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Atomreaktor Berlin - Wo genau steht er?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:02
Seit 1958 wird im noblen Stadtteil Wannsee ein Forschungsreaktor betrieben.

Ein Atomreaktor auf dem Stadtgebiet Berlins? Den gibt es tatsächlich, zwar nicht mitten in der City, aber dennoch auf dem Boden der Bundeshauptstadt. Seit 1958 wird im noblen Stadtteil Wannsee vom Helmholtz Zentrum für Materialien und Energie ein Forschungsreaktor betrieben.

Wichtiger Forschungsstandort für die deutsche Wissenschaft

  1. Auf dem Lise-Meitner Campus am Hahn-Meitner Platz 1 ganz im Südwesten des Berliner Stadtgebietes an der Grenze zu Potsdam wurde Ende der sechziger Jahre der Forschungsreaktor erstmals in Betrieb genommen. 
  2. 1973 wurde der erste Reaktor durch einen neuen ersetzt, der noch heute von zahlreichen Forschern genutzt wird. 
  3. Mitte der achtziger Jahre wurde die Atomanlage noch einmal erweitert, sodass sie inzwischen zehn Megawatt leistet, wodurch die Forschungsmöglichkeiten deutlich erweitert wurden. 
  4. Der Reaktor dient dabei nicht der Stromerzeugung, sondern vor allem als Quelle für Neutronen, die durch ein kompliziertes Rohrsystem zu den einzelnen Versuchseinrichtungen geleitet werden. 
  5. Hier findet sowohl Grundlagenforschung als auch anwendungsnahe Experimente statt.


Umstrittener Reaktor in Großstadtnähe

  1. Aufgrund seiner Lage in der Nähe des Ballungszentrums Berlin und der von einigen Stellen als mangelhaft bezeichneten Sicherheitsausstattung wurde der Forschungsreaktor in der Vergangenheit mehrfach kritisiert. 
  2. Daneben gab es seit der Inbetriebnahme auch mehrere meldepflichtige Ereignisse. 
  3. Das Helmholtz Zentrum und die zuständigen Behörden bestritten die Schilderungen und verweisen auf die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen und die regelmäßige Kontrolle, durch die die Sicherheit der Anlage garantiert werden soll.

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