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Wie verhält man sich in einer grossen Menschenmenge?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:44
Die diesjährige Loveparade liefert ein erschreckendes Beispiel für die Konsequenzen von Massenpanik.
nbsp;Die Tatsache, dass bislang noch nicht eindeutig klargestellt wurde, wie das Gerangel im Tunnel auf der Loveparade derartig eskalieren konnte, bestärkt die Sorge hinsichtlich Veranstaltungen mit einem vergleichbar großen Menschenaufkommen. Wie kann man sich selbst und anderen in einer solchen Situation helfen? Welche Möglichkeiten gibt es, sich wohlbehalten vom Brennpunkt zu entfernen?

  • Ruhe bewahren und keine unüberlegten Entscheidungen treffen.
  • Sich einen (genauen) Überblick der derzeitigen Lage verschaffen:
  • (Wo bin ich? Wer ist bei mir? Wie weit sind Ausgangsmöglichkeiten entfernt? Muss ich medizinisch versorgt 
  • werden? Kann ich Hilfe holen?...)
  • Verständigug:  Sich telefonisch austauschen (Lagebericht abgeben und vor Stau warnen)
  • Umstehende ansprechen und gemeinsam nach einer Lösung suchen
  • Auch in Extremsituationen gibt es schwarze Schafe, die sich ungern auf Hilfe und Teamarbeit einlassen. Provokationen aus dem Weg gehen!

  • Ein funktionstüchtiges Mobiltelefon (Wichtige Nummern einspeichern!)
  • 1 Flasche Wasser 
  • Evtl. Traubenzucker

Wer schonmal ein Rockkonzert oder ein größeres Festival besucht hat, ist mit einer geringen Menschendichte vertaut und weiß, ob er damit umgehen kann, oder sich lieber am Rand aufhält um die Lokalität im Notfall schnell verlassen zu können.
Trotzdem kommt es immer wieder zu Zusammenbrüchen und Kreislaufbeschwerden, besonders bei Teenagern und älteren Menschen. Bei nicht oder schlecht klimatisierten Räumen oder Draußenfestivals gilt es immer, auch die Temperaturen zu beachten. Ausreichend trinken oder Eventmeile sogar meiden!


  1. Handelt es sich um ein unbekanntes Gelände, sollte sich vor Betreten schon über dessen Beschaffenheit (Eingänge, Ausgänge, Notrufstellen usw.) informiert werden. Vielleicht liegt sogar ein Plan vor (wie es bei Festivals, Freizeitparks, Einkaufshäusern oft der Fall ist). 
  2. Sofern Security oder Ordner in der Nähe sind und die Menschen beginnen, sich zu drängeln, ist es ratsam, sich in der Nähe von Ortskundigen Fachkräften aufzuhalten. Es sollte in jedem Fall darüber nachgedacht werden, abzuwarten, bis der Aufruhr sich gelegt hat. 
  3. Zumutbar ist der Weitergang solange man seine Arme frei bewegen und im gemäßigten Tempo voranschreiten kann. 
  4. Bei Veranstaltungen in der Nähe von Abhängen oder Brücken, ist zunehmende Vorsicht geboten. Sowohl das Stehen unter (!) Brücken, hohen Treppen oder Gerüsten (übereifrige Personen könnten herumklettern und im schlimmsten Fall in die Masse stürzen.), als auch das zu nahe Herantreten an Absicherungen sollte aus Rücksicht auf die eigene Sicherheit vermieden werden. 
  5. Steckt man trotz Vorsorge fest, ist es möglicherweise sicherer, sich an Mauern, oder Zäunen aufzuhalten, sofern (!) diese keine zusätzliche Gefahr (Schnittwunden o.ä.) bergen! Das Aufhalten in der Masse kann bei einem einfachen Sturz schon gefährlich werden. Sollte jemand zu Fall kommen, sucht man nach einem sicheren Halt (oder bittet Umstehende um Hilfestellung) und hilft ihm auf. 
  6. Wer auf interne Kommunikation setzt, tut nicht nur sich selbst, sondern auch Hilfskräften vor Ort einen Gefallen. Besonders dann, wenn das Funknetz überlastet und eine Verständigung per Handy nicht mehr möglich ist. 
  7. Wer sich einen groben Überblick vom Geschehen macht, kann einen kurzen Lagebericht an umstehende Personen weitergeben und einen Hilferuf an die äußere Grenze leiten. Auch indirekt Betroffene werden so aufmerksam auf problematische und bedrohliche Zustände. Die Masse kann sich von außen her lichten und Gänge für eventuelle Verletzte freigeben; selber im Austausch gegen Sanitäter oder Ordner das Gelände verlassen.
  8. Menschen in einer beengten Situation mit wenig körperlichem Freiraum sind zunächst auf sich selbst gestellt, da sich die Masse erst einmal verkleinern muss, bevor eine sichere Hilfestellung durch Einschreiten von Polizei und Rettungskräften garantiert werden kann.

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