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Berufsunfähigkeit: Ein oft unterschätztes Risiko

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Stellen Sie sich vor, auf einen Unfall folgt ein langer Spitalsaufenthalt...

Stellen Sie sich vor, auf einen Motorradunfall (mit Verletzungen an beiden Beinen) folgen mehrere Operationen, ein langer Spitalsaufenthalt sowie ein noch längerer Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik. Glücklicherweise verbleibt keine dauernde Einschränkung. Insgesamt beträgt die vorübergehende Berufsunfähigkeit zwei Jahre. Aufgrund der vorhergehenden länger währenden ununterbrochenen Berufsausübung und der mehr als 6 Monate dauernden Berufsunfähigkeit besteht ein Anspruch von ca. 60% des bisherigen Nettoeinkommens bei der Pensionsversicherungsanstalt. Ohne Absicherung der Differenz zum bisherigen Einkommen ist trotzdem der aktuelle Lebensstandard nicht zu erhalten.     

Die Berufsunfähigkeitsversicherung:

 

Qualitätsmerkmale:

  •  Abstrakte und konkrete Verweisbarkeit
  •  Leistungsfeststellung. –erbringung, -dauer

 

Arten und Ausprägungen:

  •  Berufsunfähigkeitversicherung versus Arbeitsunfähigkeitsversicherung
  •  Berufsgruppen und Einbeziehung führender Tätigkeit  
  •  BU für Studenten, Hausfrauen, etc.
  •  Berufsunfähigkeitszusatzversicherung

 

Hinzu kommen noch diverse Zusatzleistungen.

Ungenügende Absicherung als Problemfaktor:

Im Falle eines geringeren oder gar nicht gegebenen gesetzlichen Anspruches und einer im Ernstfall dauernden Berufsunfähigkeit kommt es bei ungenügender privater Absicherung, zusätzlich zur gegebenen Beeinträchtigung, zu drastischen Folgen. Die von Befragten meistgenannten sind verminderte Lebensqualität, sozialer Abstieg, Beeinträchtigung der Familie, sowie soziale Vereinsamung.

 

Bei den Themen Risikoabsicherung und persönlicher Vorsorge werden viele Assoziationen geweckt. Die Pensionsvorsorge zur Aufbesserung einer zu erwartend geringen staatlichen Rente, die Pflegevorsorge für eine Generation mit ständig steigender Lebenserwartung, die Unfallversicherung als Basisinstrument eines plötzlich eintretenden Ernstfalles.

Wozu eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Nur die Berufsunfähigkeitsversicherung führt noch ein „Mauerblümchen“-Dasein. Dabei sichert sie den für die meisten von uns höchsten finanziellen Wert ab – nämlich unsere Arbeitskraft. Der durch den Wegfall wegen Krankheit oder Unfall entstehende finanzielle Bedarf kann durch eine monatliche Rente im wählbaren Ausmaß abgedeckt werden. In der Regel wird ab einer 50-prozentigen Berufsunfähigkeit die versicherte Rente in voller Höhe für die vereinbarte Versicherungsdauer geleistet.       

 

Die Abdeckung der monatlichen anfallenden Kosten, die Aufwendungen für Familie, Wohnraum, Mobilität werden oftmals notgedrungen mit dem zukünftigen Einkommen finanziert. Die Auswirkungen eines zeitweiligen oder generellen Verdienstausfalles sind unmittelbar auf die eigene und die Lebenssituation Angehöriger wirksam und existenzbedrohend. Somit gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung zu jenen unbedingt zu empfehlenden Absicherungen, welche nicht ausschließlich auf die weiter entfernte Zukunft abzielen, sondern auf den Erhalt des aktuellen Lebensstandards; nämlich wenn dieser durch die eigene Arbeitsleistung nicht (mehr) zu gewährleisten ist. Die finanziell bereits überlasteten staatlichen Sicherungssysteme können hier keinen adäquaten Schutz bieten und sind in Ihrer Leistung, abhängig von der Zeit der Berufstätigkeit und der bisherigen Einkommenshöhe, begrenzt. Eigenverantwortung des mündigen Bürgers ist also gefragt und gefordert. Die Thematik betrifft jeden von uns, ob angestellt oder selbständig; selbst Studenten und Personen, die aktuell keiner Erwerbstätigkeit nachgehen.         

 

Vielfältige Gründe können uns – mit einem Schlag oder durch länger andauernde Entwicklungen - aus dem Erwerbsleben reißen. Die gegenüber früheren Zeiten geänderten Anforderungen und Lebensumstände haben auch zu geänderten Krankheitsbildern und Unfallstatistiken geführt. Während die Abnützung des Bewegungsapparates früher die häufigste Ursache für die Entstehung von Berufsunfähigkeit darstellte, haben in der heutigen Generation die psychischen Krankheiten bereits die führende Stelle eingenommen.

 

Neuesten Umfragen zu folge denken fast die Hälfte der Befragten nicht einmal  an eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Hier besteht die Aufgabe unseres Berufsstandes durch gezielte Information die Sensibilisierung voranzutreiben und die Aufmerksamkeit auf diese Versorgungslücke zu lenken.                          

 

Speziell in dieser Sparte bestehen bei den Anbietern große Unterschiede im Deckungs- und Leistungsumfang, sodass unbedingt vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung die Inanspruchnahme professioneller, unabhängiger Beratung anzuraten ist.

 

In den nächsten Beiträgen möchte ich auf die wichtigsten Qualitätsmerkmale und auf verschiedenen Varianten und Ausprägungen der Berufsunfähigkeitsversicherung sowie Zahlen und Fakten dazu eingehen.              

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