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Andreas Mölzer: Die umstrittensten Aussagen des FPÖ-Politikers

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:36
Andreas Mölzer ist zurückgetreten - oder: "wurde zurückgetreten".

Andreas Mölzer, Mandatar der FPÖ im EU-Parlament und designierter Spitzenkandidat der Freiheitlichen Partei für die EU-Wahl am 25. Mai 2014, ist zurückgetreten. Nach einem Gespräch mit Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache hat er seinen Abgang verkündet. Es ist nicht das erste Mal. Bereits unter dem langjährigen Bundesparteiobmann Dr. Jörg Haider wurde er schon einmal "entfernt" - Strache holte ihn 2005 jedoch wieder in das Boot der Partei.

Fact-Box

  • Mit den Sagern des Negerkonglomerats und dem Vergleich der EU mit dem Dritten Reich, hat der Spitzenkandidat der FPÖ auch international für Schlagzeilen gesorgt. Das Rechtsbündnis mit den Schwedendemokraten wackelt; auch Marine Le Pen, Vorsitzende der französischen Front National, ist wenig begeistert.
  • Es ist nicht das erste politische Erdbeben rund um Mölzer. Selbst Dr. Jörg Haider hat das freiheitliche Urgestein schon einmal aus der Partei entlassen - nun ist Mölzer abermals weg vom politischen Geschehen.
  • Er ist Burschenschafter, trägt einen "Schmiss" und ist stolz auf das europäische Abendland und die deutsche Kultur wie Tradition; er selbst bezeichnet sich als "deutschnational" und "rechtsintellektuell".

Nur einige von Mölzers umstrittenen Zitaten

Die Äußerungen von Mölzer sind rechtsextrem. Der gebürtige Steirer mit Hauptwohnsitz in Kärnten hat seit Jahren immer wieder für Aufsehen gesorgt. Mit seinen letzten Sagern, die gezielt die rechtsextreme Wählerschaft ansprechen, hat er den Bogen überspannt. Vor allem mit dem Sager des Negerkonglomerats sorgte Mölzer für Aufsehen. Das Zitat im Wortlaut: "Es ist wirklich so, dass alle, alle von den Portugiesen bis hin zu den Esten, von den Schweden bis hin zu den Sizilianern, die nimmt man aber nicht so wahr, weil sie nur 1,60 Meter groß sind und alle über uns lachen, über die Deutschen und auch Österreich. Wir sind die einzigen, die immer bei Terminen pünktlich sind. Wir sind die einzigen, die bereits um 9 Uhr arbeiten - nicht erst um 11 Uhr. Das ist wirklich so. Es stellt sich die Frage, was aus dem gestalterischen, dem Arbeitsethos, Europa wird. Wir sind entweder ein Negerkonglomerat, das sage ich jetzt bewusst brutal politisch nicht korrekt". 

Doch der ehemalige Spitzenkandidat für die EU-Wahl der FPÖ hat mit einem weiteren Sager für Aufsehen gesorgt. Unter anderem verglich er mit einem seiner Zitate die EU mit dem Dritten Reich. Sinngemäß erwähnte das freiheitliche Urgestein das Dritte Reich und die EU im folgenden Zusammenhang: "Das Dritte Reich war wohl formloser und liberaler als die heutige Europäische Union".

Die Zitate belegen, wie der Mensch Andreas Mölzer tickt. Auch in seiner rechtsextremen Zeitschrift "Die Zeit" hat er schon öfters seine Weltansicht präsentiert. So bezeichnet er den österreichischen Fußballer David Alaba als "pechrabenschwarz" und verweist auf die Seniorenheime, um "echte Wiener zu sehen".

Die Medien zeigten auf, welche Geisteshaltung von dem ehemaligen Spitzenkandidat der FPÖ ausgeht. Die Taktik - als erstes provozieren, dann entschuldigen - war zu Beginn gut; Andreas Mölzer hat den Bogen jedoch überspannt und die Medien nicht locker gelassen, immer wieder die Sager zu drucken. 

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