Foto: Shutterstock.com

Bachelor Master System? - So funktioniert's

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:03
Seit der Einführung der Studienabschlüsse Bachelor und Master sind viele Abiturienten...

Seit der Einführung der Studienabschlüsse Bachelor und Master sind viele Abiturienten, Studenten und auch Arbeitgeber verunsichert. Das System mit Diplom und Magister war wohlbekannt und nun stellen Bachelor und Master alles völlig auf den Kopf!

Fakten zu Bachelor und Master:

  1. Der sogenannte Bologna-Prozess soll einen einheitlichen europäischen Hochschulabschluss bis 2010 schaffen.
  2. Der entsprechende Vertrag wurde 1999 unterschrieben.
  3. Dadurch soll der europäische Arbeitsmarkt durchlässiger werden.
  4. Die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit soll europaweit schneller und unkomplizierter werden.

Der Bachelor

  1. Der Bachelor soll ein berufsqualifizierender Abschluss sein.
  2. Die Studienzeit beträgt drei bzw. vier Jahre.
  3. Es gilt Leistungspunkte zu erwerben.
  4. Ein sogenannter LP entspricht einer Arbeitsbelastung von 30 Stunden.
  5. Pro Semester müsen 30 Leistungspunkte erreicht werden. In sechs Semestern müssen also 180 Punkte erarbeitet werden.
  6. Umgerechnet müssen also 5400 Arbeitsstunden in ein Bachelorstudium investiert werden.
  7. Abschließend erfolgt eine schriftliche Bachelorarbeit.

Der Master

  1. Das Masterstudium kann sich an das Bachelorstudium anschließen, ist aber kein Muss.
  2. Als eine Art Erweiterungsstudium soll es zu wissenschaftlichem Arbeiten befähigen.
  3. Dieses Aufbaustudium dauert zwei bis vier Semester und kann auch in Teilzeit neben dem Beruf absolviert werden.
  4. Für einen erfolgreichen Masterabschluss müssen insgesamt 300 Leistungspuntkte nachgewiesen werden.
  5. Die Punkte aus dem Bachelorstudium werden anerkannt.
  6. Das Masterstudium endet ebenfalls mit einer schriftlichen Masterarbeit.

Fazit:

  1. Grundsätzlich ist ein euroeinheitlicher Studienabschluss zu begrüssen.
  2. Allerdings hat sich in der Praxis gezeigt, dass große Unsicherheiten entstanden sind. Welche Leistung kann der Arbeitsmarkt von Bachelorabsolventen erwarten, welche Studieninhalte werden vermittelt?
  3. Hier wird die Zeit zeigen, ob der Arbeitsmarkt die Neuabsolventen aufnimmt.
  4. Die ersten Tendenzen sind durchaus positiv.
  5. Ein größeres Problem ist die Tatsache, dass die Abschlüsse sehr zeitintensiv und belastend sind.
  6. Viele Studenten müssen neben ihrer 40-Stunden Woche im Studium noch arbeiten, um sich ihre Studiengebühren zu verdienen.
  7. Da kommen schnell 50 oder 60 Arbeitsstunden in der Woche zusammen.
  8. Verständlich das viele Studenten dann zu den Prüfungen kapitulieren.
  9. Die Abbrecherquote ist deshalb eines der größten Probleme von Bachelor und Master und muss in Zukunft durch geeignete Massnahmen deutlich gesenkt werden.

Kommentare