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Wie behandelt man eine Kontaktdermatitis am Auge?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Die Behandlung einer Kontaktdermatitis richtet sich nach den Ursachen, die sie ausgelöst haben.
Deshalb kann man nicht von einer einzigen Behandlungsmethode ausgehen, sondern muss die Entstehungsgeschichte der Krankheit analysieren um eine wirksame Therapie dagegen einsetzen zu können. Eine Behandlung am Auge erfordert größte Sorgfalt, um die Sehfähigkeit nicht zu beeinträchtigen. Die Haut der Augenlider ist sehr dünn und empfindlich. Sie reagiert schnell auf die verschiedensten Substanzen. Das führt oft zu geschwollenen, roten Augenlidern.

Folgende Auslöser können eine Kontaktdermatitis am Auge verursachen

  • Bestimmte Inhaltsstoffe in Cremes und Augen-Makeups
  • Inhaltsstoffe von Haarpflege- und Haarfärbemitteln
  • Nagelpflegeprodukte und Nagellack sowie Nagellackentferner
  • Augentropfen und deren Zusatzstoffe
  • Allergene und giftige Substanzen im Beruf oder bei der Ausübung von Hobbys (Kleber, Lacke, etc)
  • Eine bestehende Neurodermitis und chronische Krankheiten wie Rosazea
  • Verschleppte Staphylokokkeninfektionen der Nebenhöhlen oder der Stirnhöhle (beim Säugling)
  • Kontakt mit Haushaltsreinigern
  • Brillen, Kontaktlinsen und deren Pflegemittel

Anamnese

  • Gesunde Augen sind besonders in der heutigen schnelllebigen Welt sehr wichtig, deshalb sollte man in diesem sensiblen Bereich auf keinen Fall irgendwelche Selbstversuche starten, sondern sofort den Hausarzt oder einen Augenarzt aufsuchen. Nach einer gründlichen Anamnese, unter Einbeziehung verwendeter Medikamente, Kosmetika, Hobbys und Beruf kommt man dem Auslöser der Kontaktdermatitis meist schnell auf die Spur. Auch bewusstes oder unbewusstes Augenreiben nach Kontakt mit toxischen Substanzen, Viren oder Bakterien kann eine Reaktion der Augenlider auslösen. Dabei wird zwischen allergischer und irritativer Kontaktdermatitis unterschieden. 

Symptome

  • Bei der allergischen Form steht besonders der Juckreiz im Mittelpunkt. Sie wird durch eine Typ-IV-Immunreaktion ausgelöst. Bei der irritativen Form wirken die toxischen Substanzen direkt auf die Augenlider, was mit einem äußerst unangenehmen Stechen und Brennen einher geht. In beiden Fällen kommt es zu einer Rötung (Erythem) und Schwellung (Ödem) der Augenlider und eventuell auch der Haut in der Umgebung der Augen, das sogenannte Waschbär-Syndrom. Die Bildung von Bläschen sowie die Schuppung der Haut ist ein weiteres Symptom.

Therapie

  • Die Therapie der Kontaktdermatitis am Auge richtet sich nach der Ursache. Bei der allergischen Form steht die Vermeidung des Allergens und die Gabe von Antihistaminika im Vordergrund. Das geschieht durch Gabe von antiallergischen Augentropfen und falls nötig kortisonhaltigen Augensalben. Anschließend bietet sich die Weiterbehandlung mit einer so genannten künstlichen Tränenflüssigkeit ohne künstliche Zusatzstoffe an. Diese besteht aus Hyaluronsäure und hilft gleichzeitig bei trockenen Augen, wie sie auch infolge Bildschirmtätigkeit oder trockener Raumluft vorkommen kann. Bei der irritativen Kontaktdermatitis sollte natürlich der Auslöser ebenfalls vermieden werden. Das heißt, im Job oder der Ausübung des Hobbys geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen, wie Masken, Schutzbrillen, Schutzkleidung und Handschuhe tragen oder auf allergiefreie Kosmetika und Hautpflegemittel umsteigen. Auf viele aggressiven Haushaltsreiniger kann man getrost verzichten. Die akute Lidentzündung wird meist mit einem, zweimal täglich anzuwendenden, leichten topischen Steroid behandelt. Sie sollte wegen der Nebenwirkungen jedoch 10 Tage nicht überschreiten. Der Arzt entscheidet, welche Medikamente jeweils angebracht sind und wie lange sie angewendet werden dürfen.

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