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Wie berechnet man das optimale Körpergewicht?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:43
Nicht nur in der Medizin gibt es klare Vorstellungen über die Bandbreite des Gewichts.

Nicht nur in der Medizin gibt es klare Vorstellungen über die Bandbreite des Gewichts hinsichtlich Über-, Normal- oder Untergewicht. Das absolut optimale Körpergewicht mittels einem Wert festzulegen, ist jedoch nicht ganz einfach, da einige Faktoren diesen mitbestimmen. Aus diesem Grund wurden von der Wissenschaft unterschiedliche Bemessungsformeln aufgestellt, die jeweils im Ergebnis zu einem gleichen Wert führen.

  • Als Faustregel zur Ermittlung des wünschenswerten Gewichtes einer Person wurde in früheren Zeiten der sogenannte Broca-Index bestimmt, wonach die Zentimeter über 100 der Körpergröße eines Menschen gleichzeitig dem Wert des gewünschten Idealgewichts in Kilogramm (Beispiel: Körpergröße 165 = Körpergewicht 65 kg) entsprachen. 
  • Der Broca-Index-Wert gilt heute allerdings als sehr ungenau und findet deshalb so gut wie keine Verwendung mehr. 
  • Relativ wenig Anwendung findet auch die Ermittlung des optimalen Körpergewichtes mittels des Ponderal-Index. Seine Formel lautet: Körpergewicht geteilt durch Körpergröße x Körpergröße x Körpergröße. Beispiel: Körpergewicht: 85 kg : (1,87 m x 1,87 m x 1,87 m) = 12,9 kg/m³. Normale Werte des Ponderal-Index bewegen sich im Rahmen zwischen 11 und 14 kg/m³.

  • Um das Körpergewicht zu ermitteln, ist zunächst einmal eine Waage erforderlich. Einige sind speziell dafür ausgerüstet, Körperfett und Muskelmasse detailliert bestimmen zu können. 
  • Nach Kenntnis von Geschlecht, Alter, Körpergröße sowie des Körpergewichts ist schließlich die geeignete Formel zur Berechnung des optimalen Körpergewichts heranzuziehen.

Das optimale Körpergewicht berechnen

  1. Zur Emittlung des idealen Körpergewichts wird meist mittels Body-Mass-Index (BMI) gearbeitet. Dieser wird differenziert nach Alter und Geschlecht bestimmt und nach folgender Formel berechnet: Körpergewicht (kg) geteilt durch Körpergröße (m) mal Körpergröße (m). Beispiel: Körpergewicht 75 kg : (Körpergröße 1,79 m x Körpergröße 1,79 m) = BMI: 23,4 kg/m² 
  2. Das Normalgewicht eines Erwachsenen definiert sich bei Frauen über einen BMI-Wert von 19-24, bei Männern von 20-25. Darunter oder darüber liegende Werte gelten demzufolge als Unter-bzw. Übergewicht. Ernst zu nehmen sind Werte ab 30, die auf eine Fettlebigkeit hindeuten. Bei unter 30-Jährigen liegt der Normalwert unter dem Wert älterer Menschen. 
  3. Eine Beobachtung des Gewichtes ist auch bei Kindern erforderlich, da bereits leichtes Übergewicht negative Folgen für Knochen und Entwicklung nach sich ziehen kann. Die Gewichtsbestimmung bei Kindern wird in Perzentilen ausgedrückt (Wert, welcher Auskunft gibt über prozentualen Anteil der Altersgenossen mit niedrigerem Wert als bei dem entsprechenden Perzentil angegeben). Übergewicht bezeichnet hier ein BMI ab 95. Perzentile, Untergewicht beginnt bereits ab der 10. Perzentile.
  4. Der BMI liefert keinen hunderprozentig sicheren Wert, da Fett- und Muskelmasse nicht auseinandergehalten werden. Bei der Beurteilung des optimalen Körpergewichtes sind jedoch auch Fettanteil und -verteilung im Körper wichtig. Ist Körperfett vorwiegend im Bauchraum gespeichert, liegt ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Diabetes mellitus vor. An anderen Stellen kann Körperfett gerade vor diesen Erkrankungen Schutz bieten. Bauchumfang sowie Taille-Hüft-Verhältnis dienen vorwiegend für Ärzte als Indikator zur Bestimmung von Übergewicht.
  5. Männer werden zumeist bei gleicher Körpergröße einige Kilogramm mehr auf die Waage bringen als Frauen, da bei Ihnen der Anteil der Muskelmasse höher liegt. Somit begründet sich der höhere BMI-Wert des Mannes, obwohl kein Übergewicht vorliegt. Sportler mit niedrigem Körperfettanteil und muskulösem Körperbau können ggf. nach dem BMI-Wert ebenfalls leichtes Übergewicht aufweisen.
  6. Krankhaftes Untergewicht führt zu mangelnder Versorgung des Körpers mit wichtigen Mineralstoffen, Eiweiß, Fetten, Kohlehydraten und Vitaminen. Die Folgen sind Veränderungen an Haut und Haaren, Muskelschwund, Entkalkung der Knochen etc. Dieses Fehlen von Nährstoffen führt letztlich dazu, dass lebenswichtige Organe ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen können. 

Fazit:

  1. Bei der Errechnung des optimalen Körpergewichts ist es wenig sinnvoll, übereifrig nach dem erwünschten BMI-Wert zu streben. Es gibt auch noch ein Faktum, den sogenannten Setpoint. Dieser ist bei jedem Menschen genetisch festgelegt und sein biologisches Ideal- und oft auch Wohlfühlgewicht und eben nicht immer gleichbedeutend mit dem BMI-Idealgewicht. 
  2. Dieser Umstand erklärt, warum es "normalgewichtige", "dicke" oder "dünne" Menschen gibt. Das heißt auch: Jeder Mensch kehrt immer wieder zu seinem ganz persönlichen, von der Natur festgelegten Gewicht zurück, sobald er sich nach einer Diät wieder "normal" ernährt. 
  3. Die genannten Werte sind also variabel zu betrachten. Menschen mit leichtem bis mittleren Übergewicht leben Studien zufolge sogar länger. Gesundheitliche Probleme bzw. ästhetische Aspekte durch Unter- bzw. Übergewicht erfordern selbstverständlich Handlungsbedarf.

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