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Wie verläuft eine Organtransplantation?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:05
Täglich warten etliche Menschen auf ein passendes Spenderorgan.

Täglich warten etliche Menschen auf ein passendes Spenderorgan. In Deutschland gibt es derzeit viel zu wenig bereitwillige Organspender. Vielen Menschen fällt es schwer, sich mit dem eigenen Tod zu befassen und meiden das Thema. Andere spenden schlicht aus Unwissenheit nicht. Dabei kann durch Organspende vielen Menschen das Leben gerettet werden. Einzige Voraussetzung dafür ist das Ausfüllen eines Organspendeausweises. Doch gerade kürzlich erschütterte ein Skandal in der Universitätsklinik Göttingen die Bevölkerung. Ein Professor wird beschuldigt Spenderlisten gefälscht zu haben, um möglichst viele Operationen in Göttingen durchführen zu können. Sein Motiv war, dass er für jede Operation fürstlich entlohnt wurde. Um solchen Vorfällen entgegenzutreten, werden aktuell neue Sicherheitsmechanismen entwickelt, die für noch mehr Kontrolle und Transparenz sorgen sollen.

Wer spendet Organe?

  1. Zunächst ist zwischen verschiedenen Szenarien zu unterscheiden.
  2. Eine Niere beispielsweise kann gespendet werden und sowohl Spender als auch Empfänger leben anschließend weiter, wenn auch mit einigen Einschränkungen.
  3. Oftmals jedoch ist die Situation anders und nur der Empfänger wird ein Leben weiterführen können.
  4. Voraussetzung dafür ist, dass bei einem potenziellen Spender der Hirntod festgestellt worden ist.
  5. Nur dann kommt er als Spender in Betracht.
  6. Hat dieser potenzielle Spender keinen Organspendeausweis, müssen seine Angehörigen über eine mögliche Spende entscheiden.
  7. Da diese Entscheidung wohl überlegt sein muss, werden vorab intensive Gespräche geführt, ohne, dass Druck vonseiten der Mediziner ausgeübt wird. Die Entscheidung muss in freien Stücken gefällt werden.


Der Ablauf

  1. Zunächst werden genaue Untersuchungen angestellt, um unter anderem die Kompatibilität und die Gesundheit der Organe festzustellen.
  2. Gehen diese Untersuchungen positiv aus, so werden die Organe mit dergleichen Sorgfalt entnommen, wie bei jeder anderen Operation.
  3. Einziger Unterschied ist, dass keine schmerzlindernden Mittel verabreicht werden, da bereits der Hirntod beim Spender eingetreten sein muss und dieser, aufgrund dessen keinen Schmerz mehr spürt.
  4. Nach der Entnahme erfolgen weitere Untersuchungen, ob das Organ sich endgültig zur Spende eignet.
  5. Danach gelangt es auf dem schnellsten Weg zum Empfänger.
  6. Während des Transports wird der zweite Operationssaal schon vorbereitet, sodass keine Zeit verloren geht.
  7. Zuletzt sei noch angemerkt, dass nach der Organentnahme der Leichnam des Spenders in einem würdevollen Zustand hinterlassen wird, sodass die Angehörigen angemessen Abschied nehmen können.

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