr einen Freund oder eine Freundin zu finden.

So haben allerdings alle Menschen Probleme, erleiden Verluste, Fehlschläge und Niederlagen. Ebenso stößt auch jeder mal auf Ablehnung. Aber warum sind dann eigentlich nicht alle Menschen gleichermaßen depressiv und manche sogar gar nicht? Hier jetzt zu schreiben, dass die Antwort nur der Wind kennt, wäre wahrlich unangebracht und stimmt auch definitiv nicht!
Denn nicht die Bedingungen unter denen wir leben sind es, die über unser Gefühlsleben bestimmen sondern der Umgang mit diesen Bedingungen, trägt die Verantwortung dafür, wie es in unserem Gefühlsleben aussieht. Die Art und Weise wie Du Probleme, Sorgen und Widrigkeiten seelisch bewältigst macht den Unterschied aus. Entscheidungen und Emotionen sind dafür verantwortlich wie Du emotional reagierst und ob Du nun depressiv wirst oder vor den Problemen kapitulierst.

  • Es ist selbstverständlich eine unumstößliche Tatsache, dass Menschen in ein und derselben Situation völlig unterschiedlich reagieren.
  • Grundsätzlich sollten bei genetisch bedingten Depressionen eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten zum Gebot der Stunde werden.
  • Bei allen anderen Formen der Depression sind diese Maßnahmen oft ebenfalls hilfreich.
  • Allerdings ist es gerade bei leichteren und mittelschweren Depressionen, die oft nur auf ein unzureichende Bewältigungsstrategie zurückzuführen sind, durchaus auch möglich im Rahmen der Hilfe durch Selbsthilfe die Verstimmungen erfolgreich zu bewältigen.

Leichten Sport treiben - einfach mal ausprobieren!

  1. Regelmäßige körperliche Bewegungen beim Walking oder Joggen verbessert die Laune oft schon ganz erheblich.
  2. Aber auch Gartenarbeit, Radfahren und Schwimmen sowie einfachmal einen langen Spaziergang machen, bewirken oft einiges.


Auch mal probieren - ein Johanniskrautpräparat

  1. Johanniskraut hilft ebenfalls gegen Depressionen leichter bis mittelschwerer Natur.
  2. Das Kraut ist ähnlich wirksam wie chemische Keulen der Pharmaindustrie, hat allerdings nahezu keine Nebenwirkungen.


Neue Konfliktlösungsstrategien sowie eine neue, andere Lebenseinstellung

  1. Sehr oft treten Depressionen bei negativen Bewertungen von Situationen auf.
  2. Oft bewertest Du etwas weitaus schlimmer, als es dann tatsächlich ist oder kommt.
  3. Folge hiervon drücken sich dann schnell in Hilf-und Hoffnungslosigkeit aus. Und diese machen dann unweigerlich depressiv.
  4. Durch Selbsthilfegruppen oder einen Psychotherapeuten lässt sich dann allerdings gut überprüfen ob diese Gedanken überhaupt notwendig sind und in ihrer negativen Ausprägung überhaupt berechtigt.
  5. Durch diese Fragestellungen lassen sich sehr oft ganz schnell völlig neue und andere Bewertungen von Lebens Situationen vornehmen, die dann auch zu einer positiveren und anderen, weil besseren Bewertung führen und 'Depressionen verringern helfen.


Den Blick stets auf Positives und Neutrales lenken

  1. Bei Depressionen kreisen Deine Gedanken oft um Deine vermeintlich üble oder sogar auswegslose Situation.
  2. Diese sieht dann auf den ersten Blick sogar unerträglich und völlig hoffnungslos aus.
  3.  Warum muss das gerade mir geschehen...? Wie soll ich ohne dich weiterleben...? Wie ist das alles nur auszuhalten?


Hier können Dir sogenannte "Gute-Laune Fragen" hervorragend helfen neue Perspektiven und Blickrichtungen, aber genauso auch Lösungen zu finden. Und so können solche „selbstheilenden“ Fragen aussehen:

  1. Was kann ich eigentlich genau tun, um meine Situation zu ändern?
  2. Wer hilft mir dabei? Wie haben andere Menschen diese oder ähnliche Situationen bewältigt?
  3. Gab es schon einmal eine ähnliche Situation, die ich zuvor dann auch schon gut bewältigen konnte?
  4. Und was konnte mir damals am besten helfen? Wann habe ich früher schon einmal eine ähnliche Situation gut bewältigt?
  5. Was hat mir damals geholfen?


Kleine und überschaubare Ziele setzten - Der Weg ist das Ziel!

  1. Vor allem musst Du aber Geduld haben bei der Krisenbewältigung.
  2. Hier hilft sehr gut die Strategie der kleinen Schritte. Step by step, keine zu großen Erwartungen in die Maßnahmen setzen, alles langsam und bedächtig angehen, der Weg ist das Ziel! Selbstvorwürfe komplett streichen, diese führen nur zur Selbstzerfleischung.
  3.  Bei Zielerreichung sich aber durchaus auch mal loben, kann ebenfalls sehr positiv wirken.


Medikamente bei Depressionen - Antidepressiva:

  1. Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer
  2. Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
  3. MAO-Hemmer
  4. Trizyklischen Antidepressiva


Diese Medikamente sollten allerdings immer erst dann eingenommen werden, wenn alle anderen Strategien und Methoden versagt oder nur ganz wenig geholfen haben. Über Nebenwirkungen solltest Du dir dabei ebenfalls im Klaren sein und Medikamente sollten grundsätzlich nur Therapie begleitend eingenommen werden.

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