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9 spezielle Tischsitten aus allen Ecken der Welt

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:38
Andere Länder, andere Sitten. Das ist auf fast nichts so zutreffend wie Tischsitten, denn hier gibt es in fast jeder Ecke...

Andere Länder, andere Sitten. Das ist auf fast nichts so zutreffend wie Tischsitten, denn hier gibt es in fast jeder Ecke der Welt verschiedene Tischbräuche, die es zu beachten gilt. Was bei uns als unhöflich oder komplett unpassend gilt, ist in anderen Kulturen eben genau das Gegenteil. 

Trauermahl in Korea

In Korea werden verstorbene Vorfahren oft mit einem festlichen Mahl geehrt. Die Eigenheit dabei ist, dass ein Foto des Verstorbenen am Tisch aufgestellt wird und die Tafel dann praktisch spiegelverkehrt für ihn gedeckt wird. Seine Essstäbchen werden ihm zu Ehren in seine Reisschüssel gesteckt. Genau deshalb ist es auch absolut tabu, dasselbe während des Essens mit seinen eigenen Stäbchen zu tun. Außerdem ist es in Korea üblich, dass während des Essen geschwiegen wird und nicht anzufangen bevor nicht der Älteste am Tisch den ersten Bissen genommen hat.

 

Amerikanische Tischsitten

In Amerika ist es zum Beispiel bei vielen immer noch Usus sein Steak vor dem Verzehr völlig zu zerschneiden und dann mit einer Hand im Schoß zu essen. Dieser Brauch hat seinen Ursprung angeblich im Wilden Westen, wo die freie Hand dann an der Waffe platziert war um für eine mögliche Schießerei bereit zu sein. Absolut unbekannt ist auch das bei uns stark verbreitete „Guten Appetit“ vor dem Essen.

 

Rauchen erlaubt in China

Am bekanntesten ist wahrscheinlich die Tischsitte, dass lautes Schlürfen und Schmatzen in China an der Tagesordnung steht. Etwas unbekannter ist aber die Tatsache, dass viele Chinesen gerne und ausgiebig während des Essens rauchen. Dabei wird auch oft die Mahlzeit nicht unterbrochen, sondern einfach beides gleichzeitig gemacht. Wenn man aber eine Zigarettenschachtel herausholt um sich dem Nikotinkonsum hinzugeben, gilt es als äußerst unhöflich diese wieder einzustecken ohne den Anwesenden vorher eine Zigarette angeboten zu haben.

 

Vorsicht beim Spaghetti-Verzehr

Auch in Italien kann man beim Essen einiges falsch machen, allen voran beim Pasta-Verzehr. Entgegen unserer Gewohnheit ist es in Italien verpönt Pasta mit Hilfe eines Löffels aufzurollen, es wird einzig und allein die Gabel dafür benutzt. Aufpassen muss man dann auch, sich nicht zu viel vorzunehmen, denn auch Schlürfen oder zu lange Pasta abzubeissen wird nicht gerne gesehen. Beim Bezahlen ist es bei unseren südlichen Nachbarn üblich immer eine Gesamtrechnung auszustellen und nicht 5 verschiedene Einzelrechnungen zu verlangen.

 

Französische Étiquette

Französische Tischregeln gelten als einer der strengsten der Welt. Egal ob sie Obst oder Hühnerkeulen am Teller haben, Pflicht ist es immer Besteck zu benutzen. Verpöhnt ist es auch Suppen kalt zu pusten oder auch Käseplatten ganz aufzufuttern. Im Gegensatz zu asiatischen Ländern ist Schmatzen oder Schlürfen auf keinen Fall erlaubt und auch bei ihrem wohl bekanntesten Export, dem Baguette, gibt es Regeln. Dieses darf auf keinen Fall auseinander geschnitten, sondern nur mit den Händen gebrochen werden.

 

Handarbeit in Indien

Besonders wichtig ist es in Indien sich die Hände immer vorher und nachher ausgiebig zu waschen, hierzu werden im Normalfall Wasserschälchen bereit gestellt. Der Grund dafür ist, dass viele Nahrungsmittel mit den Händen verzehrt werden, insbesondere vegetarische Gerichte. Außerdem gilt die linke als die „unreine“ Hand und darf beim Essen mit den Fingern auf keinen Fall eingesetzt werden. Grund dafür ist, dass man sie nach einem Toilettengang zum Reinigen benutzt.

 

Sa Sdorowje!

In Russland kann es schnell passieren, dass man Sie etwas schief anschaut, wenn Sie in einem Restaurant den leer geputzten Teller an die Küche zurückgehen lassen. Das bedeutet dort nämlich, dass der Koch Ihnen nicht genug zu Essen bereitet hat, etwas überzulassen gilt also als Geste an ihn, dass er seinen Job gut gemacht hat. Grade bei Festen sollten Sie auf jeden Fall auch darauf achten, sich beim ersten Gang nicht zu sehr zu verausgaben, denn wenn ihr Teller leer gegessen ist, wird nach geschenkt und es gilt als unhöflich wenn nicht jede Speise der Hausherrin probiert wurde.

 

Bitte füttern!

Auch in Äthiopien ist es gang und gebe sich ausgiebig die Hände zu waschen, denn hier wird noch mehr als in Indien vorrangig mit den Händen gegessen, noch dazu meistens von einer einzigen Platte. Dazu kommt meist eine Wasserkanne mit Schüssel und Tüchern direkt an den Tisch. Wenn etwas als „Besteck“ benutzt wird, dann ist es das bekannte Fladenbrot, womit die verschiedenen Pasten und Speisen aufgenommen werden. Dieses ersetzt übrigens auch den Teller. Als besondere Höflichkeit gilt es in Äthiopien, wenn man von seinem Tischnachbarn gefüttert wird, also nicht erschrecken!

 

Tischsitten auf japanisch

Wie in China ist es auch in Japan üblich zum Beispiel Nudelsuppen ausgiebig auszuschlürfen. Man ist hier der Ansicht, dass sich erst durch das Aufsaugen das volle Aroma entfaltet. In Japan ist es außerdem Brauch, verschiedene Gänge nicht hintereinander zu servieren, sondern es kommt von Anfang an alles auf den Tisch. Je nach Geschmack wird dann das gegessen, wonach einem gerade ist. Aufgepasst sollte auf alle Fälle auch auf den Umgang mit seinen Stäbchen werden, denn sie senkrecht in seinen Reis zu stecken, damit auf andere Leute zu zeigen oder Essen damit aufzuspießen ist streng verboten.

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