Foto: Shutterstock.com

Wie verhält man sich richtig bei einem Atomunfall?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:47
Atomare Unfälle und Katastrophen sind ein ständig aktuelles Thema.

Atomare Unfälle und Katastrophen sind ein ständig aktuelles Thema - nicht nur für Naturschützer und Atomgegner, sondern für jeden. Unfälle wie in Tschernobyl können sich heute aufgrund anderer Technik und Sicherheitsregelungen nicht mehr ereignen, und doch zeigen die aktuellen Geschehnisse in Fukushima, dass die Welt vor atomaren Unfällen nicht sicher ist. Daher sollte jeder wissen, wie man sich vor radioaktiver Strahlung schützt und was man außerdem über die nukleare Katastrophe wissen muss.

  • Beim atomaren Unfall sind zunächst die Menschen am meisten gefährdet, die sich zum Zeitpunkt des Unfalls in der unmittelbaren Nähe aufhalten. Nukleare Explosionen sind besonders heftig und können Personen schwer verletzen. Andererseits ist aber auch die radioaktive Strahlung im unmittelbaren Umkreis besonders hoch, sodass es bereits zur Verstrahlung gekommen sein kann.
  • Personen im näheren Umfeld haben zu befürchten, dass die verstrahlte Luft sie erreicht. Sie würden diese einatmen, ohne es zu bemerken, was das Risiko der Verstrahlung natürlich erhöht.
  • Gerade im näheren Umfeld von atomaren Unfällen kommt es immer wieder zu Erkrankungen, da die Menschen nicht früh genug reagiert haben. In vielen Fällen haben sie auch nicht schnell genug zur Jodtablette gegriffen, sodass diese nicht mehr wirken kann. Noch bevor die Behörden konkrete Anweisungen geben, ist es daher wichtig, selbst erste Maßnahmen zu ergreifen.
  • Jahre und Jahrzehnte nach dem nuklearen Unfall werden in verseuchten Gebieten erhöhte Krebsstatistiken festgestellt. Das liegt daran, wie die atomare Verstrahlung sich auf den Menschen auswirkt. Laufend schießen die strahlenden Moleküle Elektronen ab, die durch ihre Geschwindigkeit wiederum die Elektronen der gesunden Körperzelle abtrennen.
  • Jedes nicht strahlende Molekül besitzt gleich viele Protonen und Elektronen - wäre das nicht der Fall, läge eine instabile Verbindung vor. Da Moleküle jedoch immer nach der Stabilität streben, müssten die geschädigten Körperzellen unkontrollierbare Reaktionen mit anderen Körpermolekülen eingehen, um wieder stabil zu werden. Sie richten dabei großen Schaden an, da die Kettenreaktion immer weitergeht: Schließlich nehmen sie zwecks ihrer eigenen Stabilität einem anderen gesunden Molekül ein Elektron. Auf diese Weise kann die DNA verändert werden, wichtige Enzyme sterben ab oder ganze Zellgebiete überleben nicht.

  • Jodtabletten
  • Alle Fenster und Türen schließen
  • Möglichst im Haus bleiben
  • Nachrichten sehen oder hören
  • Radio oder Fernseher um Nachrichten zu verfolgen

  1. Unmittelbar nach dem Unfall begibt sich jeder in einem Umkreis von mehreren 100 km sofort ins Haus oder in einen geschützten Innenraum (Kelleräume bieten sich an, da diese kaum Fenster besitzen und meist durch dicke Mauern geschützt sind), verschließt Fenster und Türen und wartet auf weitere Meldungen in den Nachrichten oder Anweisungen von Behörden.
  2. Möglichst bald nach dem Unfall sollten Kaliumiodidtabletten eingenommen werden. Sie enthalten das strahlende Isotop Iod 131, das sich in der Schilddrüse ablagert.
  3. Rechtzeitig eingenommen, also vor der Verstrahlung, sorgt das Iod dafür, dass die Schilddrüse keine strahlenden Moleküle mehr aufnehmen kann, da sie gesättigt ist.
  4. Einige Tage nach dem Unfall sollte jeder auf die Zeichen der Strahlenkrankheit achten. Dazu gehören Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
  5. Die Symptome klingen bald wieder ab und werden nach einigen Tagen durch Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Unwohlsein für mehrere Wochen zurück.

Kommentare