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Wie verhält man sich am besten wenn man Schiffbruch erlitten hat?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Je mehr Hilfsmittel der Schiffsbrüchige erlangen kann, desto besser.

Auch, wenn Passagierschiffe heute selten Opfer von derartigen Unglücken werden, kann es doch hilfreich sein, gewisse Überlebensstrategien zu kennen, um sich und anderen gegebenenfalls helfen zu können.
Je mehr Hilfsmittel der Schiffsbrüchige erlangen kann, desto besser. Schließlich geht es ums Überleben und wie lange es dauert, bis Rettung eintrifft, ist meist vorab nicht bekannt. Wir gehen hier davon aus, dass das sinkende/ fahruntüchtige Schiff über moderne Rettungsboote/ -flöße und Schwimmwesten verfügt. Moderne Rettungsboote/ -flöße sind heute normalerweise sehr gut ausgestattet. Die Ausstattung umfasst ein Sonnendach, Trinkwasserauffangkanister, Angelvorrichtungen, Paddel, Spiegel und Reflektoren und akustische Warnsignale. Außerdem sollten sie regemäßig auf eventuelle Schäden inspiziert worden sein. Mit einem solchen Rettungsboot sind die Chancen auf dem offenen Wasser überleben zu können relativ hoch einzuschätzen.

Bitte beachten

  • Sinken - Handelt es sich um ein Floß, besteht die Gefahr, dass das Material reißen und das Floß somit sinken kann. Sollte dies geschehen und Sie sich im Wasser wiederfinden (mit Schwimmweste), so ziehen Sie die Beine in Richtung Herz an, um Wärme zu sparen. Die Weste macht sie wenigstens sichtbar und hält Sie über Wasser. Sie haben so immerhin 3-5 Tage Zeit um gefunden zu werden. Leider können Sie so weder Angeln, noch Wasservorräte anlegen. Regnet es, können Sie trotzdem versuchen, etwas Regenwasser zu trinken.
  • Massenpanik - Bei Panik können mehr Menschen versuchen in dem Rettungsboot/-floß Platz zu finden, als das Gefährt tragen kann. Gefahr des Kenterns! Auch wenn es schwer fällt: Ruhe bewahren!
  • Sonnenbrand/-stich, Überhitzung - Fehlt ein Sonnendach, besteht die Gefahr von Sonnenbrand, Sonnenstichen und Überhitzung. Improvisieren! Ein weißes T-Shirt, welches um den Kopf gewickelt wird, kann helfen. Möglichst einen Schattenspender installieren. Auch normale Hautcremen bieten Schutz vor UV Strahlung und Sonnenbrand.
  • Austrocknen - Bestand keine Möglichkeit mehr Trinkwasser mit an Bord zu nehmen, kann man schnell dehydrieren. Es sollte aber mindestens ein Liter Flüssigkeit pro Tag aufgenommen werden. Man kann beispielsweise mit Eimern oder einer Plane Regenwasser auffangen, sollte keine Regenwasserauffanganlage vorhanden sein. Auf keinen Fall Salzwasser trinken, welches den Durst nur verstärkt und die Dehydrierung voran treibt!
  • Entkräftung - Der Schock und spärliches Essen führen schnell zu Entkräftung. Gefährdet sind hier v.a. Kinder, Alte und Schwangere. Es gilt eine Nahrungsquelle aufzutun. Fisch und andere Meerestiere sollten in Fülle vorhanden sein und liefern wichtiges Eiweiß und Wasser, somit neue Energie. Improvisieren Sie mit allem, was zur Verfügung steht, wenn kein Angelset vorhanden ist. Aber vergessen Sie nicht: Viel wichtiger ist Wasser! Ein Mensch kann mehrere Wochen ohne feste Nahrung überstehen.
  • Unterkühlen - Je nach Lage, kann die Gefahr bestehen auszukühlen. Versuchen Sie trocken zu bleiben, bewegen Sie sich ein wenig und rücken Sie zusammen. Eine Plane hilft, ein wenig Wärme zu speichern. Nahrung spielt auch hier eine wichtige Rolle. Nur wer genügend Kalorien aufnimmt, kann diese auch verbrennen. 
  • Demoralisierung - Geben Sie nie auf! Wem es hilft, kann beten. Vergessen Sie nie: Der Wille zu überleben hat schon so manches Wunder bewirkt und der Schiffsverkehr ist so dicht, dass meistens innerhalb weniger Stunden Hilfe eintrifft.
  • Signale - Versuchen Sie auf sich aufmerksam zu machen! Hierbei können Spiegel und Fahnen die Sie aus Kleidung fertigen können hilfreich sein.
    • Legen Sie sich die Rettungsweste um und sichern Sie sich einen Platz im Rettungsboot 
    • Helfen Sie anderen
    • Legen Sie Wasservorräte und Nahrungsvorräte an
    • Schützen Sie sich und andere vor Sonne/ Kälte
    • Machen Sie auf sich aufmerksam

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