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Was tun gegen Hämorrhoiden?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Hämorrhoiden gehören zu den heute am weitest verbreiteten Zivilisations-krankheiten.

Oftmals schmerzhafte Hämorrhoiden gehören zu den heute am weitest verbreiteten Zivilisations-krankheiten. Zu den auslösenden Faktoren zählen hier - neben einer genetischen Disposition - Bewegungsmangel, schlechte Ernährung sowie eine bereits vorhandene Bindegewebsschwäche und oftmals eine Schwangerschaft. In der Medizin wird zwischen vier Stadien der Hämorrhoiden-Erkrankungen unterschieden.

 

Welche Behandlungsformen kennt die Schulmedizin bzw. Alternativmedizin?

Bei der schulmedizinischen Behandlung des Grades 1 werden häufig Salben und/oder Zäpfchen angewandt, die eine örtlich betäubende Wirkung aufweisen. Diese Mittel wirken nicht nur entzündungshemmend, sondern nehmen auch den Juckreiz, und auch die Schmerzempfindlichkeit wird deutlich gesenkt. Laut neuesten Studien wird darauf hingewiesen, dass von den verwendeten Substanzen nur die Kombination von Polidocanol oder Lidocain mit Bismutsalz, Hamamelis oder Zinkoxid als sinnvoll betrachtet werden kann. Verwendet werden diese Salben oder Zäpfchen nach jedem Stuhlgang, allerdings nicht länger als eine Woche. Bei der Alternativmedizin kommen auch homöopathische Mittel, Schüssler Salze, Bachblüten, Phytotherapeutika usw. zum Einsatz.

  • Bei der schulmedizinischen Behandlung mit Benzocain, Bufexamac und Perubalsam können leicht Allergien hervorgerufen werden.
  • Größter Wert sollte auf körperliche, moderate Bewegung, ausgewogene Ernährung und vor allem gute Körperhygiene gelegt werden. 
  • Nach jedem Stuhlgang wird die Afterregion mit Wasser bzw. einer milden Waschlotion gereinigt, um sie dann mit einer Salbe zu behandeln. 
  • Bei nässenden oder blutenden Hämorrhoiden bieten sich Zäpfchen mit eingeschmolzenen Mullstreifen - Analtampons - und spezielle Vlieskompressen - Analvorlagen - an, damit die Haut um den After herum trocken gehalten wird.
  • Bei allem gilt - wie auch für jeden anderen Krankheitszustand - frühzeitig mit der Vorbeugung bzw. dann später Linderung zu beginnen.

Der Behandlungsablauf bei den vier verschiedenen Stadien der Hämorrhoiden:

Grad 1

  1. Bei den inneren Hämorrhoiden, die die Schleimhautgrenze nicht überschreiten, finden sich auf dem Stuhl bzw. auf dem Toilettenpapier hellrote Blutauflagerungen. 
  2. Sofern es nicht zu Entzündungen oder Thrombosen kommt, können Zäpfchen, Salben oder Sitzbäder die Beschwerden lindern. 
  3. Naturheilkundlich helfen das morgendliche und abendliche Auftragen einer guten Beinwell-Salbe zusammen mit täglichen Eichenrinden-Sitzbädern.


Grad 2

  1. Bei den inneren Hämorrhoiden, die die Schleimhautgrenze überschreiten und von allein wieder zurückrutschen, sieht die schulmedizinische Therapie eine Verödung oder eine Gummibandligatur vor. 
  2. Leider entwickeln sich aber innerhalb der nächsten fünf Jahre neue Hämorrhoiden. 
  3. Ob eine langfristige Wirksamkeit mit dem Verschluss der Blutgefäße mit Ultraschall erreicht werden kann, steht noch in der Erprobung.


Grad 3

  1. Die Hämorrhoiden drängen beim Stuhlgang und auch bei körperlicher Anstrengung nach draußen, können aber zurückgeschoben werden. 
  2. Es kommt zu schleimigen Absonderungen und zu etwaigen Ekzemen.


Grad 4

  1. Die Hämorrhoiden sind fixiert und lassen sich nicht wieder zurückdrängen. Zudem herrscht ein starker Juckreiz und heftige Schmerzen. 
  2. Oft wird schon ab Grad 3 zu einer Operation geraten, bei der die Blutgefäße mit oder ohne Schleimhaut entfernt werden. 
  3. Wenn Hämorrhoiden großflächig über den gesamten Afterkanal ausgeweitet sind, bietet sich alternativ die Klammernahtmethode (Longo) an.

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