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Baruch de Spinoza - Kurzporträt eines Philosophen

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Baruch de Spinoza ist bekannt als Rationalist und Begründer der Aufklärung.
Wegen seiner Bibelkritik wurde er zu Lebzeiten von der jüdischen Gemeinde und der christlichen Kirche scharf kritisiert.

Baruch de Spinoza

  • war ein niederländischer Philosoph
  • gilt als Aufklärer und Rationalist
  • machte sich einen Namen als Begründer der Bibelkritik

Spinoza im Porträt

Leben

Der niederländische Philosoph Baruch de Spinoza wurde am 24. November 1632 in Amsterdam als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Er sollte Rabbiner werden, jedoch kam es nie dazu, da er wegen seiner bibelkritischen Haltung 1656 von der jüdischen Gemeinde ausgeschlossen wurde. Er verdiente sein Geld zunächst mit der Herstellung von Ferngläsern und Mikroskopen, bevor er begann, seine Schriften zu veröffentlichen. Baruch de Spinoza starb im Alter von 44 Jahren am 21. Februar 1677 in Den Haag.

Philosoph und Bibelkritiker

Baruch de Spinoza gehörte wohl zu den radikalsten Philosophen seiner Zeit. Das lag vor allem an seinen religionskritischen Äußerungen. Er hatte sich der Philosophie des Pantheismus verschrieben, die besagt, dass Gott in allen Dingen zu finden ist und mit der Welt und der Natur gleichzusetzen ist. Spinoza sah auch die Bibel kritisch. Seiner Meinung nach sei der Inhalt der Bibel nicht fehlerfrei und stamme nicht wortwörtlich von Gott. Um zum wahren Inhalt vorzudringen, müsse man den Text im historischen Zusammenhang lesen. Mit dieser Haltung machte sich Spinoza eine Menge Feinde, vor allem innerhalb der Kirche. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören die "Ethik, in geometrischer Methode dargestellt", die 1677 posthum veröffentlicht wurde, sowie sein "Theologisch-politisches Traktat" aus dem Jahr 1670. Spinozas Lehren wurden erst viele Jahre nach seinem Tod wirklich anerkannt - Goethe oder Lessing hoben seine Leistungen als Philosoph und Aufklärer genauso hervor wie Georg Büchner, oder Heinrich Heine.

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