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Wie unterstützt man Diabetes mit Ernährung?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:43
Diabetes ist eine Stoffwechselstörung. Das Hormon Insulin wird nicht ausreichend produziert.

Diabetes ist eine Stoffwechselstörung. Das Hormon Insulin wird gar nicht oder nicht mehr ausreichend von der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert. Insulin ist wie ein Schlüssel, der die Türen für Traubenzucker (Glukose) im Körpergewebe (Muskeln, Nerven usw) öffnet. Tritt Glukose vermindert oder gar nicht mehr in die Zellen ein, leiden sie Hunger. Es kommt zu lebensgefährlichen Mangelzuständen. Im Blut wird Glukose zum Körpergewebe transportiert. In welchem Maße der Traubenzucker dort aufgenommen wird, dafür ist die Blut-Glukose-Konzentration der entscheidende Messwert. Diesen, kurz „Blutzucker“ genannten Wert messen die meisten Diabetiker mit tragbaren Geräten selber. Das lebenswichtige Insulin müssen sich viele Diabetiker durch Injektionen zuführen. Die Insulin-Einheiten, also: wie viel Insulin gespritzt wird, richtet sich nach den aufgenommenen Kohlenhydraten (das sind im weitesten Sinne zuckerhaltige Lebensmittel wie Brot, Kartoffeln, Nudeln, Süßigkeiten).

Die Menge der zugeführten Kohlenhydrate muss einem streng geregelten oder kontrollierten Ablauf folgen. Messen, zählen und rechnen ist daher erforderlich.

  • Eine Nährwert-Tabelle für Diabetiker. Diese beantwortet kurz folgende Frage: Wie viel reiner Zucker ist im Lebensmittel X enthalten? Alle gängigen Lebensmittel sind in der Tabelle auf Broteinheiten zurückgeführt. Eine Deutsche Broteinheit entspricht 12 Gramm Zucker. Hier muss unbedingt darauf geachtet werden, aus welchem Land die Tabelle stammt. Zum Beispiel entspricht eine Schweizer Broteinheit nur 10 Gramm Zucker! (Internationale Definition: 10 – 12 Gramm) Beispiele: Eine Deutsche Broteinheit ist enthalten in: 170 Gramm Erdbeeren, 60 Gramm gekochte Nudeln, eine halbe Scheibe (30 Gramm) Vollkornbrot.
  • Eine Lebensmittelwaage. Zum Anrichten des Essens müssen die Broteinheiten der Mahlzeit ermittelt werden. 
  • Ein Taschenrechner. Er erleichtert das umrechnen in Broteinheiten. Viele Diabetiker haben keinen strikten Diätplan. Sie haben in der Therapie gelernt, den Insulin-Bedarf an die jeweiligen Portionen und Zwischenmahlzeiten aktuell anzupassen. Die Berechnung der Insulin-Dosis, ausgehend von den verzehrten Broteinheiten, beherrscht der routinierte Diabetiker selber. Darum kann sich ein Außenstehender nicht kümmern, aber den Taschenrechner können Sie bereithalten!

Einige Diabetiker verfügen heute über Insulin-Pumpen, die mittels eines Katheters das Insulin ständig in Mini-Dosen in den Körper injizieren. Diese Patienten und diejenigen, die ihren Insulin-Bedarf aktuell selbst ermitteln und injizieren (Punkt 3 oben), stellen heute den Großteil aller Diabetiker. Sie dürfen – im Gegensatz zu früheren Lehrmeinungen – ruhig auch Zucker essen. Auch andere kohlenhydratreiche Mahlzeiten sind kein Tabu mehr. Einige Regeln sind allerdings zu beachten:

  1. Öfter und kleine Mahlzeiten essen ist besser als wenige und große Mahlzeiten. 
  2. Fett stellt insofern ein Problem dar, als Diabetiker eine Neigung zu Übergewicht haben.
  3. Das resultiert aus einem verstärkten Hungergefühl. Ganz allgemein sollte also auf kalorienärmeres Essen geachtet werden.
  4. Das Abendbrot sollte nicht extrem kohlenhydratreich sein. Nachts kann es zu unbemerkten Überzuckerungen kommen! Trotzdem gilt:
  5. Lieber etwas mehr Kohlenhydrate als „geplant“. Denn: Unterzuckerungen sind gefährlicher als Überzuckerungen! Um Unterzuckerungen zu begegnen sollten immer
  6. Glukose-Drops vorhanden sein. In jeder Situation! Das kann genauso lebenswichtig sein wie Insulin.

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