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10 häufige Fragen beim Vorstellungsgespräch und die passenden Antworten

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:33
Was den Personalchef besonders interessieren wird.

Du bist gerade auf Jobsuche und hast bereits unzählige Bewerbungsschreiben an interessante Firmen versendet? Endlich war eine positive Rückmeldung dabei und du darfst zum Vorstellungsgespräch erscheinen? Toll! Das könnte eine einmalige Gelegenheit sein, deine berufliche Karriere in die richtigen Wege zu leiten und außerdem eine spannende Herausforderung bringen. Doch viele Jobsuchende machen sich davor unnötig nervös und verringern so selbst ihre Chancen.

 

Das muss nicht sein! Denn bei den allermeisten Bewerbungsgesprächen werden in der Praxis Fragen gestellt, auf die man sich ganz gut vorbereiten kann. Ausnahmen und besonders gefinkelte Personalchefs gibt es natürlich immer wieder; mit unserem Guide zu den häufigsten Fragen beim Vorstellungsgespräch wirst du aber bei den meisten 'Personalern' eine gute Figur machen. Dazu noch die richtige Prise Selbstvertrauen und ein seriöses Auftreten und du wirst dir den Job schnappen! 

Vorstellungsgespräch - Die wichtigsten Tipps

  • Eigentlich selbstverständlich, aber dennoch oft ein Manko: Kleide dich den Gepflogenheiten im Unternehmen angemessen und achte auf jeden Fall auf ein gepflegtes Erscheinungsbild. Eine Bank hat einen ganz anderen 'Dresscode' als ein Tattoo-Studio!
  • Bereite dich gut vor! Mit dem Lesen dieses Beitrags ist der erste Schritt dazu bereits getan. Außerdem solltest Du dir so viele Informationen, wie nur möglich, über das Unternehmen der Begierde holen.
  • Zeige dich interessiert. Dein Gesprächspartner muss merken, dass die Arbeit in dieser Branche deine Leidenschaft ist. Stelle außerdem auch selbst immer wieder Fragen und lasse das Job-Gespräch nicht zu einseitig werden.
  • Lügen ist nicht unbedingt verboten. Werden dir Fragen gestellt, die zu tief in deine Privatsphäre gehen, so musst du diese nicht wahrheitsgetreu beantworten. Du solltest deine Antwort hier so formulieren, dass sie zu deinem Vorteil ausgelegt werden kann. Es geht beispielsweise schlichtweg niemanden an, wie es um dein Liebesleben steht bzw. ob ein Kinderwunsch besteht.

10 häufige Fragen beim Vorstellungsgespräch und Tipps dazu

1. Warum denken Sie, der/die Richtige für diesen Job zu sein?

Bei dieser (sehr häufigen) Frage sind vor allem zwei Dinge wichtig: Ruhe und Selbstvertrauen. Lass dich nicht nervös machen und hebe deine Stärken in den Vordergrund. Nimm zum Beispiel Bezug auf deine Qualifikationen, deine Erfahrungen sowie deinen Ehrgeiz.  Im Vorfeld kannst Du oft auch aus dem Stelleninserat wunderbar erkennen, was der Arbeitgeber hören will und welche Kompetenzen eigentlich gefordert sind. Wichtig: Wenn du dich für eine diesbezügliche Strategie entscheiden hast, solltest Du deine Argumente so präzise wie möglich formulieren. Schwammige Aussagen können unangenehmens Nachhaken zur Folge haben.

Mehr: Warum ist man der Richtige für diesen Job?

 

2. Erzählen Sie doch mal etwas über sich...

Eine demonstrativ offen gehaltene "Frage", bei der Du entweder Kreativität beweisen, oder auf Nummer sicher gehen und sachlich bleiben kannst. Jedenfalls solltest du nicht vergessen, dass jeder Personalchef auch aus noch so lapidaren Aussagen seine Schlüsse ziehen wird. Am besten nennst du einfach deine (unverfänglicheren) Hobbys, deine Interessen und idealerweise eine ehrenamtliche Betätigung - letztere sollte natürlich auch wirklich ausgeübt werden. Wenn du etwas in die Tiefe gehen willst, kannst du auch etwas deine Charakterzüge beschreiben. Kontaktfreudig, mutig, ehrlich - solche Eigenschaften sollten in der Regel für ein gutes Bild sorgen.

