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Wie geht die Behandlung von Neurodermitis mit Hausmitteln?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:34
Neurodermitis ist eine sehr belastende Hauterkrankung, die schulmedizinisch oft mit Cortison behandelt wird.
Cortison, auch in Cremes, sollte wegen seiner Nebenwirkungen nicht langfristig angewendet werden. Die Erkrankung lässt sich auch sehr gut mit Hausmitteln behandeln.

Hilfreiche Tipps

Seelischer Hintergrund

Die Haut ist die Barriere zwischen dem Inneren des Menschen und der Außenwelt. Diese Barriere ist bei Neurodermitis-Patienten nicht intakt. Es sind oft sehr sensible Menschen, die sich schlecht abgrenzen können und es allen recht machen wollen, da sie sich nicht gerne streiten. Sie sollten an ihrem Selbstvertrauen und ihrer Standfestigkeit arbeiten und sich bewusst machen, dass sie wie jeder andere auch das Recht haben, Unerwünschtes zurückzuweisen.

Auf die Ernährung achten

  • Manche Lebensmittel verschlechtern das Hautbild. Die Behandlung mit Hausmitteln zeigt deutlich mehr Erfolg, wenn der Patient darauf achtet, was er nicht verträgt. Zusatzstoffe in Lebensmitteln wie Konservierungsmittel oder Phosphate (z. B. in Fast Food, ganz viel in Cola!) sind unbedingt zu meiden.
  • Es ist umstritten, ob Neurodermitis zu den allergischen Erkrankungen gehört. Oft werden bei Neurodermitis (wie bei vielen Allergien) folgende Lebensmittel nicht vertragen: Kuhmilch, Eier, Schweinefleisch, Fisch, Erdnüsse, Weizen, Soja, Tomaten, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Pfirsiche, Äpfel, Trauben, Kiwi, Hagebutten- und Früchte-Tee. Vor allem auf Schweinefleisch, Milch und Milchprodukte sollte bei Neurodermitis komplett verzichtet werden. Hefetabletten (die angeblich so gut für die Haut sind) sind bei Neurodermitis fehl am Platz. Für Alkohol, Süßigkeiten und Kaffee gilt das Gleiche. Oft ist beim Patienten starkes Verlangen nach Süßem vorhanden, dagegen helfen Bitterstoffe (z. B. Bitterstern-Tropfen aus der Apotheke).
  • Empfehlenswerte Nahrungsmittel: Viel frisches Obst und gedünstetes Gemüse (auch Rohkost, wenn sie vertragen wird). Getreide wie Dinkel, Einkorn, Kamut, Emmer, Amaranth, Quinoa, Buchweizen. Wasser ohne Kohlensäure.

 

Entzündungshemmende Hausmittel zum Einnehmen

  • Hilfreich sind bestimmte Öle, die Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren enthalten: vor allem Schwarzkümmelöl-Kapseln und Nachtkerzenöl-Kapseln, auch Fischöl-Kapseln und Sanddornöl-Kapseln. Gut ist auch Leinöl (1-2 Teelöffel pro Tag). Diese Öle können einzeln oder 2 - 3 Sorten zusammen über mehrere Monate eingenommen werden.
  • Auf ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sollte geachtet werden. Unverzichtbar ist Vitamin C (am besten aus Obst, Gemüse, Sauerkraut), auch B-Vitamine (vor allem Folsäure). Vitamin A, D und E kann kurze Zeit dazu genommen werden. An Mineralstoffen ist vor allem Calcium (500 mg pro Tag) wichtig, auch kurzfristige Einnahme von Zink und Selen (beide maximal 3 Wochen!). Vitamin- und Mineralstoff-Präparate sollen höchstens 4 - 6 Wochen eingenommen werden, dann ist eine Pause von 6 - 8 Wochen zu machen. Auch diese lebensnotwendigen Stoffe haben erhebliche Nebenwirkungen, wenn man sie zu lange und hochdosiert schluckt!!!
  • Hervorragend ist Klinoptil Zeolith Pulver (täglich 5 Gramm über mindestens 40 Tage oder länger).
  • Der Geheimtipp bei den Hausmitteln zur Selbstbehandlung: Enzyme und Milchsäure
  • Beides fehlt bei den meisten Neurodermitis-Patienten und ist unverzichtbar für einen gesunden Organismus. Milchsäure und Enzympräparate dürfen langfristig über Monate genommen werden, sollten aber nicht miteinander kombiniert werden. Beides hat entgiftende und entsäuernde Wirkung auf den Körper und ist auch noch super für die allgemeine Fitness. Milchsäure ist zum Beispiel in Kanne Brottrunk (Reformhaus), es gibt auch Tropfen aus der Apotheke (z. B. RMS Asconex oder Sanuvis). Gute Enzympräparate sind Niedermaier Rechtsregulat oder VitaBiosa. Manchen hat auch schon folgendes einfache Rezept gut geholfen: 150 g ungekochten Langkornreis in einen halben Liter abgekochtes Wasser geben, in der Wärme 48 Stunden gären lassen, abseihen und über den Tag verteilt trinken (kann unbegrenzte Zeit genommen werden).

