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Wie behandelt man Insektenstiche?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:43
Besonders für Allergiker können sie sogar ein lebensgefährliches Risiko darstellen.

Insektenstiche sind nicht nur unangenehm. Besonders für Allergiker können sie sogar ein lebensgefährliches Risiko darstellen. Eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen kann helfen, Insektenstiche zu vermeiden. Jeder kennt die vornehmlich in den Tropen verwendeten Moskitonetze. Daneben werden Präparate angeboten, die abschreckend auf die Plagegeister wirken. Diese, als Repellents bekannten Mittel, bestehen aus ätherischen Ölen oder synthetischen Substanzen. Sie müssen aber in großen Mengen verbraucht werden, um überhaupt zu wirken. Essen und Trinken findet sommertags am besten im Haus statt, damit keine Wespen angelockt werden. Aber trotz aller Vorsicht, sollte man auf die Angriffe der Gliederfüßler gefasst sein.

  • Kühlmittel (Kühl-Akkus, Eiswürfel, Tücher, Wasser). Provisorische Mittel können sein: Gekühlte Getränkeflaschen. (Getränkedosen provozieren Insektenstiche, da man beim Trinken die hineingeflogenen Insekten nicht sieht!)
  • Lupe und Pinzette zum Entfernen von Stacheln
  • Handy für den Notruf
  • Taschenbeatmungsmaske oder Beatmungstuch für die Reanimation
  • Adrenalin-Pen zur Herzwiederbelebung. (Viel Allergiker haben ihn vom Arzt bekommen.
  • Nur von eingewiesenen Personen sollten die Injektion verabreichen!) 
  • Entzündungshemmende Salben (Antihistaminika). Ersatzweise auch essigsaure Tonerde.
  • Provisorisch auch Zwiebel oder Äpfel.

Sind Sie als Ersthelfer anwesend, wenn ein Mensch einen Insektenstich erlitten hat, müssen Sie Folgendes – in dieser Reihenfolge - unternehmen:

  1. Stellen Sie nach Möglichkeit fest, welches Insekt gestochen hat, sichern Sie es und bewahren Sie es auf. Eigenschutz hat Vorrang! Das Insekt nicht mit bloßen Händen anfassen!
  2. Versuchen Sie, den Stachel zu entfernen! Auch diesen bitte aufbewahren!
  3. Kühlen Sie zur Abschwellung die Einstichstelle und tragen Sie eine entzündungshemmende Salbe (Antihistaminikum) auf! Eine Einreibung mit einer aufgeschnittenen Zwiebel geht auch. 
  4. Achten Sie auf den Zustand des Betroffenen, sprechen Sie mit ihm und wirken Sie beruhigend auf ihn ein. Kontrollieren Sie die Vitalfunktionen: Atmung und Puls! Achten Sie bei Stichen im Halsbereich oder im Mund- und Rachenraum speziell auf die Atmung! 
  5. Bei Intensivierung der Symptome wie: Rasche Zunahme der Schwellung, Benommenheit, Schwindel, Sehstörungen, rasender, flacher und arrhythmischer Puls: 

 

Schock-Bekämpfung und Notruf:

  1. Notarzt anrufen! (Tel.: 112. Im Ausland bitte vorher nach der Nummer erkundigen!) 
  2. Schock-Bekämpfung: Bitten Sie weitere Personen zu Hilfe! Den Patienten auf den Boden legen. Bei Insektenstichen an den Beinen Stufenlagerung durchführen (Beine angewinkelt hochlegen). Beruhigend auf den Patienten einwirken. Bei Stichen oberhalb der Hüfte: Oberkörper hochlagern.
  3. Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage. 
  4. Bei Atemstillstand: Mund-zu-Nase-Beatmung, Mund-zu-Mundbeatmung (Beatmungsmaske oder Beatmungstuch verwenden. Eigenschutz hat Vorrang!) Bei Herzstillstand: Zusätzlich Herzmassage.
  5. Falls vorhanden: Injektion mit einem Adrenalin-Pen durchführen. Das sollte eine sachkundige Person machen! Reanimation bis zum Eintreffen des Notarztes durchführen.
  6. Leben in Ihrem Umfeld Menschen, die gegen Insektenstiche besonders empfindlich sind (Allergiker), ist eine Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse sinnvoll. Dies gilt auch speziell, wenn Sie Kinder haben. Die bekannten Rettungsdienste bieten Kurse an, die für Notfälle mit Kindern konzipiert sind!

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