Mehr: Etwas über sich erzählen...

 

3. Was sind Ihre Hobbys?

Hier kannst Du ruhig nennen, was du in deiner Freizeit gerne machst. Bist du allerdings der Meinung, ein bestimmtes Hobby könnte deine Jobchancen merklich verringern, dann hülle lieber den Mantel des Schweigens darüber. Gut sind natürlich oft intelektuellere Beschäftigungen sowie (ungefährliche) Sportarten und (ebenso ungefährliche) Aktivitäten in der Natur. Perfekt sind auch hier wieder ehrenamtliche Tätigkeiten sowie Hobbys, die im Zusammenhang mit dem Wunschberuf stehen. Beispielsweise wird es nicht schaden, wenn du dich als Webdesigner bewirbst und gleichzeitig das Malen als großes Hobby angeben kannst.

Mehr: Die Frage nach den Hobbys beim Bewerbungsgespräch

 

4. Warum haben Sie Ihren alten Arbeitgeber verlassen?

Ebenfalls eine recht gefinkelte Frage, die eigentlich nicht wirklich jemanden etwas angehen. Dem Personalchef wird diese aber in der Regel dann doch brennend interessieren. Du kannst hier die Wahrheit sagen, so lange keine gröberen 'Ungereimtheiten' passiert sind. Es empfiehlt sich hier sicherlich Gründe zu nennen, die dich als fähige Arbeitskraft darstellen lassen. Beispielsweise könnte dich deine vorhergie Tätigkeit natürlich maßlos unterfordert haben. Außerdem könnte es Differenzen zwischen deinen persönlichen Zielvorstellungen und jenen deines Ex-Chefs gegeben haben. Jedenfalls solltest du hier klar machen, dass du nicht einfach mal das sprichwörtliche Handtuch geworfen hast, sondern sehr geduldig und durchsetzungsvermögend bist.

Mehr: Warum man den alten Arbeitgeber verlassen hat

 

5. Was hat ihnen bei Ihrer vorherigen Tätigkeit gefallen und was nicht?

Auch wenn du deinen alten Job noch so furchtbar gefunden hast, hier empfiehlt es sich, positive und negative Aspekte zu nennen. Dir könnte zum Beispiel das professionelle Umfeld sowie die flache Hierarchie gefallen haben. Hingegen könntest du Dinge beklagen, die dein potenzieller neuer Arbeitgeber sehr wohl zu bieten hat. Mochtest du die Arbeitszeiten bei deinem alten Job nicht und deine zukünftige Firma setzt hier auf Flexibilität? Raus damit. Aufpassen sollte man dabei, ehemalige Kollegen nicht zu stark zu kritisieren oder gar zu beschimpfen. Der Personalmanager könnte dich als nicht teamfähig einstufen.

Mehr: Wie man über die alte Arbeitsstelle reden sollte

 

6. Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Wohl eine der beliebtesten und gleichzeitig schwierigsten Fragen bei einem Vorstellungsgespräch. Es gilt hier - kurz gesagt - das richtige Mittelmaß zu finden. Übertriebenes Ego-Gehabe sind genau so fehl am Platz, wie unnötige Selbstkritik. Sage nicht, dass du der absolut Beste wärst, sondern dass du immer versuchst, der Beste zu werden. Ansonsten sag einfach, was dir an deiner Person und deiner Art gefällt. Schwieriger wird es natürlich bei den Schwächen. Hier solltest du nur solche nennen, die man einfach verbessern kann. Du könntest sagen, dass du eine bestimmte Ausbildung XY noch nicht hast, aber natürlich bereit bist, diese nachzuholen. Klassischer Antworten wären natürlich - je nach Job - auch "etwas zu ehrgeizig" und "manchmal zu ehrlich". Generell ist zu sagen, dass Du bei Schwächen sehr gut relativieren kannst. Das heißt, du kannst leicht klar machen, dass deine Schwächen nur gelegentlich auftreten und Du diese unbedingt verbessern willst und kannst. 

