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Wie stopt man übermäßigen Alkoholkonsum?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:43
Auf fast jeder Party, in der Disco oder bei Konzerten spielt Alkohol eine gewisse Rolle...
Wenn man zuviel Alkohol trinkt, bekommt man spätestens am Morgen danach die Quittung. So ein „Kater“ ist für die meisten Menschen Anlass genug, vorerst nicht mehr oder zumindest weniger zu trinken. Was aber tun, wenn übermäßiger Alkoholkonsum zur Gewohnheit wird und selbst unangenehme Folgeerscheinungen nicht mehr abschrecken?

Hilfreich können sein:

  • Gespräche
  • Schockmaßnahmen
  • Kontaktmeidung
  • Suchtberatung
  • Entzugstherapie als letzter Ausweg

Gespräch suchen

  1. Besonders Jugendliche kennen nur selten ihre Grenzen, wenn es um Alkohol geht. Als Elternteil sollte man deshalb rechtzeitig das Gespräch mit den Heranwachsenden suchen. Empfehlenswert ist dabei die „Ich-Form“, wie:
  2. Ich habe bemerkt....
  3. Mir fällt in letzter Zeit auf...


Manchmal genügen bereits folgende Argumente aus, um übermäßigen Alkoholkonsum zu stoppen

  1. Gesundheitsrisiko
  2. Kontrollverluste
  3. Kostenaufwand für die Beschaffung von Alkohol
  4. Leistungsabfall 


Schockmaßnahmen

  1. Sollten diese Argumente nicht fruchten, helfen eventuell schockierende Maßnahmen, wie:
  2. selbstgedrehte Videos oder Fotos, die den Betroffenen in einer besonders peinlichen Situation im Alkoholrausch zeigen
  3. wenn vorhanden, mit negativen Beispielen aus dem eigenen Bekanntenkreis argumentieren (sozialer Abstieg, ggf. Verlust von Job und Wohnung aufgrund von Alkoholmissbrauch)
  4. Gespräch mit einem offensichtlich alkoholabhängigen, auf der Straße lebenden Menschen 
  5. Bei dieser Maßnahme ist allerdings große Vorsicht geboten. Grundsätzlich sind sehr viele alkoholkranke Wohnungslose bereit, ihre schockierende Lebensgeschichte zu erzählen, aber der Obdachlose sollte einen insgesamt friedlichen Eindruck machen und möglichst zu diesem Zeitpunkt nicht oder nur leicht alkoholisiert sein. 


Kontakt bis zur Selbsteinsicht abbrechen

  1. Leider sind nur die wenigsten Betroffenen in der Lage, sich ihrem Alkoholproblem zu stellen. Bevor es keine Selbsteinsicht gibt, ist fast jeder Rettungsversuch von Freunden oder der Familie so gut wie aussichtslos. 
  2. Deshalb sollte man den Kontakt konsequent abbrechen. Erst wenn der Betroffene aufgrund seines Alkoholproblems keine Bezugsperson mehr hat, ist er unter Umständen bereit sich seiner Sucht zu stellen und professionelle Hilfe anzunehmen. 
  3. Sobald dieser Zeitpunkt erreicht ist, sollte man den Kontakt wieder aufnehmen.


Suchtberatung und Therapie

  1. Die Caritas oder das Gesundheitsamt bieten kostenlose und professionelle Beratungsgespräche an. Damit wäre der erste Schritt getan. 
  2. Meist folgt eine Therapie, die nicht zwingend in einer Entzugsklinik durchgeführt werden muss, denn davor haben die meisten Betroffenen zurecht besonders große Angst. 
  3. Der Verein „Anonymen Alkoholiker“ hat bereits unzähligen Menschen mit Gruppen- und Einzeltherapien geholfen. 
  4. Auf dem Portal www.anonyme-alkoholiker.de findet man als Betroffener und Angehöriger weitere wertvolle Informationen.

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