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Adventskranzbrauch - Seit wann gibt es den Adventskranz?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:10

Alle Jahre wieder stellen wir uns einen Adventskranz in die Wohnung und zünden die Kerzen an – aber warum eigentlich? Anders als beim Weihnachtsmann steckt bei dem Adventskranzbrauch nicht der Coca-Cola-Konzern dahinter, sondern ein evangelischer Theologe aus dem 19. Jahrhundert. 

Die Entstehung des Brauchs

  • Johann Hinrich Wichern (1808-1881) hieß der Mann und war von Beruf Erzieher. Streng gläubig und sozial sehr engagiert nahm er sich der Erziehung von Kindern an, die aus armen Verhältnissen stammten und keine Eltern mehr hatten. 
  • Der Erzählung nach zog er mit ihnen in ein altes Bauernhaus in Hamburg, genannt „Rauhen Haus“ und betreute sie dort. Als die Adventszeit anbrach wurden die Kinder unruhig und begannen zu quengeln, wann denn nun endlich Weihnachten sei. 
  • Um ihnen die Wartezeit zu verkürzen besorgte er kurzerhand ein altes Wagenrad und befestigte darauf 20 kleine rote Kerzen für die Werktage und 4 große weiße Kerzen für die Adventssonntage
  • Der Adventskranz war geboren! Nun konnten die Kinder an jedem Tag eine Kerze anzünden und die Tage bis Weihnachten abzählen. Von nun an wiederholte Wichern den Adventskranzbrauch jedes Jahr, um den Kindern Freude zu bereiten. Später wurde der Adventskranz zusätzlich mit Tannenzweigen geschmückt. 
  • Als Wichern 1849 die „Innere Mission“ gründete – einen evangelischen Hilfsdienst für sozial Schwache – wurde auch seine Idee des Adventskranzes immer populärer. Die Zahl der Gemeinden, die dem Brauch folgten wuchs beständig und schließlich bekannte sich auch die katholische Kirche 1925 zu dem Adventskranzbrauch
  • Wicherns Idee breitete sich mit der Zeit über das gesamte Gebiet Mitteleuropas aus, wobei der ursprüngliche Adventskranz mit 24 Kerzen kurzerhand auf vier reduziert wurde. 
  • Den Leuten war es schlicht zu umständlich sich ein riesiges Wagenrad ins Wohnzimmer zu stellen. Durch die Verkleinerung wurde der Kranz alltagstauglich und der Adventskranzbrauch schließlich fester Bestandteil unseres Weihnachtsfestes. 
  • Und auch für die Kinder gibt es eine schöne Alternative: statt der öden Kerzen bekommen sie heute Adventskalender mit Süßigkeiten für jeden Tag.

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