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Was versteht man unter Strahlenerkrankung?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Die erhaltene Strahlendosis entscheidet über den Verlauf der Strahlenkrankheit.

Die Atomkatastrophe von Fukushima, der Reaktorunfall von Tschernobyl und die Bombardierung von Nagasaki und Hiroshima durch Atombomben haben uns mit den Gefahren der Atomkraft konfrontiert. Obwohl die friedliche Nutzung der Kernenergie der Stromerzeugung dient, ist sie keine zu 100% beherrschbare Technologie. Das Problem der Lagerung strahlenden Atommülls ist nicht gelöst, die Folgen von Strahlenunfällen sind gravierend.

  • Die toxischen Zerfallsprodukte der Strahlung reichern sich im Boden an und werden über die Nahrungskette aufgenommen. 
  • Hier liegt die größte Gefahr einer nachträglichen Vergiftung. Von einer Strahlenerkrankung spricht man, wenn eine akute Bestrahlung des Organismus aufgetreten ist. 
  • Je höher und länger die Kontamination, desto schlimmer die Folgen. Der Aufnahmeweg, Art und Menge der Strahlung sind entscheidend für die Auswirkungen. 
  • Dabei sind unterschiedliche Folgen an Haut, Schleimhäuten und Knochen zu beobachten, weil die Zellteilung beider verschieden schnell funktioniert. 
  • Die erhaltene Strahlendosis entscheidet über Verlauf und Überlebenschancen der Strahlenkrankheit.

  • Eine Strahlenbelastung beim Menschen weist man mit einem Geigerzähler nach. 
  • Selbst bei kleinen Dosen sind umgehende Dekontaminationen notwendig.

  • Europäer müssen nicht fürchten, durch eine Kernschmelze in Fukushima zu einer Strahlenüberdosis zu kommen.
  • Unsere Strahlendosis bleibt im Vergleich zu denen in der betroffenen Region minimal. Bei geringer Strahlungsintensität muss man eher mit Spätschäden rechnen, häufig erst in nachfolgenden Generationen.

 

  1. Nach 1-2 Sievert Bestrahlung spricht man von einer leichten Strahlenerkrankung
  2. Die Todesrate ist 10 Prozent. 
  3. Als typische Symptome kennt man Übelkeit und gelegentliches Erbrechen. 
  4. Dann klingen die Symptome ab. Nach zwei Wochen treten sie erneut auf. 
  5. Nun spürt man Appetitlosigkeit, Unwohlsein und Erschöpfung.

 

  1. Bei 2–3 Sievert Bestrahlung spricht man bereits von einer schweren Strahlenkrankheit
  2. Innerhalb von 30 Tagen sterben 35 Prozent der Bestrahlten. 
  3. Auch hier treten Übelkeit und Erbrechen als erste Symptome auf, gefolgt von einer 7- bis 14-tägigen Erholungsphase. 
  4. Anschließend kommt es zu totalem Haarausfall, Unwohlsein und Schwäche sowie einem massiven Verlust weißer Blutkörperchen. 
  5. Stirbt man nicht daran, kann man innerhalb mehrerer Monate genesen. Spätschäden sind wahrscheinlich. 

 

  1. Vom zweiten Schweregrad der schweren Strahlenerkrankung spricht man bei 3–4 Sievert Strahlenbelastung
  2. Es gibt 50 Prozent Todesfälle innerhalb von 30 Tagen. 
  3. Hier kommt es auch zu Blutungen aus dem Mund, in Nieren und Haut. 
  4. Bei der akut auftretenden Strahlenerkrankung nach 4-6 Sievert Strahlendosis ist mit 60 Prozent Todesfällen innerhalb der ersten 30 Tage zu rechnen. 
  5. Ohne intensivmedizinische Versorgung sterben danach bis zu 90 Prozent der Verstrahlten. 
  6. Höhere Dosen von 6-10 Sievert oder 20-50 Sievert lassen den Tod der meisten Bestrahlten innerhalb weniger Tage eintreten. 
  7. Hier kann man außer einer Knochenmarkstranplantation nichts mehr tun.

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