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Anglo-amerikanisches Schulsystem - Welche Vorteile bietet es?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:08
In Großbritannien und den USA beginnt der Schulbesuch im Alter von 5 Jahren.
Nach 6 Jahren Grundschule wechseln die Schüler im anglo-amerikanischen Schulsystem auf eine weiterführende Schule, die sie in Großbritannien entweder im Alter von 16 mit dem GCSE abschließen können oder zwei Jahre später mit den A-Levels. In den USA dagegen wechseln die Schüler nach der Grundschule auf die Junior High School und anschließend auf die Senior High School, die sie bestenfalls mit dem High School Diploma verlassen.

Das Anglo-amerikanische Schulsystem

  • Die weiterführenden Schulen im anglo-amerikanischen Schulsystem sind nicht selektiv und bieten somit den Vorteil, dass Schüler unterschiedlicher Fähigkeiten und verschiedener sozialer Schichten gemischt werden – durch sogenannte ability classes wird den divergierenden Leistungsniveaus der Schüler in Fächern wie Mathematik Rechnung getragen und sie werden entsprechend ihren Fähigkeiten aufgeteilt. 
  • Dadurch erübrigt sich das Sitzenbleiben: Erreichen Schüler das Klassenziel nicht, müssen sie nur im leistungsschwachen Fach denselben Kurs wiederholen, in allen anderen Fächern rücken sie vor. 
  • Das Prinzip der Gleichheit wird auch über das Tragen von Schuluniformen verfolgt: So werden soziale Unterschiede zumindest auf den ersten Blick nicht ersichtlich und Integration und Klassenzusammenhalt werden gestärkt. Im anglo-amerikanischen Schulsystem wird so verhindert, dass Schüler aus sozial schwachen Familien gemobbt und als Außenseiter ins soziale Abseits gedrängt werden. 
  • Durch die längere Schulzeit von 9 h morgens bis 16 h nachmittags wird außerdem die Stoffmenge entzerrt, so dass die Schüler entspannter lernen können und am Nachmittag zudem Zeit für Sport und Kurse ihrer Wahl haben. 
  • Die Vorteile dieses Stundenplans auch für die Eltern liegen auf der Hand: Väter und Mütter können so ohne Sorge um Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder Ganztagsjobs nachgehen, was wiederum positive Signalwirkung auf die berufliche Einbindung von Frauen mit Kindern in die Arbeitswelt nach sich zieht.
  • Während sich im deutschsprachigen Raum zukünftige Studenten nach dem Schulabschluss sehr kurzfristig immatrikulieren können, müssen bei britischen und amerikanischen Universitäten die Bewerbungen schon ein Jahr im Voraus eingegangen sein. 
  • So setzen sich Studenten planvoller mit ihrer Zukunft und späterem Berufsziel auseinander; Fehleinschreibungen und Studienabbrüche können großenteils vermieden werden. 
  • Wenn im angelsächsischen Raum hohe Studiengebühren viele abschrecken, so darf nicht vergessen werden, dass die finanzielle Unterstützung seitens des Staates sehr gut organisiert ist. Zudem ermöglichen Studiengebühren den Vorteil kleinerer Kurse, eines intensiveren Betreuungsangebots durch Professoren, exzellent ausgestatteter Übungsräume sowie eines größeren praktischen Bezugs. 
  • Nicht zuletzt tragen konstante Leistungsüberprüfungen wie wöchentlich abzugebende Essays und häufige Pflichtklausuren zu einer besseren Überwachung des Lernfortschritts bei. 

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