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Amtsenthebung eines Papstes – Ist das möglich?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:17
Dass ein Papst zurücktreten kann, haben wir jüngst erlebt. Der deutsche Joseph Ratzinger...

Dass ein Papst zurücktreten kann, haben wir jüngst erlebt. Der deutsche Joseph Ratzinger, der seit April 2005 das Amt als Oberhaupt der katholischen Kirche besetzte, gab seinen freiwilligen Rücktritt zum Ende Februar 2013 bekannt. Aber darf eine unfreiwillige Amtsenthebung eines Papstes veranlasst werden?

Was spricht gegen eine Amtsenthebung eines Papstes? Der Papst ist die höchste Instanz der katholischen Kirche, das heißt, dass keine Institution über ihm steht, die die Amtsenthebung eines Papstes beschließen kann. Er ist Stellvertreter von Jesus Christus und erhält seine Befugnisse von Gott. Außerdem erfolgt die Wahl zum Papst auf Lebenszeit.

Fakten

  • Der Papst kann nicht abgesetzt werden.
  • Selbst wenn er aus medizinischen, politischen oder sonstigen Gründen seine Aufgaben nicht erfüllen kann, ist und bleibt er das Oberhaupt der katholischen Kirche.
  • Er ist von seinem Amtsantritt bis zu seinem Todestag bzw. seinem freiwilligen Rücktritt in seine Position berufen.
  • In der katholischen Geschichte gab es jedoch ca. 30 Fälle, in denen zwar keine Amtsenthebung eines Papstes stattfand, dafür jedoch ein neuer Papst gewählt wurde, während der amtierende Papst noch regierte.
  • Diesen zweiten Anwärter nennt man Gegenpapst.
  • Außerdem wurden früher einige Päpste von weltlichen Obrigkeiten gewaltsam vertrieben, was bis zur freiwilligen Abdankung jedoch keine Absetzung ist.

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