Mehr: Stärken und Schwächen im Job

 

7. Warum haben Sie gerade unsere Firma ausgewählt?

Hier will dein Gesprächspartner einerseits checken, ob du dich im Vorfeld gewissenhaft und ausreichend informiert hast und andererseits natürlich auch seine Schlüsse ziehen, welche Werte das Unternehmen nach außen hin erfolgreich kommunizieren kann. Du kannst hier zunächst mal einfach das nennen, was dir am Unternehmen imponiert und ausführen, weswegen du genau diesen Job unbedingt machen willst. Weiters solltest du dir ansehen, wofür das Unternehmen in der Öffentlichkeit steht. PR-Texte bzw. Presseaussendungen können hier ein hilfreicher Anhaltspunkt sein. Dein gewünschter Arbeitgeber setzt sich für Gleichberechtigung und umweltfreundliches Wirtschaften ein? Dann kannst du das auch als Grund angeben. Hast du es vielleicht gar mit dem Marktführer zu tun, dann kannst du auch das ruhig als Grund anführen.

Mehr: Warum haben Sie gerade unsere Firma ausgewählt?

 

8. Wie sehen Ihre Gehaltsvorstellungen aus?

"Über Geld spricht man nicht!", so lautet zumindest ein altes Sprichwort. Doch dieses ist eigentlich schon längst überholt und auch beim Vorstellungsgespräch ist es vollkommen okay, Gehaltsvorstellungen selbstbewusst anzusprechen. Es muss ja nicht zu konkret werden. Gib am besten deine Wunschvorstellung in einer großzügigen Spanne an (Bsp.: 3.000-3.500 brutto). Speziell wenn du höhere Gehaltsvorstellungen hast, als für so einen Posten in der Praxis üblich, kannst du diese gleich mit deinen Qualifikationen und positiven Eigenschaften begründen. Jeder Personalchef weiß, dass Mitarbeiter gerne möglichst viel verdienen wollen. Auch wenn sich viele davor fürchten; es ist selten ein Probelm mutige Gehaltsvorstellungen zu stellen. Dies zeugt von Selbstbewusstsein und konkreten Zielsetzungen. Von selbst versteht sich, dass diese aber in einem realistischen Rahmen bleiben müssen und - wie schon angesprochen - gut begründet werden sollten.

Mehr: Einbringung von Gehaltsvorstellungen beim Bewerbungsgespräch

 

9. Was erwarten Sie sich von der neuen Stelle?

Selbstverständlich willst du dir im Vorfeld auch Gedanken machen, wie dein Arbeitsalltag im Falle einer endgültigen Zusage aussehen wird. Empfehlenswert ist hier, gegenseitige Fairness, Ehrlichkeit und vollen Arbeitseinsatz als selbstverständlich darzustellen. Das weckt Vertrauen in deine Person und zeugt von guter Arbeitsmoral. Natürlich kannst du dir auch - falls es sich um ein modern geführtes Unternehmen handelt - flexible Arbeitszeiten und flache Hierarchien wünschen. Es ist ebenfalls gut, konkrete Aufstiegschancen einzufordern. Nur gute Mitarbeiter werden befördert und Du willst ja ein solcher werden. Da du sehr kommunikativ bist, wünscht du dir evt. auch regelmäßige Networking-Veranstaltungen mit Kollegen sowie Geschäftspartnern. Gibt es sonstige Wünsche an deinen neuen Arbeitgeber? Dann ist genau jetzt der richtige Moment, diese vorsichtig aber möglichst konkret anzusprechen.

Mehr: Die richtigen Erwartunen an die neue Stelle

 

10. Warum haben Sie sich gerade für diese Ausbildung entschieden?

Es gibt hier wieder verschiedenene Möglichkeiten. Entweder deine Ausbildung passt exakt zum gewünschten Job, oder du bist Quereinsteiger und hast etwas ganz anderes gelernt. Im 1. Fall hast du meistens leichtes Spiel. Philosophiere einfach darüber, wie sehr dich die betreffende Thematik immer schon interessiert hat und dass du schon seit jungen Jahren diesen Weg gehen wolltest, um dich selbst zu verwirklichen. Bist du Quereinsteiger, dann sehnst du dich eben nach einer neuen Herausforderung. Das neue Berufsfeld hat dir imponiert und Du bist überzeugt, dass Du für dieses gut geschaffen bist. Passend für deine Argumentation ist freilich auch, wenn es sich um eine relativ neue Sparte (IT, New Media, erneuerbare Energie etc.) handelt.

Mehr: Die richtige Begründung der gewählten Ausbildung

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