Foto: Shutterstock.com

Wie schützt man sich vor erhöhter Strahlenbelastung?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Wie schützen wir uns am besten, wenn es zu einem Atomunglück kommt?

Ein großer Teil der täglichen Stromversorgung wird in Atomkraftwerken bereitgestellt. Gerade die jüngsten Bilder des Reaktorunglücks in Japan rufen Erinnerungen an den radioaktiven Unfall in Tschernobyl im Jahre 1986, wach. Damals zog die radioaktive Wolke in Richtung Europa. Sie beeinträchtigte für eine lange Zeit viele Bereiche des täglichen Lebens. So konnte ein Jahr lang kein Salat auf freien Flächen angebaut und geerntet werden, Pilze und Wildfleisch wiesen noch Jahre nach dem Unfall eine spürbar höhere Strahlenbelastung auf.
Japan ist weit weg, denken wir. Doch wie schützen wir uns am besten, wenn es in unseren Breiten zu einem Atomunglück kommt? Wo gehen wir hin, was ziehen wir an und können wir überhaupt jemals wieder auf die Straße und ins Freie gehen?

Behördliche Warnung

  1. Ein Atomunfall beziehungsweise ein atomarer Notfall wird zuerst durch die Behörden bestätigt. Danach setzt sich eine nationale Notfallkette in Gang. 
  2. In diesem Zusammenhang wird die Bevölkerung über die Medien umfassend gewarnt. 
  3. Im Rahmen dieser Warnung werden Ihnen wertvolle Hinweise für das weitere Vorgehen und Verhaltenmaßnahmen gegeben. 
  4. Der Informationsfluss erfolgt in der Regel über die Medien, wie Radio, Telefon und Internet. 
  5. Handeln Sie gemäß der Anweisungen der Behörden. Bewahren Sie Ruhe und informieren Sie auch ihre Nachbarn und ausländische, der Sprache nicht mächtigen, Mitbürger.


Persönliche Prävention

  1. Kommt es zu einem Atomunfall in Europa, so bieten herkömmliche, massiv gebaute Gebäude schon einen sehr wertvollen Schutz vor radioaktiver Strahlung. 
  2. Werden Fenster und Tür rechtzeitig geschlossen und der Gang ins Freie unterlassen, so ist der Schutz vor der radioaktiven Strahlung schon recht wirksam. 
  3. Die Strahlenbelastung im Freien ist gegenüber dem Aufenthalt in einem geschlossenen Gebäude um das Achtzigfache erhöht. 
  4. Da radioaktive Strahlen über die Atmung, die Haut oder über kontaminierte Lebensmittel in den menschlichen Körper gelangen und zu Schädigungen führen, ist ein Aufenthalt an der frischen Luft im Ernstfall unbedingt zu vermeiden. 
  5. Kommt es zu einer Warnung vor radioaktivem Niederschlag, so sollte unverzüglich die eigene Wohnung beziehungsweise der nächste Schutzraum aufgesucht werden. 
  6. Die Warnungen erfolgen mittels Sirenen und Medien. Schutz- und Hilfskräfte werden aktiviert sein, um den Menschen den Weg in die nächste Schutzunterkunft zu weisen.


Schützende Medikation

  1. Bei einem atomaren Unfall wird vielfach schädigendes Jod freigesetzt. 
  2. Besonders Kinder und Jugendliche sind sehr gefährdet. Die sofortige und regelmäßige Einnahme von Kaliumjodidtabletten im atomaren Notfall verhindert beziehungsweise erschwert die Aufnahme des radioaktiven Jods über die Schilddrüse. 
  3. Diese Jodtabletten sollten nur auf behördliche Anweisungen eingenommen werden, da die richtige Zeit der Einnahme von Wichtigkeit ist.
  4. Diese Tabletten können im Rahmen des Versorgungsprogramms der Weltgesundheitsorganisation erstanden werden. 
  5. Für unter 18-Jährige, Schwangere und Stillende ist die Bevorratung sogar kostenlos.

Kommentare