 

Aus der Homöopathie

Dulcamara D 12 (Tropfen oder Globuli) hat sich sehr bewährt (Einnahme beenden, wenn die Beschwerden weg sind). Ein Versuch wert wäre auch Okoubaka D 2 (über mindestens 4 Wochen bis 3 Monate).

Behandlung mit Salben

Sehr wirksam sein soll Regividerm Creme (evtl. in der Apotheke mischen lassen): 0,07 g Vitamin B12, 46 g Avocadoöl, 45,42 g Wasser, 8 g Tegocare PS, 0,26 g Kaliumsorbat, 0,25 g Zitronensäure
Neobonsen Basis Creme Plus (Apotheke) für sehr trockene Haut mit Nachtkerzenöl, Urea + Hyaluronsäure oder Neobonsen Silber Creme für entzündete, gereizte Haut, auch Salben mit Cystus, Hamamelis, Cardiospermum, Weihrauch, Birke, Aloe oder Malvenöl Wala (besonders bei Juckreiz). Sehr empfehlenswert ist auch Dulcamara Salbe oder Vitamin D-Salbe.

Wirksame Bäder

Zu allen Bädern kann eine halbe Tasse Honig ins Badewasser gegeben werden.
Als Badezusatz eignen sich Sahne (1 - 2 Becher pro Vollbad), Molkepulver, Töpfer Kleie-Bad, Himalayasalz, Obstessig, Kanne Brottrunk. Prima ist das basische Natronbad: 100 - 200 g Kaiser Natron (Supermarkt) pro Wanne (nicht bei Herzpatienten).
Bei trockener Haut Öl-Bäder mit Jojoba-, Oliven-, Schwarzkümmel-, Johanniskraut- oder Mandelöl: Öl mit 1 Tasse Milch oder Sahne mischen, damit es sich im Badewasser gut verteilt und nicht nur an der Oberfläche schwimmt. Kein Avocado-Öl: als Badezusatz kann es Hautreizung verursachen.
Kräuter sollten erst als Tee zubereitet und durchgesiebt werden, bevor man sie ins Badewasser gibt: 1 Esslöffel Stiefmütterchenkraut (Herba Viola tricoloris) oder Gänseblümchen auf 1 grosse Tasse Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, für Hautwaschungen 1:2 verdünnen. Oder 1 - 2 Handvoll frische Efeublätter in 1 - 2 Liter Wasser aufkochen, 5 Min. ziehen lassen. Birkenblätter-Bad: 2 Eßl. getrocknete Birkenblätter fein zerreiben, auf 1 Liter kaltes Wasser, 10 Minuten köcheln.

Im Akutfall bei sehr starken Beschwerden:

Aloe Gel oder Umschläge mit kaltem Wasser, auch mit Tee aus Stiefmütterchenkraut (1:2 verdünnt), Goldrute, Schwarztee oder Efeublättern (1 Teelöffel Kräuter auf 1 Tasse Wasser, 10 Minuten ziehen lassen). Einreibungen mit Kanne Brottrunk oder Obstessig (evtl. verdünnen - brennt zuerst, dann hilft es gegen Juckreiz). Danach immer gut eincremen. Hautberuhigend ist Malvenöl Wala oder Johanniskrautöl.

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